Antrag an den Prüfungsausschuss: Die perfekte Begründung

Antrag an den Prüfungsausschuss: In 5 Schritten zur perfekten Begründung

von Tim Reichel

In diesem zeige ich dir, wie du ganz einfach die perfekte Begründung für deinen Antrag schreiben kannst. Mit diesem Leitfaden kannst du eine Begründung für deinen Antrag schreiben, die dein Prüfungsausschuss einfach genehmigen muss

Musstest du schon mal einen Antrag an deinen Prüfungsausschuss stellen?

Im Schnitt kommt jeder Student im Laufe seines Studiums mindestens einmal mit nerviger Uni-Bürokratie in Berührung und stellt sich dann die Frage: Wie zur Hölle schreibe ich so einen Antrag und was muss da alles rein?

In diesem Artikel helfe ich dir dabei und zeige dir, wie du ganz einfach die perfekte Begründung für deinen Antrag schreiben kannst. Dazu habe ich im Laufe der letzten Jahre eine praktische Fünf-Schritte-Anleitung entwickelt, die sich auf fast jede Situation anwenden lässt.

Aber der Reihe nach.

 

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Wann brauche ich einen Antrag an den Prüfungsausschuss?

Wenn es in deinem Studium mal nicht nach Plan läuft oder organisatorische Schwierigkeiten auftreten, kann dir dein Prüfungsausschuss weiterhelfen. Auch wenn du nicht zu 100% nach deiner Prüfungsordnung studieren möchtest, ist dein Prüfungsausschuss dazu in der Lage, Ausnahmeregelungen für dich zu genehmigen.

Dazu gehört zum Beispiel:

  • Nachträgliche Prüfungsanmeldungen (hier gibt’s mehr Infos)
  • Wiederholung von Klausuren
  • Einspruch gegen Prüfungsergebnisse
  • Wechsel der Studienordnung
  • Anerkennung von Prüfungsleistungen aus dem Auslandssemester (hier gibt’s mehr Infos)
  • Anpassung eines Wahlbereichs

Über all das entscheidet im Zweifel dein Prüfungsausschuss. Und für alle Ausnahmeregelungen musst du einen Antrag an deinen Prüfungsausschuss stellen.

 

Die Begründung ist das wichtigste Element in deinem Antrag

Wie du einen Antrag an deinen Prüfungsausschuss aufbauen und strukturieren kannst, habe ich bereits hier ausführlich beschrieben.

In diesem Artikel wollen wir uns die Begründung für deinen Antrag genauer ansehen. Aber warum eigentlich?

Ganz einfach:

Die Begründung ist das wichtigste Element in deinem Antrag!

Mit der Begründung steht und fällt der Erfolg von deinem Antrag. Ohne eine vernünftige, logische und schlagkräftige Begründung wird dein Antrag abgelehnt. Mit einer passenden Begründung wird dein Antrag genehmigt und in manchen Fällen sogar von deinem Prüfungsausschuss durchgewunken.

Beispiel gefällig?

Hiermit beantrage ich eine nachträgliche Prüfungsanmeldung zur Klausur XYZ, weil ich vergessen habe mich anzumelden.

Diese Begründung ist furchtbar und wird in 99% der Fälle dafür sorgen, dass der Antrag abgelehnt wird.

So ist’s besser:

Hiermit beantrage ich eine nachträgliche Prüfungsanmeldung zur Klausur XYZ. Leider war eine Anmeldung zur besagten Klausur nicht möglich, weil ich mich während der Anmeldephase im Ausland aufgehalten habe und somit keine Anmeldung durchführen konnte. Eine Online-Anmeldung war ebenfalls nicht möglich. Ich bitte um eine nachträgliche Anmeldung, damit sich mein Studium nicht unnötig verzögert.

Diese Begründung hingegen sitzt und pusht die Erfolgsaussichten für deinen Antrag nach oben.

So. Und jetzt zeige ich dir, wie du so eine Begründung selbst schreiben kannst.

 

Schritt-für-Schritt-Anleitung für die perfekte Begründung

Ich arbeite schon einige Jahre an der Uni und habe selbst fünf Jahre lang studiert. Mittlerweile koordiniere ich einen Prüfungsausschuss und bin Fachstudienberater für einen renommierten Masterstudiengang. In dieser Zeit habe ich unzählige Anträge gelesen, korrigiert und bearbeitet.

Darum weiß ich, wie so ein Antrag aussehen muss und welche Begründungen vor dem Prüfungsausschuss erfolgreich sein können.

Damit du selbst eine perfekte Begründung schreiben kannst, habe ich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für dich erstellt.

 

Schritt 1: Finde einen passenden Aufhänger

Damit du deine Begründung logisch aufbauen und eine überzeugende Geschichte erzählen kannst, brauchst du einen roten Faden. Das heißt: Wenn du mit deinem Antrag erfolgreich sein willst, solltest du dir zuerst darüber Gedanken machen, was der Kern deiner Begründung ist.

Dazu nimmst du einfach dein Anliegen und setzt es in Beziehung zu einem Grund.

Sehen wir uns einige Beispiele an:

  • Nachträgliche Prüfungsanmeldung: Online-Anmeldeverfahren hat nicht funktioniert.
  • Verlängerung der Bearbeitungszeit für eine Abschlussarbeit: Defekte Versuchsanlage
  • Modulwechsel: Andere Interessensschwerpunkte im Studium

Wenn du diese Kernaussage gefunden hast, baust du deine Begründung darauf auf und kannst dich immer wieder an deinem Grundgedanken orientieren. Für alle weiteren Beispiele nehme ich jetzt einfach den ersten Punkt als Aufhänger und baue die Begründung darauf auf:

Nachträgliche Prüfungsanmeldung: Online-Anmeldeverfahren hat nicht funktioniert.

 

Schritt 2: Die Rahmenbedingungen

Nachdem du einen passenden Aufhänger gefunden und deinen Antrag eingeleitet hast (hier kannst du nachlesen, wie das geht), beginnst du mit der Begründung.

Dazu gibst du zuerst die Rahmenbedingungen zur aktuellen Situation an und ordnest deinen Antrag ein. Wichtige Zusatzinfos für spezielle Anliegen (z. B. nachträgliche Prüfungsanmeldung) können hier ebenfalls eingebracht werden.

Beispiel:

Momentan studiere ich im dritten Fachsemester Maschinenbau (Bachelor) und befinde mich noch in Regelstudienzeit. In diesem Semester habe ich die Vorlesung XYZ besucht und möchte das Modul am Ende mit einer Prüfung abschließen.

Damit ist die Einleitung deiner Begründung schon mal geschafft.

 

Schritt 3: Deine persönliche Situation

Als nächstes wirst du etwas genauer und beschreibst deine persönliche Situation.

Unser Plan: Wir möchten dem Prüfungsausschuss die Möglichkeit geben deinen Antrag als Einzelfallentscheidung zu genehmigen. Dazu bringen wir den Grund (Aufhänger) mit deiner persönlichen (misslichen) Lage in Verbindung und bitten um Hilfe.

Für unser Beispiel könnte deine persönliche Situation so aussehen:

Während der Anmeldephase in diesem Semester musste ich einen Umzug organisieren und stand deswegen unter besonders großem Stress. Trotzdem habe ich alle Fristen beachtet und mich ordnungsgemäß für alle Prüfungen über das Online-Anmeldeverfahren angemeldet. Bisher hat diese Art der Anmeldung immer funktioniert und hat mir nie Probleme bereitet.

Deine persönliche Situation leitet also direkt auf den eigentlichen Grund deines Antrags über. Gleichzeitig zeigst du, dass es persönliche Probleme gab.

 

Schritt 4: Ein triftiger Grund

Jetzt bringst du den zentralen Grund für dein Anliegen und überzeugst damit den Prüfungsausschuss, deinen Antrag zu genehmigen.

Dabei musst du gut darauf achten, dass dein Grund wichtig genug ist und von deinem Prüfungsausschuss grundsätzlich akzeptiert wird. Gründe wie „ich habe die Anmeldung vergessen“ oder „ich wusste nicht, wie das geht“ werden in der Regel nicht angenommen.

Du solltest dich deswegen im Vorfeld bei deinen Kommilitonen oder deinem Studienberater darüber informieren, welche Gründe zum Erfolg führen können. Leider ist das von Prüfungsausschuss zu Prüfungsausschuss sehr unterschiedlich und fast immer eine Ermessensfrage.

Für unser Beispiel sieht Schritt 4 so aus:

Bei der Anmeldung zur o.g. Prüfung gab es eine kurze technische Störung, so dass die Anmeldung nicht durchgeführt wurde. Leider habe ich die fehlerhafte Anmeldung erst später bemerkt und konnte die Prüfung dann nicht mehr selbstständig anmelden.

 

Schritt 5: Mögliche Konsequenzen

Zum Schluss deiner Antragsbegründung kannst du noch mögliche Konsequenzen aufzeigen, die bevorstehen, falls dein Antrag abgelehnt werden sollte.

Ich meine damit nicht, dass du dem Prüfungsausschuss mit Konsequenzen drohen sollst! Das wäre furchtbar dumm und würde alles an Wohlwollen auf Seiten deines Prüfungsausschusses sofort zerstören.

An dieser Stelle kannst du aber zeigen, dass eine Genehmigung für dich besonders wichtig ist und deinen Studienerfolg maßgeblich beeinflussen kann.

Beispiel:

Sollte eine Prüfungsteilnahme nicht möglich sein, würde dies meine geplante Studiendauer signifikant verlängern.

Das wäre nicht im Sinne deiner Studiengangverwaltung und kann die Entscheidung zu deinem Antrag begünstigen.

Außerdem kannst du im Falle eines Verschuldens deinerseits an dieser Stelle Besserung für die Zukunft versprechen:

Ich versichere, dass ich in Zukunft achtsamer sein werde und keine weitere nachträgliche Anmeldung beantragen muss.

Mit diesem Ende gibst du deiner Begründung den Feinschliff und kannst den Antrag mit ruhigem Gewissen ins Rennen schicken.

 

Die fertige Begründung für deinen Antrag

Schauen wir uns unsere Beispielbegründung mal am Stück an.

Aufhänger:

Nachträgliche Prüfungsanmeldung: Online-Anmeldeverfahren hat nicht funktioniert.

Begründung:

Momentan studiere ich im dritten Fachsemester Maschinenbau (Bachelor) und befinde mich noch in Regelstudienzeit. In diesem Semester habe ich die Vorlesung XYZ besucht und möchte das Modul am Ende mit einer Prüfung abschließen. Während der Anmeldephase in diesem Semester musste ich einen Umzug organisieren und stand deswegen unter besonders großem Stress. Trotzdem habe ich alle Fristen beachtet und mich ordnungsgemäß für alle Prüfungen über das Online-Anmeldeverfahren angemeldet. Bisher hat diese Art der Anmeldung immer funktioniert und hat mir nie Probleme bereitet. Bei der Anmeldung zur o.g. Prüfung gab es allerding eine kurze technische Störung, so dass die Anmeldung nicht durchgeführt wurde. Leider habe ich die fehlerhafte Anmeldung erst später bemerkt und konnte die Prüfung dann nicht mehr selbstständig anmelden. Ich bitte Sie daher die Prüfung nachträglich anzumelden. Sollte eine Prüfungsteilnahme nicht möglich sein, würde dies meine geplante Studiendauer signifikant verlängern. Ich versichere, dass ich in Zukunft achtsamer sein werde und keine weitere nachträgliche Anmeldung beantragen muss.

Liest sich gar nicht so schlecht oder?

Damit haben wir in fünf einfachen Schritten eine vielversprechende Begründung für deinen Antrag gebaut. Und das Schöne ist: Dieses Muster lässt sich für fast alle Situationen anwenden!

 

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Fazit

In diesem Artikel habe ich dir gezeigt, wie du in fünf Schritten die perfekte Begründung für einen Antrag an deinen Prüfungsausschuss schreibst.

Wenn es im Studium Probleme gibt, kannst du mit einem Antrag die Wogen glätten und wieder alles in Ordnung bringen. Das Problem: Nur bei einer passenden Begründung ist dein Antrag erfolgreich.

Mit Hilfe dieser Anleitung kannst du ab jetzt deine Begründung planen, strukturieren und so aufbauen, dass der Prüfungsausschuss fast keine Wahl mehr hat und deinem Antrag zustimmen muss.

Dafür wünsche ich dir viel Erfolg!

 

Bild: © Viktor Hanacek / picjumbo.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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