Wenn du diese Frage nicht mit Ja beantworten kannst, solltest du dein Studium abbrechen

von Tim Reichel

Montagmorgen, 9:57 Uhr. Meine Sprechstunde beginnt gleich. Eigentlich wollte ich mir vorher noch einen Kaffee holen, aber ich bin zu spät. Die erste Studentin (nennen wir sie Lara) ist schon da – 3 Minuten zu früh.

Ich fange heute also eher an.

Und Lara legt direkt los: „Mein Studium macht mir im Moment irgendwie keinen Spaß mehr. Der Druck ist zu hoch, alles ist stressig und ich habe mir das anders vorgestellt. Soll ich abbrechen?“

Boings. Jetzt bin ich wach.

Seit sechs Jahren berate ich Studenten und helfe ihnen bei Problemen im Studium. Wenn es eine Frage gibt, die ich immer wieder höre, dann ist es diese. Nur ist sie jedes Mal etwas Besonderes, denn es gibt keine vorgefertigte Antwort. Und: Die Frage ist existentiell; ein dicker Brocken mit weitreichenden Folgen.

Lara ist aufgeregt und hofft auf eine klare Antwort. Doch die bekommt sie von mir nicht – dafür aber eine Gegenfrage, mit der sie selbst die richtige Entscheidung treffen kann.

 

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Wenn das Studium nur noch nervt

Jeder Student ist von Zeit zu Zeit mit seinem Studium unzufrieden und zweifelt an seiner Hochschulkarriere. Aber das ist ganz normal und gehört zum Studieren dazu. Es ist nichts Ungewöhnliches dabei, in besonders harten Phasen darüber nachzudenken, wie es wäre alles hinzuschmeißen und das Studium abzubrechen.

Doch wenn das Studium über einen längeren Zeitraum nur noch nervt und alle Motivationsreserven aufgebraucht sind, machen viele Studenten einen entscheidenden Fehler: Sie schauen nur noch zurück und nicht mehr nach vorne.

Sie sehen nur noch wie anstrengend, bedrückend und zeitraubend das Studium zuletzt war und zementieren diese Momentaufnahme. Dadurch verlieren sie jede Hoffnung auf Besserung und sehen keinen anderen Ausweg als einen Studienabbruch.

Was in dieser Situation hilft, ist ein einfacher Perspektivenwechsel.

 

Die entscheidende Frage

Kommen wir zurück zu Lara. Lara möchte ihr Studium abbrechen, weil es ihr momentan keinen Spaß mehr macht, zu stressig ist und nicht mehr ihren Vorstellungen entspricht. Lara befindet sich also in einem hartnäckigen Motivationstief; sie schaut nur auf die vergangenen Wochen und Monate und geht unterbewusst davon aus, dass ihr restliches Studium genauso weiterlaufen wird.

Und genau an dieser Stelle muss Lara aktiv gegensteuern.

Nicht um sich das Studium selbst schönzureden, sondern damit sie ihren negativ dominierten Standpunkt verlassen und eine objektive Entscheidung treffen kann. Ein Studienabbruch kann genau das Richtige sein – er kann sich später aber auch als großer Fehler erweisen.

Um zwischen diesen beiden Extremen richtig abzuwägen, habe ich Lara gebeten, sich die folgende Frage zu stellen und in Ruhe darüber nachzudenken. Vielleicht hilft sie dir auch.

Die entscheidende Frage lautet:

Wird mich mein Studium langfristig glücklich machen?

Wenn du diese Frage nicht mit „Ja“ beantworten kannst, solltest du dein Studium abbrechen.

Die Frage, die über deinen Studienabbruch entscheidet, ist jetzt nicht mehr „Wie war mein Studium bisher?“, sondern zukunftsgerichtet: „Wie wird mein Studium später sein? Wird es mich langfristig glücklich machen?“

Siehst du den Unterschied? Es ist keine Schönfärberei, sondern nur ein Perspektivenwechsel, der die Nachhaltigkeit der Entscheidung und dein persönliches Glück in den Mittelpunkt rückt.

Doch warum ist das so? Sehen wir uns die Frage etwas genauer an.

 

Warum langfristig?

Dein Studium ist ein wichtiger Teil deines Lebens. Und das gilt nicht nur für deine Zeit an der Uni, sondern noch lange darüber hinaus.

Dein Studium ist eine Investition in dich selbst. Du investierst Zeit, Geld und jede Menge Arbeit, um dir eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen, die dir später deinen Traumjob bringen soll.

Wenn du also darüber nachdenkst, dein Studium abzubrechen, musst du die Sache langfristig sehen. Du darfst dich bei deiner Einschätzung nicht darauf beschränken, wie die nächsten Monate aussehen könnten, sondern musst dich auch fragen: „Was ist in fünf, zehn oder zwanzig Jahren? Werde ich den Abbruch dann immer noch positiv einstufen oder mich vielleicht ärgern?“

Je nach Situation kann es sich lohnen, für langfristiges Glück kurzfristig durch die Hölle zu gehen und auf die Zähne zu beißen.

 

Warum glücklich?

Warum studierst du? Weil du später einen tollen Job bekommen möchtest? Weil du viel Geld verdienen willst? Oder weil du vorhast, mit einer abgefahrenen Erfindung die Welt zu retten?

Das alles wären gute Antworten. Nichts davon ist verwerflich oder falsch. Sie zielen nur alle auf ein und dieselbe Sache ab: Du möchtest glücklich sein. Und dein Studium soll dir dabei helfen.

Viele Studenten, die ihr Studium abbrechen, haben den Glauben daran verloren, dass sie durchs Studieren ihrem persönlichem Glück näher kommen. Sie entscheiden sich dann für einen anderen Weg und hoffen, dass sich der Neustart für sie auszahlen wird. Dabei ist das Studium oft gar nicht das Problem – es sind die eigenen Vorstellungen vom Glücklichsein. Oder auch: die fehlenden Vorstellungen vom Glücklichsein.

Bevor du dein Studium grundsätzlich in Frage stellst, musst du dir darüber klar sein, was du überhaupt möchtest. Was bedeutet es für dich, glücklich zu sein? Erst wenn du das weißt, kannst du entscheiden, ob dir dein Studium dabei hilft, diesen Zustand zu erreichen – oder eben nicht.

 

Studium abbrechen? Ja, aber…

Selbst wenn du die entscheidende Frage (Wird mich mein Studium langfristig glücklich machen?) nicht mit „Ja“ beantworten kannst, gibt es trotzdem noch Alternativen zu einem Studienabbruch.

Bisher haben wir nämlich eine Sache völlig außer Acht gelassen: Dein Studium ist kein in Stein gemeißelter Endzustand. Es ist ein dynamisches Konstrukt, das du jederzeit individuell anpassen kannst. Natürlich nicht komplett beliebig und nur Rahmen deiner Prüfungsordnung; aber du hast etwas Spielraum.

Und diesen Spielraum kannst du nutzen, um deine persönliche Situation zu verbessern und die langfristigen Aussichten auf Glück zu erhöhen.

Konkret könnte das bedeuten: Du kannst Module wechseln oder austauschen, deine Vertiefungsrichtung ändern oder dein Studium durch interessante Zusatzkurse aufpeppen. Wenn dir dazu die Zeit fehlt, kannst du über ein zusätzliches Semester nachdenken – allerdings wird es dann nichts mehr mit der Regelstudienzeit (aber das ist Abwägungssache). Außerdem kannst du dein Studium durch Elemente wie Praktika oder Auslandssemester aufwerten und damit aus dem starren Studienverlauf ausbrechen.

Erst wenn du dir sicher bist, dass du dein Studium nicht so ändern kannst, dass es dich langfristig glücklich macht, solltest du einen Studienabbruch in Betracht ziehen. Vorher kämpfst du gefälligst.

 

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Fazit

Jeder Student zweifelt hin und wieder an seinem Studium. Du, die Kommilitonen aus der letzten Reihe und die Streberin ganz vorne. Jeder – und wenn es nur für eine halbe Sekunde ist.

Zweifel gehören dazu und du wirst sie niemals ganz loswerden. Wichtig ist nur, dass du dich nicht von ihnen besiegen lässt und eine negative Grundhaltung zu deinem Studium einnimmst.

Geh die Sache stattdessen objektiv an und frage dich, wie sich dein Studium zukünftig entwickeln wird. Stell dir die entscheidende Frage und arbeite dann aktiv daran, das Studium zu finden, das dich langfristig glücklich macht.

Vielleicht hast du es ja auch schon gefunden.

 

Bild: © Kev Seto / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Autor, Wissenschaftler und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sieben Jahren coacht er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem hält er Vorträge, veranstaltet Seminare und arbeitet er an einer großen deutschen Universität als Studienberater. Hier erfährst du mehr über Tim Reichel

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