7 Wege, wie Studenten ihre Zeit verschwenden, ohne es zu merken

Tim Reichel

Wenn es eine Sache gibt, die Studenten besonders gut können, dann Zeit verschwenden. Hier kommen die 7 häufigsten Ursachen für Zeitverschwendung im Studium.

Bild: Ryan McGuire / gratisography.com

Wenn es eine Sache gibt, die Studenten besonders gut können, dann ist es Zeitverschwendung.

Jeder von uns verschwendet Zeit: In der unnötigen Vorlesung, beim unproduktiven Lernen oder durch Ablenkungen im Alltag. Wir alle haben unsere Baustellen und verdödeln täglich mehrere Stunden. Stunden, die uns am Ende fehlen und zurückwerfen.

Du bist dabei keine Ausnahme.

Das Problem ist nur: Wie wir unsere Zeit verschwenden ist nicht immer offensichtlich. Oft bekommen wir gar nicht mit, wenn wir gerade unproduktiven Quatsch machen und unsere guten Vorsätze links liegen lassen.

Darum habe ich in diesem Artikel sieben häufige Zeitfresser für dich zusammengestellt, die gerne übersehen werden und dein Zeitmanagement im Studium aushebeln.

 

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Wie Studenten Zeit verschwenden, ohne es zu merken

Zeit verschwenden ist ein großes Problem für viele Studenten und Grund Nummer 1 für schlechte Noten und Unzufriedenheit im Studium.

Wenn du deine Zeit sinnvoller nutzen möchtest, dann vermeide diese sieben Dinge:

 

1. Überflüssiger Kram

Hör auf damit, deine Zeit mit unnötigen Aktivitäten vollzuladen. Wenn du dich fragst, warum du beim Studieren immer unter deinen Möglichkeiten bleibst und auch sonst nicht viel auf die Reihe bekommst, dann liegt es vielleicht daran, dass du deine Zeit mit überflüssigen Dingen füllst, die dich deinen Zielen nicht näher bringen.

Wenn du zum Beispiel jeden Mittwochmorgen in diese eine Vorlesung gehst, die dir nichts bringt außer schlechter Laune – dann lass es. Nutze deine Zeit besser und lies stattdessen das Vorlesungsskript oder setz dich in die Bib. Wenn du ein Modul mit einer Eins vorm Komma abschließen möchtest, aber drei Stunden dafür brauchst, deine Ordnerbeschriftungen auf den neusten Stand zu bringen und fünf kleine Definitionen zu googeln, kommst du in die Hall of Fame der unproduktivsten Studenten aller Zeiten.

Du musst lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Frage dich: Wo möchte ich hin? Und: Was bringt mich meinem Ziel näher? Überflüssiger Kram ist was für Loser und muss eliminiert werden.

 

2. Schlechte Planung

Ohne Plan lebst und studierst du einfach vor dich hin. Du lässt dich treiben und schaust, welche Dinge im Laufe der Zeit auf dich zukommen. Das Problem dabei ist: Irgendwann verlierst du die Kontrolle.

Du rettest dich dann nur noch von Deadline zu Deadline und verpasst einen wichtigen Termin nach dem anderen. Hier die Abgabefrist vergessen, dort eine Prüfungsanmeldung verschlafen und schon studierst du ein Semester länger oder bekommst schlechte Noten.

Je besser du deine Zeit einteilst und planst, desto größer ist dein Zeitgewinn beim Erledigen von Aufgaben. Mit nur einer Minute Planung sparst du im Schnitt zehn Minuten deiner Arbeitszeit – und das jedes Mal!

 

3. Falsche Prioritäten

Du kannst niemals alles schaffen. Wir haben nie genug Zeit, um alles zu erledigen, was wir erledigen müssten. Wir werden förmlich von Arbeit und neuen Aufgaben überschwemmt. Täglich kommen neue persönliche Ziele dazu und fordern ihren Platz in unserem Kalender ein.

Damit dich diese Arbeitslawine nicht überrollt, musst du eine kluge Vorauswahl treffen. Du musst Prioritäten setzen; abwägen, welche der geplanten Aktivitäten zuerst kommt und was nach hinten verschoben wird.

Beschäftige dich nicht mit den leichten Dingen, sondern nimm dir die Aufgaben vor, die dich im Studium nach vorne bringen. Das ist zwar manchmal unbequem, aber der einzige Weg, um über dich hinauszuwachsen.

 

4. Zeit verschwenden durch Multitasking

Gewöhn dir an, dich immer nur um eine Sache zur gleichen Zeit zu kümmern. Multitasking hat zwar einen sehr positiven Ruf, ist aber gefährlich: Wer zu viel auf einmal anpackt, verzettelt sich leicht und schafft am Ende deutlich weniger, als jemand, der fokussiert an einer Aufgabe arbeitet.

Durch Multitasking sinkt deine Konzentration und die Qualität deiner Arbeit nimmt ab. Dadurch musst du länger an einer einzelnen Sache arbeiten und machst blöde Fehler. Und Fehler kosten Zeit.

Wenn viele kleine Aufgaben auf deiner To-do-Liste stehen: Mach dir einen strukturierten Plan und arbeite deine Liste nacheinander ab. Vermeide parallele Arbeiten.

 

5. Dummes Geldsparen

Viele Studenten sind Sparfüchse. Meistens leider dumme Sparfüchse.

Ich habe nichts gegen Geldsparen – ganz im Gegenteil: Geldsparen ist klug und für viele Studenten, die sich selbst finanzieren müssen notwendig und sinnvoll. Aber bitte richtig!

Wenn du mit dem Fahrrad durch die halbe Stadt fahren musst, um die Tiefkühlpizza für 5 ct weniger zu kaufen und dafür 40 Minuten unterwegs bist, ist deine Kosten-Nutzen-Bilanz schlimmer dran als der griechische Staatshaushalt im Jahr 2014. Du sparst dann zwar (sehr wenig) Geld, aber verschwendest gleichzeitig (sehr viel) Zeit.

Auch wenn es dir schwer fällt: Versuche deine Zeit mit einem Gegenwert zu gewichten und vergleiche diesen mit deiner potenziellen Ersparnis. Arbeite lieber zwei bis drei Stunden mehr in der Woche in deinem Studentenjob als für 2,30 Euro Ersparnis Kataloge nach Sonderangeboten durchzusehen.

 

6. „Recherche“

Wie oft unterbrichst du deine Lern-Session, weil du mal eben etwas googeln oder im Buch nachlesen möchtest? „Nur mal schnell was recherchieren“ ist einer der größten Zeitfresser, der deine Konzentration auf eine ganz gemeine Art und Weise austrickst: Um weiterzukommen musst du deine aktuelle Arbeit unterbrechen und recherchieren. Aber es bleibt nicht bei der kurzen Unterbrechung.

Aus „mal eben“ werden 30 Minuten und aus 30 Minuten werden zwei Stunden plus eine Stunde YouTube.

Achte bei eingeschobenen Aufgaben, wie bei einer Recherche, darauf, dass du dich wirklich nur um das Nötigste kümmerst und dich dann wieder mit voller Aufmerksamkeit deiner ursprünglichen Aufgabe widmest. Stell dir notfalls einen Timer, der dich erinnert.

 

7. Perfektionismus

Wenn du deine Aufgaben im Studium zu perfektionistisch angehst und dich ausführlich um jedes Detail kümmerst, brauchst du dir um Zeitmanagement keine Sorgen zu machen. Du hast dann wahrscheinlich gar keins und bist großartig im Zeit verschwenden.

Perfektionismus ist weder nur gut noch nur schlecht. Aber diese Eigenschaft kann dich ausbremsen und verhindern, dass du produktiv und zügig arbeitest. Darum solltest du dich regelmäßig selbst überprüfen und fragen: Reicht das, was ich bis jetzt gemacht habe nicht schon aus? Arbeite ich zu detailliert? Und: Ist das überhaupt nötig?

Zu einem sehr guten Studenten gehört eine gesunde Portion Perfektionismus dazu. In diesem Artikel sage ich dir warum.

 

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Fazit

An der Uni lernst du kaum etwas über Zeitmanagement und produktives Lernen. Aber keine Sorge: Du kannst selbst etwas daran ändern.

Hör auf damit, deine Zeit sinnlos zu verschwenden und für überflüssige Dinge aufzuwenden. Du musst die richtigen Prioritäten setzen und ein inneres Alarmsystem gegen Zeitverschwendung entwickeln. 7 der größten Stolperfallen hast du in diesem Artikel schon kennengelernt.

Lege dir ein kluges und modernes Zeitmanagement zu. Das ist der erste Schritt in ein entspanntes und erfolgreiches Studium.

Wenn du dabei Hilfe brauchst, dann check mein Bestseller-Buch – den Bachelor of Time. Hier entlang, bitte.

Tim Reichel


Dr. Tim Reichel ist Autor, Wissenschaftler und der Gründer von Studienscheiss. Seit über 10 Jahren arbeitet er als Fachstudienberater und löst Probleme im Studium. Außerdem hält er Vorträge, veranstaltet Seminare und schreibt Bücher.

    • Hi Carlita,

      haha – nein, BWL-er bin ich nicht. 🙂
      Abgesehen davon: Wäre das schlimm?!

      Es kommt sehr drauf an, was du unter einem Plan verstehst. Natürlich brauche einige Studenten mehr Freiheiten, während andere mit vielen Vorgaben besser zurecht kommen. Ich denke, dass ein wenig Planung niemandem schadet – solange sie nicht unflexibel, starr und erdrückend ist. Oder wie siehst du das?

      Schöne Grüße
      Tim

  • Hallo Tim,
    viele der genannten Punkte kann ich bestätigen. Den zweiten würde ich noch ergänzen um: Zuviel Planen. Ich erlebe bei meinen Coachees immer wieder, dass erstmal alles ganz genau durchgeplant werden muss. Das heißt, dass zunächst diverse Zeitpläne und ToDo-Listen erstellt werden, bevor die eigentliche Herausforderung – sei es eine Hausarbeit, die Prüfungsvorbereitung oder die Bachelorarbeit – angegangen wird. Diese Pläne und Listen werden dann gerne auch immer wieder überarbeitet, wenn gerade bei der Durchführung kleine Hindernisse auftreten.
    Viele Grüße
    Harriet

  • Toller Artikel. Ich werde versuchen, mir einige Punkte zu Herzen zu nehmen, weil ich mich ständig über meine Zeitverschwendung ärgere.

    Besonders der Punkt rund um den Perfektionismus ist spannend. Da muss man wirklich die richtige Balance finden, um sich nicht in unwichtigen Details zu verlieren und dann bei wichtigen Sachen gegen Ende zu schludern.

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