Studieren als Arbeiterkind: 5 fatale Fehler und wie du sie vermeidest

Studieren als Arbeiterkind: 5 fatale Fehler und wie du sie vermeidest

von Rebecca Krings

Arbeiterkinder begehen im Studium häufig vermeidbare Fehler. In diesem Artikel lernst du, wie du sie verhindern und erfolgreich studieren kannst.

Studierter Taxifahrer oder studierte Taxifahrerin – sieht so deine Zukunft aus?

Laut einer der hartnäckigsten Mythen in Nicht-Akademiker-Kreisen: ja.

Ein Studium sei demnach verschwendete Zeit, die man bereits mit Arbeit und Einzahlung in die Rentenkasse hätte verbringen können. Letztendlich ist es für jeden das selbe David-gegen-Goliath-Dilemma, eine geeignete Anstellung zu finden. Wer hier also Zeit verplämpert, muss den Lebensunterhalt mit Taxifahren bestreiten oder beim Jobcenter Schlange stehen.

Die Wahrheit ist jedoch, wie eine OECD Studie bestätigt, dass nur ca. 2 Prozent aller Akademiker arbeitslos sind. Eine universitäre Ausbildung lohnt sich also.

Doch wenn du der erste aus deiner Famile bist, der sich in einen Studiengang einschreibt und als sogenanntes Arbeiterkind studierst, bist du besonders anfällig für Anfängerfehler. Damit du dir nicht direkt zu Beginn fatale Eigentore schießt, zeige ich dir in diesem Artikel welche Fehler du dir besser ersparen solltest.

 

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5 Fehler, die du vermeiden kannst

Jeder Student verläuft sich früher oder später einmal im Hochschulirrgarten. Das ist auch gar nicht weiter schlimm. Brenzlig wird es erst, wenn du gravierende Fehler begehst. Und die Wahrscheinlichkeit, dass dir das passiert ist umso größer, wenn dir die Gesetze des akademischen Kosmos nicht bereits mit der Muttermilch eingetrichtert wurden.

Doch da kann ich Abhilfe schaffen, indem ich dir zeige, welche die größten Löcher sind, in die du dich stürzen kannst.

 

Fehler #1: Du definierst dich als Arbeiterkind

Der wohl fatalste Fehler, den du begehen kannst.

Obwohl du dich aus freien Stücken für dein Studium entschieden hast, verbarrikadierst du dir den akademischen Aufstieg durch selbst errichtete Schranken im Kopf. Du beherrschst den Habitus des Bildungsbürgertums nicht, welches sowohl den Dessert- vom Suppenlöffel, als auch Goethes von Platons Poetik mit Leichtigkeit unterscheiden kann. Kurz: Du lebst in ständiger Angst entlarvt zu werden. Wie ein Schwerverbrecher. Die psychologische Komponente spielt, ob du willst oder nicht, letztendlich die entscheidende Rolle und bestimmt über den Erfolg deines Studiums. Wenn dich deine Herkunft in Scham versetzt, wirst du auch exakt das ausstrahlen.

Und weißt du, wer es wahrnehmen wird? Richtig, jeder. Deine Dozenten, deine Kommilitonen und auch deine späteren Arbeitgeber. „Sicheres Auftreten trotz völliger Ahnungslosigkeit“ ist nicht umsonst ein globales Kredo, denn es geht sowohl an der Uni als auch im Berufsleben nur darum, wie du dich selbst verkaufst. Stufst du dich von vorneherein als „Arbeiterkind“ ein, wird in dir immer ein unschönes Gefühl aufkeimen, nicht in die erlesenen Akademikerkreise zu gehören.

 

Fehler #2: Du unterschätzt dein Potential

Ich kann dich beruhigen, das machen wohl die meisten Studenten. Ausgenommen des gut betuchten BWL-Heinis, der mit Vaters Edelkarosse im Anzug zur Vorlesung erscheint und meint, er lebe wie Gott in Frankreich – auch in der Uni. An solche Kommilitonen darfst du niemals auch nur das kleinste bisschen deiner Energie verschwenden, denn es sind eben jene Hochschulbesucher, die dein Potential mental begraben.

Chefetagen und Führungspositionen internationaler Unternehmen werden ohnehin größtenteils nur intern von Akademikerkindern besetzt? Zugegeben, das stimmt häufig. Allerdings stellt es keinen Grund für dich dar, deine Ambitionen klein zu halten. Denn wer nicht alles daran setzt sich weiterzuentwickeln und sein Potential voll auszuschöpfen, kann sich direkt ins nächste Mauseloch verkriechen. Mit dieser Einstellung wird das nichts.

Ich will ehrlich sein – es ist harte Arbeit. Natürlich betrachtest du argwöhnisch dein Elternhaus und fragst dich, wieviele Defizite wohl im Vergleich zu akademischen Familienverhältnissen entstanden sein mögen, doch das hat nur noch geringfügige Relevanz, wenn du selbst beginnst diese aufzuarbeiten.

 

Fehler #3: Du orientierst dich zu stark an deinen Eltern

Familiärer Zusammenhalt ist wichtig. Doch sobald du dich zu intensiv an deinen Eltern orientierst, wird es gefährlich. Denn wie sollen sie dir als geeignete Vorbilder dienen, wenn ihnen die Hochschulwelt ein Mysterium ist und sie von akademischen Berufsbildern nicht die geringste Ahnung haben? Versteh mich nicht falsch, es geht hier nicht um die emotionale Komponente.

Ein kleines Beispiel: Ich studiere seit einigen Semestern bilinguale Sprach- & Literaturwissenschaften. Das Lieblingsziel jeglicher Taxifahr-Anekdoten. Als ich meinen Eltern berichtete, welche politischen, psychologischen und geschichtlichen Inhalte den Hauptbestand meiner Seminare ausmachen, war die Verwirrung groß. Sie konnten sich nicht einmal eine Vorstellung davon machen, was genau ich da eigentlich studiere, geschweige denn, was man damit beruflich macht. Ihnen sind Studiengänge als kulturelle Allrounder gänzlich unbekannt.

Doch genau das ist heute der Schlüssel zum akademischen und beruflichen Aufstieg: Flexibilität. Du studierst in den meisten Fällen nicht um einen spezifischen Beruf zu ergreifen, sondern eine Wissensbasis für viele Sektoren zu schaffen.

 

Fehler #4: Du träumst anstatt zu reflektieren

Arbeiterkinder sind häufig mit dem Prinzip der Knappheit bestens vertraut, während Akademikernachwuchs teils im Überfluss lebt.  Wer mit geringfügigeren Ausmaßen an materiellem Wohlstand und Anerkennung aufwuchs, träumt tendenziell eher vom großen Reichtum als der Rest. Und das könnte ein akademischer Werdegang doch sicherlich leisten, oder? Möglicherweise. Doch dies ist die völlig falsche Motivation, da du erst einmal für eine geraume Zeit in Vorleistung treten musst.

Auch führen diese Mangelerfahrungen innerhalb des Alltags oft zu einem Handlungsmodus, der auf das Management von Knappheit ausgerichtet ist. Im Klartext: Es müssen kurzfristig orientierte Lösungen geschaffen werden. Und diese Arbeitsweise bricht dir nicht nur im Studium das Genick. Eine vorausschauende Planung ist unerlässlich, um in sicheres Fahrwasser zu gelangen.

Natürlich weißt du zu Beginn deines Studiums noch nicht, wie der Hase läuft. Doch das lernst du mit der Zeit. Sei offen für diese einschneidende Veränderung und alles was sie mit sich bringt. Bildungsaufsteiger haben es nicht leicht und durchleben häufig eine beängstigende Entfremdung von ihrem ursprünglichen sozialen Milieu. Doch du hast dich für diesen Weg entschieden, also lasse zu, dass er dich verändert.

 

Fehler #5: Du informierst dich nicht über deine Studienfinanzierung

Last but not least, das Lieblingsthema eines jeden Studenten: Die Finanzierung.

Das enorme Informationsdefizit deiner Eltern über eine akademische Ausbildung leistet häufig ganze Arbeit. Ein Studium wird als lebenslange Verschuldung betrachtet, da Semesterbeiträge erbracht, Lehrmaterialien wie Fachbücher angeschafft und Miete bezahlt werden müssen. Und das auch noch über einen sehr langen Zeitraum. Das BAföG mag einigen Arbeiterfamilien zwar ein Begriff sein, doch dessen System so intransparent erscheinen, dass es abschreckend wirkt und nicht in Anspruch genommen wird.

Eltern hingegen, die hochschulerfahren sind, ist bewusst, dass dies lediglich eine Anfangsinvestition darstellt statt einer schier unmöglich zu bewältigenden Last, da ihnen das allgemeine Gehaltsniveau akademischer Berufe geläufig ist. Nebenbei bemerkt – dieses liegt durchschnittlich etwa 74 Prozent über dem beruflich Ausgebildeter.

Hier heißt es also für dich: Werde aktiv! Hier sind ein paar Artikel zum Thema Studienfinanzierung parat, die dir weiterhelfen können:

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Fazit

Du wirst Fehler machen. Sogar einige.

Doch entscheidend ist, welche. Fehltritte gehören dazu und sind der effektivste Weg Neues zu lernen und fest zu verinnerlichen. Achte nur darauf, dass du solche Fehler wie die hier aufgeführten vermeidest, denn diese könnten dich dein Studium kosten oder es zumindest stark ausbremsen. Vermutlich fühlst du dich einem Kampf gegen Windmühlen ausgesetzt, doch es ist das richtige Mindset das dich stark macht.

Möglicherweise ist dein Weg wesentlich steiniger, als der deiner Kommilitonen die mit besseren Sozialisationsumständen „gesegnet“ sind. Allerdings bist du für deine Entwicklung selbst verantwortlich, die Vergangenheit lässt sich ohnehin nicht ändern. Wünschst du dir einen neuen Weg für deine Zukunft?

Du hast ihn bereits eingeschlagen. Nun musst du nur noch durchhalten.

 

Bild: © Thomas Sweeney / unsplash.com
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Autor

Rebecca Krings

Becky ist Redakteurin bei Studienscheiss und studiert bilinguale Sprach - & Literaturwissenschaften. Seit vier Jahren unterstützt sie Schüler als Tutorin und lektoriert Studienarbeiten.

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