Dein Auslandssemester im Studium - Wie? Wann? Wohin? - studienscheiss.de

Dein Auslandssemester im Studium – Wie? Wann? Wohin?

von Tim Reichel

Ein Semester lang die Strände Australiens genießen, die spanische Mentalität leben, sich asiatische Delikatessen schmecken lassen oder den amerikanischen Kontinent durchqueren.

Viele Studentinnen und Studenten träumen von einem Auslandssemester und brennen darauf, sich diesen Wunsch zu erfüllen.

Doch solch ein Auslandsaufenthalt ist mit großem organisatorischem Aufwand und viel Arbeit verbunden. Neben der Planung von Reise, Unterkunft und Finanzierung müssen vor allem auch die bürokratischen und studientechnischen Details mit deiner Universität geklärt werden.

Bevor du also in dein Auslandssemester starten kannst, warten zahlreiche Behördengänge, langweilige Fachgespräche und verwirrende Formulare auf dich. Ist das nicht wunderbar?

Nein, ist es nicht! Aber keine Sorge: Ich helfe dir!

 

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Dein Auslandssemester – DAS sind die richtigen Fragen

Wie findest du dich also im Bürokratiedschungel deutscher Unis zurecht? Die Hindernisse bei der Planung deines Auslandssemesters sind zwar vielschichtig und komplex, aber mit der richtigen Herangehensweise leicht zu überwinden.

Besonders wichtig: Die passenden Informationen finden. Nur mit einem soliden Grundwissen über die verschiedenen Möglichkeiten, kannst du entscheiden, wie du deinen Auslandsaufenthalt gestaltet möchtest.

Alles hängt davon ab, wie du drei Fragen in Bezug auf dein Auslandssemester beantwortest:

  • Wie?
  • Wann?
  • Wohin?

Aber sehen wir uns die drei Fragen und mögliche Antworten der Reihe nach an.

 

Wie?

Die Beantwortung der Frage nach dem Wie ist für dich von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Zeit im Ausland. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, ein Auslandssemester zu gestalten. Prinzipiell kannst du zwischen diesen drei Alternativen wählen:

  • Im Ausland studieren
  • An einem Forschungsprojekt mitarbeiten
  • Ein Praktikum in einem Unternehmen absolvieren

 

Auslandsstudium

Du findest das Leben als Student gerade mega toll und möchtest auch im Ausland nichts daran ändern? Dann ist ein Auslandsstudium genau das Richtige für dich!

Du nimmst mit den Studierenden deiner Gasthochschule gemeinsam an Vorlesungen, Seminaren oder Übungen teil und lernst ganz nebenbei neue Leute und eine andere Kultur kennen. Auch das typische Studentenleben deiner Gastgeber nach der Uni oder am Wochenende könnte durchaus interessant werden …

Im Folgenden zeige ich dir die besten Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen, um ein Auslandsstudium zu organisieren:

 

ERASMUS+

ERASMUS+ ist ein Austauschprogramm der europäischen Kommission. Sehr viele deutsche Universitäten und Hochschulen beteiligen sich daran, indem Fachbereiche bilaterale Abkommen mit entsprechenden Fachbereichen an anderen europäischen Hochschulen abschließen. Auf diese Weise kannst du für ein bis zwei Semester an einer Partneruniversität deines Fachbereiches studieren.

Einige Vorteile von ERASMUS+ sind:

  • Die Studiengebühren an der Partneruniversität entfallen und müssen nicht gezahlt werden
  • Du erhältst eine monatliche finanzielle Unterstützung
  • Eine gesicherte Betreuung zu Hause und vor Ort
  • Die Anerkennung von Studienleistungen ist gut organisiert

 

Hochschulpartnerschaften

Wenn deine Heimathochschule einen Vertrag mit einer ausländischen Hochschule über den Austausch von Studierenden geschlossen hat, spricht man von Hochschulpartnerschaften, -abkommen oder -kooperationen.

Wenn du dein Auslandsstudium über solch eine Verbindung organisierst, entfallen oftmals die Studiengebühren. Allerdings ist in der Regel kein Stipendium eingeschlossen. Die Plätze werden an den meisten Unis von einer zentralen Einrichtung (International Office / Akademisches Auslandsamt etc.) vergeben und sind aus Studierendensicht heiß begehrt. Die Bewerbungsfrist endet im Normalfall mindestens ein Jahr vor deiner geplanten Abreise.

 

Fakultätskooperationen

Fakultätskooperationen funktionieren so ähnlich wie Hochschulpartnerschaften, nur eben auf Ebene der Fachbereiche.

Die Vergabe von Studienplätzen wird entweder zentral organisiert oder läuft direkt über die Fakultät. Am besten fragst du deinen Auslandskoordinator nach vorhandenen Kooperationen und möglichen Vergabeverfahren.

 

Private Organisationen

Du hast die Bewerbungsfrist verpasst? Dein Wunschland oder deine Wunschuniversität ist kein strategischer Partner deiner Heimatuniversität? Du erfüllst die Voraussetzungen für eine Bewerbung auf Austauschplätze deiner Uni nicht?

Mhm, blöd. Aber eine Alternative gibt es da noch…

Wenn du keine öffentlichen oder universitären Einrichtungen für die Organisation deines Auslandsstudiums nutzen kannst, besteht die Möglichkeit, dass du dich privat an einer Uni im Ausland bewirbst. Dabei kannst du auch auf die Hilfe einer privaten Organisation zurückgreifen, die dich in deinem Bewerbungsprozess unterstützt.

Ein kleiner Nachteil ist, dass du die Studiengebühren im Ausland selbst zahlen musst. Wenn du allerdings Auslands-BAföG erhältst oder für ein Stipendium in Frage kommst, muss dies kein Ausschlusskriterium für dich sein.

 

Forschungsaufenthalt im Ausland

Während es beim Auslandsstudium noch große Parallelen zwischen den zur Verfügung stehenden Programmen an den einzelnen Unis gibt, ist dies bei einem Forschungsaufenthalt schon viel individueller. Wenn bei dir gerade eine Studienarbeit ansteht oder du dich einfach dafür interessierst, eine Zeit lang in einem internationalen Team von Wissenschaftlern zu arbeiten, ist ein Forschungsaufenthalt die perfekte Alternative für dich!

 

Forschungskooperationen

Die meisten deutschen Hochschulen pflegen im Bereich Forschung zahlreiche Kooperationen mit Partnerhochschulen im europäischen und außereuropäischen Ausland. Diese können ähnlich wie bei Studienaustauschprogrammen zentral oder auf Fakultätsebene verwaltet werden.

Vereinzelt gibt es auch Zusammenschlüsse mehrerer Unis, die dann den gemeinsamen Studierenden offen stehen.

Tipp zur Bürokratievermeidung: Sprich deine Professoren direkt an!

Du hast eine Lieblingsprofessorin oder einen Lieblingsprofessor? Oder: Du hast dich schon für eine bestimmte Studien- oder Vertiefungsrichtung entschiedenen und einen guten Draht zu deinen Prüfern? Prima! Denn deine Professoren pflegen fast immer Spitzenkontakte zu Kolleginnen und Kollegen im Ausland und können dich vielleicht vermitteln!

 

Hochschulspezifische Programme

An einigen Unis gibt es spezielle Programme zur Förderung und Organisation eines Forschungsaufenthalts von Studierenden im Ausland. Ein Beispiel dafür ist das UROP Abroad Programm der RWTH Aachen. Mit diesem Programm werden Forschungsaufenthalte von Bachelorstudierenden nach Nordamerika gefördert.

 

Praktika in einem ausländischen Unternehmen

Ein Praktikum im Ausland zu organisieren, ist vielleicht die komplizierteste der drei aufgeführten Möglichkeiten. Dafür wirst du allerdings auch belohnt, denn: Arbeiten in einem multikulturellen Team in einem international agierenden Unternehmen? Das macht schon etwas her! Dein Lebenslauf wird durch diese Station ordentlich aufpoliert.

Außerdem gewinnst du tolle Erfahrungen und verdienst Kohle.

Sollte in deinem Studienplan ohnehin ein integriertes Praktikum vorgesehen sein, kannst du diese beiden Dinge perfekt miteinander verbinden.

Und so organisierst du dein Auslandspraktikum:

 

ERASMUS+

ERASMUS+ ist nicht nur ein Programm für Studienaufenthalte, sondern auch für Praktika in Unternehmen im europäischen Ausland. Hier gibt es allerdings keine feststehenden Kooperationen zwischen deinem Fachbereich und dem internationalen Unternehmen.

Vielmehr organisierst du dir deinen Praktikumsplatz selbst und bewirbst dich danach auf ein ERASMUS+ Stipendium.

 

Studentische Organisationen

Die zwei bekanntesten studentischen Organisationen, die unter bestimmten Voraussetzungen Praktika im Ausland vermitteln, sind:

  • AISEC e.V.
  • IAESTE

AISEC ist dabei schwerpunktmäßig wirtschaftswissenschaftlich bzw. sozial orientiert, IAESTE eher natur- und ingenieurwissenschaftlich. Am besten erkundigst du dich online auf den Webseiten der entsprechenden Organisation oder du schaust direkt für ein persönliches Beratungsgespräch vorbei.

 

Private Organisationen

Es gibt eine ganze Reihe privater Organisationen, die Praktika für Studierende ins Ausland vermitteln. Zum Teil verlangen diese Agenturen allerdings horrende Gebühren für mehr oder weniger geeignete Praktikumsplätze.

Hier solltest du also besonders vorsichtig sein! Schau dir die jeweilige Agentur genau an, informiere dich ausführlich und lies verschiedene Erfahrungsberichte, bevor du dein Geld investierst.

Auch in Bezug auf Praktikumsplätze kann es übrigens nicht schaden, deine Professorinnen und Professoren direkt anzusprechen. Möglicherweise kennt jemand jemanden, der jemanden kennt …

 

Wann?

Der richtige Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt kann sehr entscheidend für ein erfolgreiches Studium sein und ist daher von großer Bedeutung. Wann dieser Zeitpunkt ist und wie du dein Auslandssemester am besten in dein Studium einbauen kannst, hängt von diversen Faktoren ab.

Eine große Rolle spielen die Studienabschnitte (Bachelor oder Master), Semesterzeiten der ausländischen Unis, Mobilitätsfenster in deinem Studienverlaufsplan und natürlich der Start deiner Planung. Wenn du also den Zeitpunkt deines Auslandssemesters planen möchtest, könnte deine Checkliste so aussehen:

  • Wann (in welchem Studienabschnitt) will ich ins Ausland?
  • Wann läuft das Semester der ausländischen Uni?
  • Wann ist das Mobilitätsfenster in meinem Studiengang? Gibt es eins?
  • Wann sollte ich mit der Planung beginnen?

 

In welchem Studienabschnitt? Bachelor oder Master?

Hast du dich auch schon gefragt, wann du am sinnvollsten dein Auslandssemester einlegen sollst? Lieber im Bachelor? Oder doch eher später im Master?

Diese Frage ist natürlich nicht pauschal zu beantworten und hängt ganz individuell von dir und deinem Studium ab. Ein paar Ratschläge und allgemeine Hinweise gebe ich dir aber an die Hand.

Fest steht, dass einige Bachelorstudiengänge (besonders in den Ingenieur- und Naturwissenschaften) so mit Lehrveranstaltungen vollgestopft sind, dass ein Auslandssemester nur schwer in den Studienverlauf zu integrieren ist. In solchen Fällen ist es ratsamer, das Auslandsemester in den Master zu legen.

Auch die Anrechenbarkeit von Kursen ist manchmal bei den Grundlagenveranstaltungen der ersten Semester komplizierter als bei den Wahlveranstaltungen im fortgeschrittenen Studium.

Die allererste Regel lautet deshalb: Lies deine Prüfungsordnung, schau dir deinen Studienverlaufsplan an und sprich mit deinem Fachbetreuer und Auslandskoordinator!

Das ist zwar anstrengend und kostet Zeit, sollte sich aber am Ende für dich lohnen.

Auch auf dich selbst kommt es an: Kommst du mit deinem Studium zu Hause gut klar? Bestehst du die Klausuren in aller Regel oder hast du gerade zig Prüfungen aus den letzten Semestern angesammelt?

Im Zweifel solltest du diese erst reduzieren, bevor du dich an die Planung für ein Auslandssemester begibst, denn auch eine solche Planung braucht Zeit.

Schaue auch, ob dein Wunschprogramm für Bachelor- und Masterstudierende gedacht ist. Manche Austauschprogramme stehen nur den einen oder anderen Studienabschnitten zur Verfügung.

Wenn du ganz frei in deiner Entscheidung bist (also dein Studienfortschritt stimmt, deine Prüfungsordnung nichts festschreibt oder empfiehlt und das Programm dich nicht einschränkt) empfehle ich dir die Zeit zwischen den letzten beiden Semestern des Bachelorstudienganges und den ersten beiden Mastersemestern.

Erfahrungsgemäß sollte hier ein Auslandssemester recht gut in die meisten Studienpläne passen. Auch als Überbrückung zwischen Bachelor und Master ist ein Auslandsaufenthalt gut denkbar. Allerdings musst du hier beachten, dass du für viele Programme an einer deutschen Hochschule eingeschrieben sein musst.

 

Mobilitätsfenster

Zum Verständnis: Das Mobilitätsfenster in einem Studienverlaufsplan ist der vorgesehene Zeitraum für ein Auslandssemester.

Wenn du zu den Studierenden gehörst, in deren Verlaufsplan ein so genanntes Mobilitätsfenster ausgewiesen wird, kannst du dich recht glücklich schätzen. Denn dir wird die Entscheidung, wann du ins Ausland gehst, quasi abgenommen oder zumindest erleichtert.

Ein Mobilitätsfenster kann bedeuten, dass es in deinem Studiengang ein Semester gibt, in dem du und alle deine Kommilitonen zeitgleich ins Ausland gehen (müssen). Dann handelt es sich sozusagen um einen verpflichtenden Auslandsaufenthalt im Studium.

In den meisten Fällen ist das Mobilitätsfenster aber als Empfehlung zu verstehen. Dann beschreibt es den am besten geeigneten Zeitpunkt für einen Auslandsaufenthalt im Rahmen deines Studiums. Meist basiert diese Empfehlung deines Prüfungsausschusses auf Erfahrungswerten. Dazu werden grundsätzliche Überlegungen zum Studienfortschritt und zur Anrechenbarkeit von Studienleistungen herangezogen. Es wäre also gar nicht so dumm dieser Empfehlung zu folgen.

 

Semesterzeiten an ausländischen Unis

Die Semesterzeiten können im internationalen Vergleich stark variieren. Du musst die Semestertermine deiner Wunsch-Austausch-Uni daher genau kennen, um dein Auslandssemester sinnvoll planen zu können.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht und ein paar Richtwerte für beliebte Auslandssemester-Ziele für dich zusammengestellt:

  • Australien:  Februar – Juni  |  Juli – November
  • Neuseeland:  Februar/März – Juni/Juli  |  Juli/August – November/Dezember
  • USA:  Januar – Mai  |  August – Dezember
  • Asien:  je nach Land!
  • Südamerika:  März – Juli  |  August – Dezember
  • Skandinavien:  August – Dezember  |  Januar/Februar – Mai/Juni
  • Großbritannien:  September – Dezember  |  Januar – Mai
  • Spanien:  Oktober – Februar  |  Februar – Juni
  • Frankreich:  Oktober – Februar  |  Februar – Juni

Achtung: Je nach Land können die Semesterzeiten auch noch einmal je Uni variieren!

Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn an der gewünschten Partner-Uni Trimester statt Semester angeboten werden. Es ist also nötig, dass du dich direkt bei der gewünschten Austausch-Uni nach den Semesterzeiten erkundigst.

 

Planungsbeginn

Auch bei einem Auslandssemester gilt: Gute Planung ist das A und O! Ich wiederhole mich jetzt zwar, aber du solltest so früh wie irgendwie möglich mit der Planung deines Auslandsaufenthaltes anfangen!

Am besten beginnst du die Planung deines Auslandssemesters 1,5 Jahre, bevor du wirklich weg sein willst.

Ja, so früh!

Denn nur dann kannst du alle Fristen für Programme, Stipendien etc. einhalten und das Maximum aus deinem Auslandssemester herausholen. Klar, gibt es Möglichkeiten auch viel kurzfristiger ins Ausland zu kommen. Nur eventuell gibt es dann genau die Möglichkeit, die dich am meisten interessiert hätte, nicht mehr und du musst nehmen, was übrig bleibt.

Neben der Einhaltung der Fristen, hat eine frühe Planung noch einen weiteren Vorteil: Du kannst deinen Studienverlauf recht flexibel anpassen, wenn dies nötig ist. Wie du an den Semesterzeiten gesehen hast, überschneidet sich der Semesterbeginn im Ausland häufig mit deiner Klausurphase. Deswegen ist es wichtig, dich frühzeitig (mit deinem Fachbetreuer) um eine Korrektur des Studienverlaufsplans und gegebenenfalls um Anträge an deinen Prüfungsausschuss (auf Aussetzen der Klausur, Verschieben der Klausur, Schreiben der Klausur zum Wiederholungstermin etc.) zu kümmern.

Auf diese Weise verlierst du keine Zeit und hast den Kopf frei für eine wunderbare Zeit an einer ausländischen Uni.

 

Wohin?

Wohin soll‘s gehen? Oder anders: Wo möchtest du dein Auslandssemester verbringen?

Damit für deine Planung etwas Licht ins Dunkle kommt, möchte ich dir zum Schluss einige mögliche Orte für deinen Auslandsaufenthalt zeigen und habe dafür eine kleine Übersicht für dich zusammengestellt.

Ich beschäftige mich dabei schwerpunktmäßig mit verschiedenen Studienorten in Europa und Übersee und gehe zum Schluss noch einmal auf die unterschiedlichen Sprachräume ein.

 

Die Frage der Fragen: Europa oder Übersee?

Hast du dir schon grundsätzlich überlegt, wo ein Auslandssemester für dich in Frage kommt? Möchtest du eher weit weg oder doch lieber in der Nähe bleiben?

In erster Linie ist die Entscheidung in Europa zu bleiben oder den Schritt über den großen Teich zu wagen Geschmacksache: Einige möchten in eine komplett neue Welt eintauchen – andere bevorzugen einen kürzeren Weg nach Hause und geringere Flugzeiten.

Wie so oft hängt die Frage nach dem Wohin auch vom Geld ab: Möchtest du zum Beispiel ein Auslandssemester an einer australischen Universität verbringen und musst alles privat organisieren, so kommen alleine schon wegen der Studiengebühren hohe Kosten auf dich zu. Das kann natürlich auch ganz anders aussehen, wenn deine Uni ein Austauschprogramm oder entsprechende Stipendien anbietet.

Anderer Fall: Du hast vor, ein Semester lang in Osteuropa zu studieren. Deine Uni hat bereits eine passende Partnerhochschule für dich ausgewählt und es fallen keine Studiengebühren an. Hört sich finanzierbar an, oder?

Wie du siehst, ist die Wahl deines Austauschlandes nicht nur abhängig vom Angebot und der Vernetzung deiner Uni, sondern auch häufig eine Kosten- bzw. Finanzierungsfrage.

 

Europa

Damit du dir auf europäischer Ebene einen Überklick verschaffen kannst, habe ich die beliebtesten Regionen für ein Auslandssemester für dich unter die Lupe genommen. Im Folgenden kannst du dir dazu eine vergleichende Übersicht zu den wichtigsten Bewertungskriterien anschauen:

 

Großbritannien

Sprache

Mit Englisch kommt man logischerweise prima zurecht.

Lebenshaltungskosten

Hoch. Großbritannien ist teuer. Es kommt aber sehr auf die Stadt an.

Lernkultur

Eher kleinere Gruppen, intensive Auseinandersetzung mit dem Stoff über das Semester hinweg.

Reputation der Universitäten

Sehr hoch, acht Universitäten auf den Plätzen 1-50 des World Reputation Rankings 2015.

Wetter

Naja.

Landschaft

Sehr unterschiedlich. Von urban bis naturbelassen.

Studiengebühren

Im Schnitt sehr hoch.

 

Skandinavien

Sprache

An der Uni und im Alltag kommt man mit Englisch sehr gut durch.

Lebenshaltungskosten

Sehr hoch. Das Leben in Skandinavien ist teuer.

Lernkultur

Inhaltliche Blöcke, studentische Projekte, semesterbegleitendes Lernen.

Reputation der Universitäten

Hoch, vier Universitäten auf den Plätzen 1-100 des World Reputation Rankings 2015.

Wetter

Naja.

Landschaft

Etwas für Naturliebhaber, aber auch tolle Städte.

Studiengebühren

Im Schnitt sehr hoch.

 

Südeuropa

Sprache

Man sollte die Landessprache können. An den Unis gibt es meist ein kleineres/mittleres englischsprachiges Angebot.

Lebenshaltungskosten

Mittel bis hoch. Es kommt sehr auf die Region an.

Lernkultur

Ähnlich der deutschen, aber ergänzt durch semesterbegleitendes Lernen.

Reputation der Universitäten

Viele Top-Unis aus Südeuropa auf den Plätzen 1-100 des World Reputation Rankings 2015.

Wetter

Gut, je südlicher desto sonniger (besser) natürlich.

Landschaft

Sehr unterschiedlich: Städte, Berge, Strand… alles dabei.

Studiengebühren

Auf mittlerem Niveau.

 

Osteuropa

Sprache

Man sollte die Landessprache können. An den Unis gibt es meist ein gutes englischsprachiges Angebot.

Lebenshaltungskosten

Gering bis mittel. Es kommt sehr auf die Region an.

Lernkultur

Ähnlich der deutschen.

Reputation der Universitäten

Keine Universität ist auf den Plätzen 1-100 des World Reputation Rankings 2015.

Wetter

Naja.

Landschaft

Aufstrebende Städte mit Geschichte, landschaftlich divers.

Studiengebühren

Im Schnitt eher gering.

 

Übersee

Natürlich habe ich mir auch die beliebtesten Regionen außerhalb von Europa für dich angesehen und eine persönliche Bewertung vorgenommen. Hier kommt die Übersicht:

 

Australien/Neuseeland

Sprache

Mit Englisch kommt man prima zurecht.

Lebenshaltungskosten

Sehr hoch. Im  Zweifel lieber konservativ planen.

Lernkultur

Kleinere Gruppen, semesterbegleitendes Lernen.

Reputation der Universitäten

Hoch, fünf australische Universitäten auf den Plätzen 1-100 des World Reputation Rankings 2015.

Wetter

Gut, regional unterschiedlich. Aufpassen: Im Winter ist dort Sommer.

Landschaft

Sehr reizvoll.

Visum

Nötig. Unbedingt dran denken.[/

Studiengebühren

Im Schnitt sehr hoch.

 

USA/Kanada

Sprache

Mit Englisch kommt man prima zurecht.

Lebenshaltungskosten

Mittel bis hoch. Die Höhe der Kosten hängt auch vom Stadtort ab.

Lernkultur

Kleinere Gruppen, semesterbegleitendes Lernen.

Reputation der Universitäten

Sehr hoch, 25 US und drei kanadische Universitäten auf den Plätzen 1-50 des World Reputation Rankings 2015.

Wetter

Regional sehr unterschiedlich.

Landschaft

Karg bis sehr reizvoll.

Visum

Nötig. Unbedingt dran denken.

Studiengebühren

Im Schnitt sehr hoch. An den bekannten Elite-Unis sehr sehr hoch.

 

Südamerika

Sprache

Man sollte die Landessprache können. An den Unis gibt es meist ein kleineres/mittleres englischsprachiges Angebot.

Lebenshaltungskosten

Auf mittlerem Niveau.

Lernkultur

Sehr unterschiedliche Erfahrungsberichte.

Reputation der Universitäten

Keine Universität ist auf den Plätzen 1-100 des World Reputation Rankings 2015.

Wetter

Gut, regional sehr unterschiedlich.

Landschaft

Sehr unterschiedlich: Städte, Berge, Dschungel, Strand…

Visum

Nötig. Unbedingt dran denken.

Studiengebühren

Im Schnitt mittel bis hoch.

 

Asien

Sprache

Man sollte die Landessprache ansatzweise können. An den Unis gibt es meist ein großes englischsprachiges Angebot.

Lebenshaltungskosten

Auf mittlerem Niveau.

Lernkultur

Sehr unterschiedliche Erfahrungsberichte. Stark leistungsorientiert.

Reputation der Universitäten

Hoch, neun Universitäten (China, Japan, Singapur, Taiwan) auf den Plätzen 1-100 des World Reputation Rankings 2015.

Wetter

Regional sehr unterschiedlich.

Landschaft

Naturbelassen bis sehr industrialisiert. Sehr divers.

Visum

Nötig. Unbedingt dran denken.

Studiengebühren

Im Schnitt sehr hoch.

 

Nur damit du mich nicht falsch verstehst: Die Zusammenstellung und Bewertung beruht auf persönlichen Erfahrungen und ist in Zusammenarbeit mit Studenten entstanden. Die Übersicht ist deswegen natürlich subjektiv geprägt und soll lediglich einer ersten Orientierung dienen.

 

Sprachraum: Lass uns über die Sprache sprechen

Ich stelle immer wieder fest: Viele Studenten möchten gerne ins englischsprachige Ausland gehen.

Und das ist auch verständlich, denn Englisch ist Welt- und Wissenschaftssprache und außerdem beherrschen die meisten es wohl doch irgendwie besser als die anderen Sprachen, die man irgendwann mal gelernt hat.

Bei der Planung deines Austauschsemesters solltest du jedoch berücksichtigen, dass es an den meisten deutschen Universitäten nicht sooo viele institutionalisierte Austauschmöglichkeiten mit Partnerunis im englischsprachigen Raum gibt. Meist übersteigt die Nachfrage das Angebot.

Über den Tellerrand zu schauen, kann sich also durchaus lohnen. Der Erwerb einer zweiten Fremdsprache kann positiv auf den zukünftigen Arbeitgeber wirken und deinen Lebenslauf massiv aufbessern.

 

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Fazit

Nun weißt du, auf was du bei der Planung deines Auslandsemesters achten musst. Du weißt, dass du für dich die Fragen nach dem Wie, Wann und Wohin beantworten musst und hast einige Aspekte kennengelernt, die es dabei zu beachten gilt. Es kommt stark auf das Zusammenspiel aller Faktoren an, was wiederum eine kluge Organisation deines Auslandsaufenthalts notwendig macht.

Du kannst keine der drei Fragen unabhängig voneinander beantworten. Im Gegenteil – Alles hängt voneinander ab: So nimmt zum Beispiel der Zeitpunkt im Studium Einfluss auf die gewählte Aufenthaltsmöglichkeit (also Studium, Praktikum oder Forschung). Die jeweiligen Semesterzeiten im Ausland sind sicherlich mitentscheidend für die Ortswahl und so weiter.

Doch trotz des hohen und erst einmal abschreckenden Organisationsaufwandes: Ein Auslandssemester ist eine tolle Sache und kann zu einer der besten Erfahrungen in deinem Leben werden. Daher lohnt es sich für dich, dich durch das Dickicht an Informationen, Formularen und Anträgen zu wühlen.

Immerhin ist es so, dass die vielleicht beste Zeit deines Lebens auf dich wartet. Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute für die Planung deines Auslandssemesters und hoffe, dass du eine tolle Zeit im Ausland verbringst!

 

Bild: © Slava Bowman / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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