Erfolg im Studium: Diese 3 Skills brauchst du!

von Jan Höpker

Erfolg im Studium ist keine Glückssache, sondern basiert auf bestimmten Fähigkeiten. Welche das sind und was erfolreiche Studenten anders machen als der Durchschnitt, erfährst du in diesem Artikel von Jan Höpker

Erfolg im Studium ist kein Zufall! Das weißt du! Aber weißt du auch, welche drei Fertigkeiten entscheidend sind und was Studentinnen und Studenten jetzt tun sollten, um ihre Erfolgsaussichten zu steigern?

Hast du Vorbilder?

Kein Problem, ich leihe dir meins: Albert Einstein. Obwohl der bekannteste Wissenschaftler aller Zeiten 12 Stunden schlief, hat er einiges auf die Beine gestellt. Und neben seinen weltbewegenden Beiträgen zur Physik hat der Nobelpreisträger des Jahres 1921 auch ein paar wirklich kluge Weisheiten in die Welt gesetzt. Eine davon lautet: »Wenn ich eine Stunde Zeit hätte, um ein Problem zu lösen, würde ich 55 Minuten damit verbringen, über das Problem nachzudenken und fünf Minuten über die Lösung.«

Hast du dir mal überlegt, welches das größte Problem von Studentinnen und Studenten ist?

Wie viel einfacher und angenehmer wäre dein Leben, wenn du dir auf Anhieb alle Fakten merken und die großen Zusammenhänge begreifen würdest. Das größte Problem von Studentinnen und Studenten ist das Lernen! Doch anstatt wie Albert Einstein vorzugehen und erst einmal intensiv über das Lernen nachzudenken, wenden sie immer wieder die gleichen schlechten Techniken an. In der Schulzeit sind sie damit durchgekommen. Im Studium liegt die Messlatte höher.

Lass uns jetzt und hier ein paar Minuten lang über das Lernen nachdenken und drei Fertigkeiten durchgehen, von denen dein Erfolg im Studium abhängt:

  • Effektive Lerntechniken
  • Optimale Lernbedingunge
  • Praktische Umsetzung

Sehen wir uns diese drei Schlüsselfaktoren nun etwas genauer an.

 

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Effektive Lerntechniken

Wie bereitest du dich auf Prüfungen und Klausuren vor? Mit welchen Methoden lernst du? Warum mit diesen und nicht mit anderen?

Die beliebtesten Lernmethoden deiner Kommilitonen sind: Wiederholtes Lesen und Zusammenfassen von Skripten und Lehrbuchkapiteln. Das weiß ich, weil eine Gruppe von Wissenschaftlern aus den USA vor einigen Jahren untersucht hat, welche Lernmethoden am beliebtesten sind und wie gut sie funktionieren. Rate mal, welche Methoden am schlechtesten abgeschnitten haben?

Richtig, die schlechtesten Lernmethoden sind zugleich auch die beliebtesten. Wenn du wie deine Kommilitonen lernst, verschwendest du Potenzial. Positiv formuliert: Es ist noch viel Luft nach oben!

Bestimmt fragst du dich, welche Lernmethode am besten funktioniert. Das hängt davon ab, welche Art von Leistung du erbringen musst. Wird auswendig gelerntes Wissen abgefragt? Wird geprüft, ob du das Wissen verstanden hast? Oder musst du das Gelernte in neuen Situationen praktisch anwenden können? In jedem Szenario sind jeweils andere Lernmethoden am effektivsten. (Im ersten Fall würde ich auf Mindmaps und/oder Karteikarten, im zweiten vielleicht auf die Feynman-Methode und im dritten auf Übungsaufgaben setzen.)

Effektive Lernmethoden haben eines gemeinsam: Aktivität statt Passivität.

Ein Prediger aus den USA soll ein Gebet schon 3000 Mal vorgelesen haben. Doch als er einmal ohne sein Gebetbuch vor der Gemeinde stand, soll er nicht in der Lage gewesen sein, das Gebet auswendig vorzutragen. Das war zu erwarten! Wir glauben gerne, dass die Inhalte automatisch in unserem Langzeitgedächtnis abgespeichert werden, wenn wir uns den Lernstoff oft genug reinziehen – zum Beispiel indem wir einen Text immer wieder lesen. Das stimmt aber nicht!

Nur aktives Erinnern garantiert die langfristige Speicherung der Inhalte in deinem Gedächtnis. Die praktische Umsetzung könnte so aussehen: Du liest einen Text, legst ihn zur Seite und versuchst, den Inhalt in eigenen Worten aus deinem Gedächtnis heraus wiederzugeben. Erst wenn du nicht weiterweißt, liest du die entsprechende Textstelle erneut. Zwei Stunden später wiederholst du das Ganze. Das gleiche Spiel am nächsten Tag, nach drei Tagen, nach einer Woche und nach einem Monat. Die Zeitangaben sind nur ein Beispiel. Welche zeitlichen Abstände zwischen den Wiederholungen optimal sind, hängt davon ab, wie viel Zeit du insgesamt zur Verfügung hast und wann die Klausur stattfindet.

Es ist wichtig zu verstehen, dass zu häufiges Wiederholen nicht nur nutzlos, sondern kontraproduktiv ist. Solange sich die Inhalte noch in deinem Kurzzeitgedächtnis befinden, werden sie von dort aus abgerufen. Jedoch festigen sich die entsprechenden Gedächtnisspuren nur, wenn der Abruf aus deinem Langzeitgedächtnis erfolgt. Bevor du den Stoff wiederholst, sollte er daher aus deinem Kurzzeitgedächtnis verschwunden sein. Deswegen dürfen die Abstände nicht zu kurz sein.

Du lernst nicht das, was du siehst, hörst oder liest, sondern das, was du aktiv tust. Das bedeutet, dass Lernen nicht nur an deinem Schreibtisch oder in der Bibliothek stattfindet, sondern überall dort, wo du dich aktiv mit den Inhalten auseinandersetzt. Indem du Nachhilfestunden gibst, kannst du dich sogar für das Lernen bezahlen lassen. Andere zu unterrichten ist eine der effektivsten Lernmethoden, die es gibt.

Sobald du mit effektiveren Methoden lernst, wirst du garantiert bessere Ergebnisse erzielen. Dein volles Potenzial schöpfst du dadurch aber noch nicht aus, denn es gibt immer noch einiges, was verbessert werden kann. Die Rede ist von den Bedingungen, unter denen du lernst.

 

Optimale Lernbedingungen

Als du das Wort »Lernbedingungen« gelesen hast, musstest du vielleicht an deinen unaufgeräumten Schreibtisch denken. Ja, Ordnung zählt auch zu den Lernbedingungen, aber es ist nicht der wichtigste Faktor. Mit an erster Stelle stehen die Motive, die dich antreiben. Von ihnen hängt ab, wie leistungsfähig du bist und wie du mit Hürden und Rückschlägen umgehst.

Was begeistert dich mehr: am Ziel anzukommen oder den Weg zu gehen? Das Ergebnis zu erzielen oder den Prozess zu erleben? Ein Studium ist ein Marathon. Wer vorne mitlaufen möchte, braucht bessere Ziele vor Augen als nur gute Noten und den Abschluss. Freude am Prozess ist extrem wichtig.

Am ersten Tag des Chemiestudiums sagte ein Prof zu uns: »Ihr Tag sollte aus jeweils acht Stunden Schlaf, Studium und Hobby bestehen. Sie werden aber nur dann Erfolg haben, wenn die Chemie ihr Studium und ihr Hobby ist.« Er hatte recht! Und den Grund kennst du bereits: Diejenigen meiner Kommilitonen, die ein wirklich tiefes Interesse an Chemie hatten, konnten gar nicht anders, als auch in ihrer Freizeit miteinander rumzuhängen und ständig über Chemie zu reden. Das war zwar hin und wieder etwas peinlich, aber auch sehr befriedigend. Und es hat sich ausgezahlt.

Innerhalb der »Chemie-ist-mein-Hobby«-Gruppe gab es immer noch große Unterschiede, was die Noten anging. Ein ganz bestimmtes Muster war mir damals bereits aufgefallen, aber welche Kausalität hinter dem Muster steckte, habe ich erst kürzlich begriffen. Die Besten der Besten meines Semesters tranken nur äußerst selten oder niemals Alkohol. Und einige Kommilitonen, die einen Sprung nach vorne schafften, hatten dem Alkohol kurz zuvor abgeschworen. Das war kein Zufall!

Neue Lerninhalte gelangen nicht von jetzt auf gleich ins Langzeitgedächtnis, sondern der Speichervorgang zieht sich über einige Tage hin. Während dieser Zeit sind die Inhalte besonders fragil und reagieren empfindlich auf Alkohol. Der Neurowissenschaftler und Schlafforscher Matthew Walker drückt es so aus: »Alkohol drückt den Löschen-Button!« Es geht hier nicht um Komasaufen. Moderate Mengen Alkohol reichen schon aus, um die Inhalte, die du während der letzten Tage gelernt hast, zu gefährden. Der Grund ist folgender: Alles, was wir tagsüber lernen, landet zunächst in einem temporären Zwischenspeicher, dem Hippocampus. Erst nachts im Schlaf findet die sogenannte Gedächtniskonsolidierung statt, die Übertragung der Inhalte vom Hippocampus ins Langzeitgedächtnis. Alkohol unterdrückt jene Schlafphasen, in denen die Gedächtniskonsolidierung stattfindet. Unter dem Einfluss von Alkohol werden zumindest einige Lerninhalte der letzten Tage aus deinem Hippocampus gelöscht, ohne zuvor vollständig in dein Langzeitgedächtnis übertragen worden zu sein.

Auch Stress und Schlafmangel stören die Gedächtniskonsolidierung. Anstatt am Schlaf zu sparen, damit du mehr Zeit zum Lernen hast, solltest du darauf achten, ausreichend zu schlafen und dich möglichst jeden Tag körperlich zu betätigen, um Stress abzubauen. Es muss kein Hochleistungssport sein – auch ein Spaziergang in der Natur kann deinen Stresspegel deutlich senken.

Es gibt noch weitere Faktoren, die einen entscheidenden Einfluss auf deinen Erfolg im Studium haben: Fokus, Konzentration, Auszeiten und so weiter. Je günstiger diese Lernbedingungen sind, umso weniger Zeit musst du am Schreibtisch oder in der Bibliothek verbringen.

Dass dir dieses Wissen nur dann helfen wird, wenn du es in die Praxis umsetzt, brauche ich dir nicht zu sagen. Aber hast du genug Selbstdisziplin, um das oben Gesagte praktisch umzusetzen? Diese Frage bringt uns zum dritten Bereich, den du meistern musst: die praktische Umsetzung.

 

Praktische Umsetzung

Vermutlich hast du schon davon gehört, dass neun von zehn Personen mit ihren guten Vorsätzen scheitern. Aber weißt du auch, warum das so ist und wie du die Erfolgsquote deutlich steigern kannst?

Die Grundursache für das Scheitern ist immer wieder die gleiche: Die gut gemeinten Vorsätze kommen nicht gegen die bereits bestehenden Verhaltensmuster an. Unsere alten Gewohnheiten, die wir jahrelang geübt haben, sind einfach zu schnell. Erst nachdem das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, fällt uns auf, dass wir ja eigentlich anders handeln wollten.

Dieses Problem tritt insbesondere dann auf, wenn wir unsere Vorsätze als Zielabsichten formulieren: »besser lernen«, »länger schlafen« oder »weniger Alkohol trinken«. Aus Gründen, die mit der Arbeits- und Funktionsweise unseres Gehirns zu tun haben, funktionieren Zielabsichten nicht.

Doch es gibt einen Ausweg: Schon in den 1990er-Jahren haben die beiden Psychologen Peter Gollwitzer und Veronika Brandstädter herausgefunden, dass wir unsere Erfolgsquote deutlich steigern können, indem wir unsere Vorsätze als Handlungsabsichten formulieren:

»Wenn Situation (S) eintritt, dann führe ich Aktion (A) aus.«

Indem du deine Vorsätze auf diese Art und Weise formulierst, sorgst du dafür, dass sie mit deinen alten Gewohnheiten mithalten können.

 

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Was du jetzt für deinen Erfolg im Studium tun solltest

Um deine Aussichten auf Erfolg im Studium zu maximieren, solltest du dich so bald wie möglich um alle drei Bereiche kümmern, denn sie wirken zusammen. Diese Formel veranschaulicht den Synergieeffekt:

Erfolg = (Methoden + Bedingungen) · Umsetzung

Das Pluszeichen zwischen den Methoden und Bedingungen kommt daher, dass du die Effektivität deiner Lernmethoden verstärken kannst, indem du für optimale Lernbedingungen sorgst. Das Multiplikationszeichen am Ende der Formel verdeutlicht, dass dein Erfolg im Studium von der praktischen Umsetzung abhängt. Nur zu wissen, was du tun müsstest, reicht nicht aus – du musst dein Wissen in die Praxis umsetzen. Da ich von der Macht dieser Formel überzeugt bin, habe ich ihr einen vielversprechenden Namen gegeben: »Überflieger-Formel«.

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Bild: © Mikail Duran / unsplash.com
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Autor

Jan Höpker

Dr. Jan Höpker, Jahrgang 1980, ist Autor und Wissenschaftler. Mit seinen Bücher und seinem Blog HabitGym hilft er vielen Menschen dabei, fokussierter und konzentrierter zu leben, zu lernen und zu arbeiten.

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