Vergiss deine Regelstudienzeit - auf diese 10 Punkte kommt es wirklich an!

Vergiss deine Regelstudienzeit – auf diese 10 Punkte kommt es wirklich an!

von Tim Reichel

Regelstudienzeit wird überbewertet. Sie ist nur eine kleine Kennzahl, die mit einem interessanten Studium wenig zu tun hat. Diese 10 Dinge sind wichtiger...

Zack Zack! Heutzutage muss alles schnell gehen und durchoptimiert sein: Maximal 12 Jahre Schule; dann Abitur und ein kurzer Abstecher an die Uni. Schnell studieren – in Regelstudienzeit natürlich. Aber bitte mit Bestnoten und Empfehlungsschreiben des Professors.

Bloß keine Zeit verlieren. Denn sonst kannst du deine Karriere vergessen und hast eh keine Chance, dich gegen deine Mitbewerber durchzusetzen. Egal an welchem Punkt unserer schulischen oder akademischen Ausbildung wir uns befinden: Wir hetzen. Oder besser gesagt: Wir lassen uns hetzen. Von der Gesellschaft, von den Medien, von den Eltern, von uns selbst.

Doch warum eigentlich?

Ich habe selbst in Regelstudienzeit studiert. Bachelor und Master Wirtschaftsingenieurwesen in Aachen. Erster Jahrgang im neuen System nach Bologna. Einfach war das nicht – und entspannt erst recht nicht. Aber trotzdem war es mir wichtig, in der vorgeschriebenen Zeit fertig zu werden. Das Komische ist: Heute ist es mir egal. Ich freue mich nicht mal mehr über den Vermerk auf meinem Zeugnis. Ich bereue es eher, dass ich für diese blöde Regelstudienzeit tolle Gelegenheiten ausgelassen habe.

Das Auslandssemester in Schweden: Geht leider nicht, würde zu lange dauern. Das zusätzliche Praktikum in der Forschungsabteilung für Hochleistungswerkstoffe: Geht leider nicht, steht nicht im Studienplan. Die beiden Zusatzkurse, bei der Professorin, für die ich 5 Nächte am Stück durchgearbeitet hätte: Geht leider nicht, liegt nicht im passenden Semester.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto stärker ärgere ich mich über meine Entscheidung von damals. Ich habe eine scheinbar wichtige Auszeichnung einer individuellen Ausbildung mit interessanten Zusatzqualifikationen vorgezogen. Egal, was kam: Regelstudienzeit ging vor.

Heute weiß ich es besser.

 

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Diese 10 Dinge sind wichtiger als deine Regelstudienzeit

Regelstudienzeit wird überbewertet. Sie ist nur eine Kennzahl, die mit einem interessanten und wertvollen Studium herzlich wenig zu tun hat. Das Problem ist: Viele Studenten wissen das nicht und lassen sich von dieser Angabe vorschreiben, wie sie zu studieren haben.

Die Folge davon ist, dass unsere Hochschulen Hochleistungsabsolventen erzeugen, die auf dem Papier einen makellosen Studienverlauf vorweisen können. Nur leider ohne interessante Zwischenstationen, ohne Zusatz-Know-How und ohne Ecken und Kanten. Ein großer Einheitsbrei, ohne Individualität aber dafür immerhin langweilig.

Dabei gibt es viele Dinge, die wichtiger sind als die Einhaltung der Regelstudienzeit und dir nachhaltig mehr Glück, Zufriedenheit und Erfolg im Leben bringen.

Die 10 wichtigsten Punkte habe ich für dich aufgeschrieben:

 

#1 Du findest heraus, was dir Spaß macht

Dein Studium ist keine schnelle Nummer für zwischendurch, die nur dazu da ist, damit du mal eben einen Hochschulabschluss abstauben kannst. Es ist ein wichtiger Abschnitt in deinem Leben und soll zu deiner persönlichen Entwicklung beitragen.

Während deiner Zeit an der Uni wirst du vor verschiedene Herausforderungen gestellt und lernst dich selber besser kennen. Nutze diese Zeit, um herauszufinden, was du wirklich möchtest und finde deine Leidenschaft.

 

#2 Du findest heraus, was dir keinen Spaß macht

Anders herum gilt das natürlich genauso: Du wirst beim Studieren auch schlechte Erfahrungen machen und dir denken: „Das ist nichts für mich.“ oder „Das mache ich so nicht nochmal.“

Aber genau diese Erfahrungen sind wertvoll für dich und deinen weiteren Weg. Nur so kannst du eingrenzen, was du nach deinem Studium machen möchtest.

 

#3 Du lernst eigenständiges Arbeiten

Viele Studiengänge sind starr organisiert und haben einen straffen Studienverlaufsplan als Grundlage. Dabei wird dir ganz detailliert vorgegeben, was du wie zu tun hast. Wenn du es schaffst aus dieser Massenabfertigung auszubrechen und dich auf eigene Faust durchzuschlagen, wirst du eines: Eigenständig.

Eigenständiges Arbeiten kommt bei vielen Studenten und Absolventen zu kurz. Sie sind gut in der Ausführung, aber haben ein furchtbares Selbstmanagement. Mach du es besser!

 

#4 Du sammelst praktische Erfahrungen

Um die Regelstudienzeit mit halbwegs passablen Noten einhalten zu können, verzichten viele Studenten auf einen Nebenjob oder ein zusätzliches Praktikum. Dadurch verläuft das Studium zwar etwas schneller, doch es bleibt dafür überwiegend theoretisch.

An sich ist das nicht schlimm, denn ein Studium ist nun mal eine akademische Ausbildung. Praktische Erfahrungen sind aber nicht nur hilfreich für deinen späteren Berufseinstieg, sondern auch eine tolle Möglichkeit für dich, die eigenen Stärken und Schwächen herauszufinden.

 

#5 Du machst Fehler und lernst daraus

Kurze Frage an dich: Welche Menschen sind stärker: Die, die nie Gegenwind hatten und bei denen es immer glatt lief? Oder die, die zwischendurch hingefallen aber wieder aufgestanden und trotzdem ins Ziel gekommen sind?

Studieren ist ein großer Lernprozess. Und da gehören Fehler einfach dazu. Wichtig ist nur, dass du aus deinen Fehlern lernst und weitermachst.

 

#6 Du baust dir ein großes und starkes Netzwerk auf

Beziehungen sind mindestens genauso wichtig wie Know-How. Je höher du später im Beruf aufsteigst, desto wichtiger wird dein Netzwerk. Darum solltest du so früh wie möglich damit anfangen, dein Netzwerk auf- und auszubauen.

Dein Studium ist die perfekte Gelegenheit dazu. Denn nirgendwo sonst wirst du so viele angehende Entscheidungsträger aus deiner Branche über einen längeren Zeitraum intensiv kennenlernen.

 

#7 Du sammelst Auslandserfahrung

Anstatt zwanghaft in Regelstudienzeit fertig zu werden, kannst du dein Studium auch dazu nutzen, um dir die große, weite Welt etwas genauer anzusehen. Ich meine damit nicht, dass du deine Zeit betrunken an irgendwelchen Stränden verschwenden sollst. Ich spreche von Auslandserfahrungen, die dich weiterbringen.

Baue deshalb ein Auslandssemester in deinen Studienverlaufsplan ein und studiere für ein oder zwei Semester an einer fremden Hochschule. Lerne andere Kulturen kennen und lerne eine Fremdsprache.

 

#8 Du engagierst dich außerhalb deines Studiums

Wenn ein Praktikum oder ein Auslandsaufenthalt nicht für dich in Frage kommen, kannst du dich auch ehrenamtlich oder auf Honorarbasis neben deinem Studium einbringen.

Tritt deiner Fachschaft, dem AStA oder einer Partei bei. Engagiere dich von mir aus auch in deiner Gemeinde oder einer Umweltorganisation. Das zeugt von sozialer Kompetenz.

 

#9 Du schreibst eine richtig gute Abschlussarbeit

Am Ende deines Studium steht deine Abschlussarbeit an: Deine bisher größte und anspruchsvollste Herausforderung. Die letzte Prüfungsleistung in deinem Studium – und die muss richtig gut werden.

Ich kenne viele Studenten, die bei Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit am Ende schluderig sind, nur damit sie noch rechtzeitig fertig werden und in Regelstudienzeit abgeben können. Darunter leidet dann nicht nur die Qualität der Arbeit, sondern vor allem auch die Note.

 

#10 Du lernst, Verantwortung zu übernehmen

Wenn du dich traust, dein Studium individuell zu gestalten und dir Freiheiten zu nehmen, förderst du nicht nur dein Organisationstalent. Du lernst auch, was es heißt Verantwortung für dein Handeln zu übernehmen.

Du wirst schwierige Entscheidungen treffen müssen und vielleicht auch hin und wieder Fehler machen. Aber mit der Zeit wirst du dich daran gewöhnen. Es wird eine Entwicklung bei dir einsetzen, die dich zu einem selbstständigen und selbstbewussten Menschen macht. Und zwar schneller als durch jeden starren Studiengang.

 

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Fazit

Deine Regelstudienzeit ist nicht so wichtig, wie du vielleicht denkst. Eigentlich ist sie gar nicht wichtig, sondern nichts weiter als ein politisches Instrument, um dich möglichst schnell und effizient durch ein Studium zu jagen.

Was dabei auf der Strecke bleibt: Du. Du und deine individuelle Ausbildung.

Lass dich nicht von der Regelstudienzeit verrückt machen und zu stark unter Druck setzen. Sie ist nur eine kleine Kennzahl und keine Pflicht, die du um jeden Preis erfüllen musst.

Es schadet sicher nicht, wenn du sie einhältst; aber ich bin mir sicher, es schadet dir nachhaltig, wenn du sie zwanghaft erreichen möchtest und deswegen auf einmalige Chancen verzichtest. Ich habe das so gemacht und weiß, wovon ich spreche.

Aber wenn ich dir durch meine Erfahrung helfen oder dich wenigstens kurz zum Nachdenken bringen kann, dann hatten die 10 Semester im Dauersprint doch etwas, auf das ich stolz sein kann.

 

Bild: © Ryan McGuire / gratisography.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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