Wie du deinem Studium mehr Sinn gibst und nie wieder die Orientierung verlierst

Wie du deinem Studium mehr Sinn gibst und nie wieder die Orientierung verlierst

von Tim Reichel

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du deinem Studium mehr Sinn geben kannst und sofort deine Orientierung zurückgewinnst – und nie wieder verlierst.

Ein Studium läuft selten nach Plan – häufig ist sogar das Gegenteil der Fall. Studieren ist dann wie nach links und rechts zu schauen, bevor man über die Straße geht, um dann von einem Flugzeug getroffen zu werden.

Klingt komisch, ist aber so. Doch leider werden die meisten Studenten auf ihre Zeit an der Uni nicht gut vorbereitet. Sie schreiben sich in einen Studiengang ein, der vielversprechend klingt und müssen dann zusehen, wie sie zurechtkommen. Ab dem Moment, in dem sie ihre Unterschrift unter das Einschreibungsformular setzen, beginnt die Eigenständigkeit – und mit ihr die Suche nach Orientierung.

Denn: Ein Studium ist nicht nur anspruchsvoll; es ist verwirrend und wird dich an die Grenzen deiner Leistungsfähigkeit (und darüber hinaus) bringen. Das muss in der Regel auch so sein, doch auf dem harten Weg bis zu deinem Uniabschluss darfst du eine Sache nicht verlieren: deine Motivation. Deinen tiefen, inneren Wunsch, die Sache durchzuziehen. Das große Ganze, das wie ein Film vor deinem geistigen Auge abläuft.

Und dieses Ziel behältst du nur im Blick, wenn du deinem Studium Sinn gibst.

Wenn dein Studium keinen Sinn für dich erfüllt, bedeutet es dir nichts. Es ist dir dann egal, ob du 2, 3 oder 19 Semester über die Regelstudienzeit hinaus studierst. Es ist dir egal, welcher Dozent im Hörsaal vor dir steht und was er sagt. Und die Inhalte deiner Vorlesungen, Seminare und Bücher sind dir auch egal.

Nichts ist von Bedeutung – und dieser Zustand wird dich langfristig unglücklich machen und dafür sorgen, dass du dich halbherzig durchs Studium quälst oder es am Ende ganz abbrichst. Damit das nicht passiert, zeige ich dir jetzt, wie du deinem Studentenleben mehr Sinn geben kannst und im Handumdrehen deine Orientierung zurückgewinnst – und nie wieder verlierst.

 

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Dein Schlüssel zu mehr Sinn im Studium

Viele Studenten lassen ihr Studium wie einen Unfall aussehen, weil sie nicht genau wissen, was sie wollen. Oder genauer: Sie haben nicht klar festgelegt, was ihnen wichtig ist – und statistisch gesehen, bist du dabei keine Ausnahme.

Liebe, Gesundheit, Glück, Wissen, Sicherheit, Humor, Ausgleich, Zukunftsperspektiven: Das mag alles wichtig für dich sein, doch darum geht es nicht. Sondern: Du musst ein klares Bild davon entwickeln, wie dein Studium aussehen und welchen Platz es in deinem Leben einnehmen soll.

Denn erst wenn du eine klare Vorstellung von deiner Zukunft hast und weißt, wo du hin möchtest, kannst du den richtigen Weg einschlagen. Sobald du dir klar gemacht hast, was dir wichtig ist und was du erreichen möchtest, ist es einfach, dein Handeln danach auszurichten.

Alles was du dazu brauchst, ist ein eigenes, kleines Zielsystem. Und das ist gar nicht kompliziert.

 

Wie du dein eigenes Zielsystem findest

Studieren nach System hört sich erstmal furchtbar an – und das ist es auch. Wenn du etwas nach System machst, zwängst du dich immer in eine starre Form und tauschst deine Freiheit gegen strikte Regeln ein.

So etwas kann durchaus erfolgreich sein, aber es macht keinen Spaß. Meistens jedenfalls nicht. Und wenn es nach mir geht, muss Studieren Spaß machen – es darf anspruchsvoll und phasenweise auch anstrengend sein, aber unterm Strich sollte dich dein Studium glücklich machen.

Daher zeige ich dir ein einfaches Zielsystem, das dich nicht einschränkt, auf alle deine Lebensbereiche übertragbar (und kombinierbar) ist und sich kinderleicht anwenden lässt. Es besteht nur aus diesen drei Komponenten:

  • Vision
  • Leitbild
  • Ziel

Diese Zielebenen bauen aufeinander auf und werden von Stufe zu Stufe konkreter. Sobald du dein ganz persönliches Zielsystem festgelegt hast, zeigt es dir, in welche Richtung du gehen sollst und welche Prioritäten du dafür setzen musst.

Deine Vision steht dabei an höchster Stelle und ist eine übergeordnete Idee von dem, was du langfristig erreichen möchtest. Dein Leitbild legt die Rahmenbedingungen fest, die deinen Weg bestimmen. Es zeigt dir, an welchen Stellschrauben du drehen kannst und zwischen welchen Konstanten du dich bewegst. Am Ende deines Systems steht dein Ziel: ein klarer, fixierter Endzustand, auf den du punktgenau zusteuern kannst.

Stell dir dein Studium als eine persönliche Reise vor: Du brichst irgendwann auf und möchtest studieren; du möchtest einen akademischen Abschluss erreichen, aber wie das genau gehen soll, ist unklar. Mit dem Zielsystem Vision-Leitbild-Ziel wird aus deiner ungewissen Reise eine klare Route – du schaffst dir sozusagen dein eigenes Navigationssystem. Vom Weg abkommen: unmöglich!

Dazu ein Bild:

Deine Visionen, Leitbilder und Ziele geben dir Orientierung und formen deinen Weg. Wie du dein eigenes Zielsystem findest und warum dir ein Stern, eine Wegbegrenzung und ein Fähnchen dabei helfen werden, sehen wir uns jetzt im Detail an.

 

Deine Vision

Deine Vision ist ein übergeordnetes Ziel für dein Studium. Sie ist eine motivierende Vorstellung von deiner Zukunft und führt dich durch schwierige Zeiten. Sie zeigt dir, wo du langfristig hinmöchtest. Dabei müssen Visionen nicht komplett realistisch sein, sondern sollten eher deine Wünsche und Träume widerspiegeln – dabei aber trotzdem erreichbar erscheinen.

Zu abstrakt? Dann hilft dieses bekannte Wüstenbeispiel von Goerke und Hinterhuber:

Eine Vision ist mit dem Polarstern vergleichbar. Die Karawane in der Wüste, deren Landschaftsbild sich in den Sandstürmen dauernd ändert, richtet ihre Reise am Sternenhimmel aus.

Die Sterne sind nicht das Ziel der Reise; sie sind aber eine sichtbare Orientierung für den Weg in die Oase, egal aus welcher Richtung die Karawane diese anstrebt und mit welcher Reiseausstattung sie unterwegs ist.

Auch beim Studieren brauchst du eine Vision, der du wie dem Polarstern folgen kannst:

Der Stern ist nicht das Ziel; er gibt jedoch die Richtung an, in die du dein Denken, Handeln und Fühlen lenken kannst. Die Vision klärt also dein Warum – sie ist die Frage nach dem Sinn. Wenn du deine eigene Vision finden möchtest, musst du dir Gedanken über deine Werte und grundlegenden Einstellungen zum Studieren machen.

Diese Fragen helfen dir dabei:

  • Warum studiere ich?
  • Wozu soll mein Studium später gut sein?
  • An welche Prinzipien glaube ich?
  • Worauf bin ich stolz?
  • Worauf möchte ich später stolz zurückblicken?

Versuche diese Leitfragen für dich zu beantworten. Sei dabei ehrlich und präzise – gib deinem Studium einen Sinn!

 

Dein Leitbild

Dein Leitbild ist deutlich konkreter als deine Vision und zeigt dir, wie der Weg zu deinem Ziel aussehen kann. Mit deinem Leitbild entscheidest du dich für eine bestimmte Route, die dich durch dein Studium führt. Du legst Wegbegrenzungen und Zwischenstationen fest, die dich auf der Bahn halten.

Im Gegensatz zu deinen späteren Zielen ist dein Leitbild allerdings eher eine Sammlung von eigenen Empfehlungen, die dir ein glückliches und zufriedenstellendes Studium garantieren sollen.

Dazu zählen bestimmte Meilensteine, die du auf jeden Fall erreichen möchtest, aber auch individuelle Bedürfnisse, denen du unbedingt gerecht werden willst. Du merkst schon: Deine Persönlichkeit und deine eigenen Erwartungen an dich selbst prägen dein Leitbild stark. Wenn du diese Einflüsse zulässt, kann es dir gelingen, die starren Vorgaben aus deiner Prüfungsordnung in einen individuellen Studienverlauf umzuwandeln.

Dein Weg ist dann nicht mehr standardmäßig vorgegeben und gerade, sondern so, wie du ihn haben möchtest:

Den einen richtigen Weg gibt es nicht; Ziele lassen sich auf verschiedene Arten erreichen. Es gibt nur deinen Weg – und der wird dich glücklich und zufrieden machen. Wie viele Schlenker dieser Weg macht und welche Begrenzungen am Rand stehen, entscheidest du. Mit deinem Leitbild.

Diese Fragen helfen dir dabei, es zu finden:

  • Wie möchte ich studieren?
  • Wie soll mein Studentenleben aussehen?
  • Was möchte ich während meines Studiums erreichen?
  • Welche Stationen müssen in meinem Studienverlauf vorhanden sein?
  • Was erwarte ich von mir selbst und meinem Studium?

Mit diesen W-Fragen legst du die Rahmenbedingungen für dein Studium fest und ebnest dir den Weg zu deinen großen Zielen.

 

Dein Ziel

Mit dem Festlegen deiner konkreten Ziele sind wir jetzt auf der letzten und wichtigsten Ebene deines neuen Zielsystems angekommen. Während deine Vision eine übergeordnete Idee darstellt und dein Leitbild den Weg markiert, sind deine Ziele greifbare Vorhaben, die du eins zu eins umsetzen möchtest.

Wenn du in deinem Studium und im hektischen Alltag den Durchblick behalten möchtest, brauchst du Ziele – sonst verlierst du die Übersicht und kannst nicht entscheiden, was du mit deiner Zeit anfängst. Ziele sind keine einschnürenden Druckmittel unserer Leistungsgesellschaft, die dich auf Linie bringen sollen. Sie sorgen nur dafür, dass du die unwichtigen Dinge außer Acht lässt und dich auf das Wesentliche konzentrierst.

Und das Wesentliche ist genau das, was dir persönlich wichtig ist. Wenn du Ziele hast, weißt du genau, was du tun musst. Aber das Beste ist: Du kannst sie dir selbst aussuchen. Dazu müssen deine Ziele nur ein paar wichtige Eckpunkte haben: Sie müssen klar, eindeutig, verbindlich und zeitlich gebunden sein. Deine Ziele sind also Fixpunkte, auf die du genau zusteuern kannst:

Erst klare Ziele helfen dir dabei, herausragende Ergebnisse zu erreichen – und das nicht nur im Studium. Denn sobald du weißt, wo du hin möchtest, kannst du den genauen Weg dorthin festlegen und die richtigen Schritte unternehmen. Sonst nicht.

Mit diesen Fragen findest du deine Ziele:

  • Welchen Zustand möchte ich genau erreichen?
  • Wie sieht das gewünschte Ergebnis im Detail aus?
  • Wie lässt sich mein Ziel von anderen abgrenzen?
  • Wie ist mein Ziel eindeutig messbar?
  • Wann möchte ich mein Ziel erreichen?

Deine Ziele sollten demnach so konkret wie möglich festgelegt werden. Und das am besten schriftlich, damit sie eine noch größere Verbindlichkeit auf dich ausstrahlen.

 

Nie wieder orientierungslos

Beim Zielesetzen kannst du auf verschiedenen zeitlichen Ebenen planen (Semester und Woche) und damit noch mehr Struktur in deinen Alltag bringen. Denn auf der Grundlage deiner Semesterziele kannst du viel leichter deine Ziele für den kommenden Monat oder für die neue Woche festlegen. Das Gleiche gilt übrigens auch für deine Vision und dein Leitbild.

Außerdem kannst du dein komplettes Zielsystem auch auf andere Lebensbereiche ausdehnen, die nichts mit deinem Studium zu tun haben. Wie wäre es zum Beispiel mit ein paar konkreten Zielen für dein Lieblingshobby? Oder einem Leitbild für deine Beziehung? Orientierung und Zielstrebigkeit machen sich in fast allen Abschnitten gut und helfen dir dabei, optimistisch und motiviert zu bleiben.

Wenn du für dich selbst herausfindest, was dir wichtig ist und wo du hinmöchtest, wird dein Studentenleben ein neues Qualitätslevel erreichen, das du nie für möglich gehalten hast. Denn dann kannst du endlich das tun, was dringend nötig ist: Du kannst ausmisten. Alles, was nicht in dein Zielsystem passt, kommt weg.

Jede überflüssige Aufgabe, die nicht dafür sorgt, dass du deinen Zielen näher kommst, hat auf deiner To-do-Liste ab sofort nichts mehr verloren. Und das hat nichts mit herzloser Rationalisierung zu tun. Es ist nur deine neue Art, Prioritäten zu setzen und damit endlich das Studium zu bekommen, das dir zusteht. Wie du deine Schwerpunkte setzt, ist immer noch deine Sache – Hauptsache du setzt sie.

 

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Fazit

Der Schlüssel zu mehr Sinn und größerem Glück im Studium besteht aus ein klein wenig Planung und einer ehrlichen Analyse deiner Wünsche. Das Zielsystem von oben hilft dir dabei, deine Gedanken in eine klare Form zu gießen, ohne dass du dich zu sehr einschränken oder übermäßig viel Freiheit aufgeben musst.

Wichtig ist nur, dass du dir klarmachst, welche Dinge dir in deinem Studentenleben wichtig sind und dann entschlossen daran arbeitest, diese Ziele zu erreichen. Dabei werden andere Bereiche auf der Strecke bleiben, aber das ist völlig in Ordnung so; ohne diese Opfer geht es nicht.

Doch die anstrengende Reise ist die Mühe wert – solange du in die richtige Richtung gehst.

Und jetzt habe ich noch etwas für dich: Einzelne Passagen aus diesem Artikel sind Auszüge aus meinem Buch „DOEDL-Methode – Selbstmanagement im Studium“. Zu dem gezeigten Zielsystem Vision-Leitbild-Ziel habe ich jeweils noch ein anschauliches Anwendungsbeispiel erstellt. Hier kannst du dir die XXL-Leseprobe, samt Beispielen (Kapitel: „Was dir wirklich wichtig ist“) kostenlos herunterladen:

Mach das Beste aus deinem Studium. Viel Erfolg beim Zielesetzen!

 

Bild: © Chris Lawton / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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