Was die meisten Studenten bei ihrem BAföG-Antrag falsch machen

Was die meisten Studenten bei ihrem BAföG-Antrag falsch machen

von Luisa Todisco

Damit dein BAföG-Antrag die größten Aussichten auf Erfolg hat, zeigt dir Luisa in diesem Gastartikel, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest...

Das Abitur ist in der Tasche und nun startet der nächste große Lebensabschnitt für dich. Du möchtest studieren. Um dies finanziell möglich zu machen, möchtest du BAföG beantragen. Damit du bei der Beantragung des Antrags keine Fehler machst, die eigentlich vermeidbar sind, möchte ich dir heute die Fehler vorstellen, die Studenten im Hinblick auf das BAföG und dessen Antragsstellung am häufigsten machen.

Zunächst klären wir aber, was BAföG überhaupt ist. Beim BAföG handelt es sich um ein zinsloses Darlehen und einen Zuschuss vom Staat. Das bedeutet, dass du einen Teil des BAföG (ca. die Hälfte) zurückzahlen musst. Sobald deine BAföG-Schulden die 10.000-€-Marke überschreiten, wird der gesamte Rest als Zuschuss vom Staat angesehen. Du wirst also niemals mehr als 10.000 € Schulden haben.

Es lohnt sich somit auf jeden Fall, BAföG zu beantragen, um dir deine Studienzeit leichter zu finanzieren. Was sind also die Fehler, die du vermeiden solltest, wenn du BAföG beantragen möchtest?

 

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Bereits vor dem Antrag aufgeben

Viele Studenten geben bereits vor dem Antrag auf. Sie schrecken zunächst erst einmal die Schulden ab. Das haben wir ja in der Erklärung oben schon einmal kurz angesprochen. Einen Teil der Schulden musst du zurückzahlen, ja, aber einen Großteil nicht. Warum sollte man das nicht in Kauf nehmen, wenn man das Geld benötigt, um ein Studium möglich zu machen?

Um dir die Angst zu nehmen, erkläre ich dir kurz, wie die Rückzahlung funktioniert. Du beginnst erst fünf Jahre nach dem Ende deiner Regelstudienzeit damit, deine BAföG-Schulden zurückzuzahlen. Aktuell müssen 315 € im Quartal zurückgezahlt werden. Wenn du es zu dem Zeitpunkt aber nicht bezahlen kannst, weil du keine Arbeit hast oder nicht genug verdienst, kannst du einen Antrag auf Freistellung stellen und die Rückzahlung weiter nach hinten schieben.

Ein anderer Grund bereits vor dem Antrag aufzugeben ist, dass du der Meinung bist, du bekommst kein BAföG. Du denkst, du hast keinen Anspruch, weil du zu alt bist oder deine Eltern zu viel verdienen. Das ist durchaus häufig ein Grund der Ablehnung des normalen BAföG, allerdings gibt es trotzdem andere Möglichkeiten für dich.

Wenn du bereits über 30 Jahre alt bist, aber dein Abitur später nachgeholt hast, ein Kind bekommen und Erziehungszeiten wahrgenommen hast oder auch, wenn du Wehrdienst geleistet hast, kannst du ggf. trotzdem BAföG beantragen.

Wenn deine Eltern gut verdienen, hast du immer noch die Möglichkeit, ein elternunabhängiges BAföG zu beantragen. Natürlich musst du auch hier bestimmte Bedingungen erfüllen, aber du solltest auf jeden Fall überprüfen, ob du für elternunabhängiges BAföG in Frage kommst.

 

Zeitpunkt der Antragstellung

Der Zeitpunkt der Antragstellung ist ebenfalls entscheidend für die BAföG-Beantragung. Es bringt nichts, den Antrag bereits vor der Zusage der Universität zu senden, da du im Antrag Studienfach, -ort und angestrebten Abschluss angeben musst.

Somit empfehlen wir dir, den Antrag ab Zusage bis max. einem Monat nach Studienbeginn abzusenden. An und für sich, kannst du den Antrag nicht zu spät stellen. Allerdings solltest du beachten, dass die Bearbeitungszeiten nach Studienbeginn länger dauern. Das Geld bekommst du erst nach Annahme deines Antrags und es wird auch nicht rückwirkend bis Studienbeginn gezahlt – nur bis Antragstellung.

 

Ich habe ein Stipendium

Wenn dein Studium komplett durch ein Stipendium, d.h. durch ein Vollstipendium einer der Begabtenförderungswerke, finanziert wird, wirst du tatsächlich kein BAföG erhalten. Wenn du aber nur ein Teilstipendium erhältst, kann es sein, dass du BAföG genehmigt bekommst. In der Regel liegt der Freibetrag hier bei 300 €.

 

Typische Fehler beim Ausfüllen des Antrags

Der Antrag zum BAföG MUSS vollständig ausgefüllt werden. Du darfst keine Felder leer lassen. Wenn du nicht weißt, was in ein bestimmtes Feld hineingeschrieben werden soll, frag beim BAföG-Amt oder in deiner Universität nach.

Ein weiterer typischer Fehler ist es, dass Nachweise oder Unterlagen fehlen. Kontrolliere vor der Abgabe genau, ob du alle notwendigen Nachweise, z.B. Einkommensnachweis deiner Eltern und Immatrikulationsnachweis, korrekt beigefügt hast. Kontrolliere außerdem, ob du deine Unterschrift auch wirklich unter den Antrag gesetzt hast und ob deine Schrift grundsätzlich gut zu lesen ist. Auch wenn du den Antrag online ausfüllst, musst du ihn ausdrucken und unterschreiben.

 

Überschreiten der Freibeträge

Um BAföG zu erhalten, gibt es bestimmte Freibeträge in Bezug auf dein eigenes Vermögen, aber auch in Bezug auf das Einkommen deiner Eltern oder Ehepartner. Alles was diese Freibeträge überschreitet, wird deinem BAföG angerechnet und du bekommst weniger bzw. dein Antrag wird abgelehnt.

Wenn du neben dem Studium arbeiten möchtest, darfst du aktuell 5.400 € im Jahr verdienen. Es spielt dabei keine Rolle ob du 450 € im Monat verdienst oder nur in den Semesterferien arbeitest und dann mehr verdienst.

Des Weiteren wird dein Vermögen z.B. aus Bausparverträgen und Sparbüchern angefragt. Du selbst hast einen Freibetrag von 7.500 € für diese Art von Vermögen. Solltest du verheiratet sein oder Kinder haben, steigt der Freibetrag entsprechend. Informiere dich vor Antragstellung über alle Freibeträge, die für dich wichtig sind.

 

Aktuelles Einkommen der Eltern

Der Antrag verlangt die Angabe des Einkommens der Eltern vom vorletzten Kalenderjahr. Der Grund hierfür ist, dass die Steuererklärung für das vorletzte Jahr definitiv gemacht ist und die Informationen vollständig sind.

Sollte es aber sein, dass deine Eltern nun deutlich weniger verdienen als im vorletzten Jahr, kannst du und solltest du dies unbedingt angeben. Denn, wenn du nichts sagst, kann das BAföG-Amt es auch nicht wissen. Im Formblatt 7 kannst du einen Aktualisierungsantrag stellen. Dann muss das Einkommen für die nächsten 12 Monate geschätzt und hinterher auch nachgewiesen werden. Pass also auf, dass ihr möglichst genau schätzt. Wenn das Einkommen letztendlich nämlich höher ist als geschätzt, musst du den Teil, der dir nicht zustand, zurückzahlen.

 

Falsche Angaben machen

Was, wenn ich einfach andere Angaben zu meinem eigenen Vermögen mache, um unter dem Freibetrag zu bleiben? Das ist eine sehr schlechte Idee. Das BAföG-Amt hat die Erlaubnis deine Angaben mit dem Bundesamt der Finanzen zu vergleichen. Somit fallen Falschangaben so gut wie immer auf und können zu einen Bußgeldverfahren führen. Manchmal, wenn es sich um Straftaten handelt, wird der Fall sogar an den Staatsanwalt abgegeben. Verhandlungen werden zwar meist vorher eingestellt, du solltest dir trotzdem bewusst sein, dass auch das kleinste Schummeln auf dem BAföG-Antrag keinen Sinn macht und nur zu einer Ablehnung führt.

Wenn du Fragen hast oder denkst, dass du während der Antragstellung und dem ganzen Papierkram etwas falsch machst, solltest du dir mal den BAföG-Antragsservice von Studieren Plus anschauen. Wir helfen dir bei der ersten Antragstellung, aber auch bei Anträgen, die über die Regelstudienzeit hinausgehen und beantworten jederzeit all deine Fragen.

 

Bild: © Quinten de Graaf / unsplash.com
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Autor

Luisa Todisco

Luisa studiert Wirtschaftskommunikation in Berlin und befindet sich aktuell im Auslandssemester in Bali mit Kind und Kegel. Auf ihrem Blog studierenplus.de veröffentlicht sie Tipps und Tricks rund um Prüfungsvorbereitung, Studienfinanzierung, Vereinbarkeit vom Studium und über ein individuelle Lebensläufe.

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