Vergisst du dieses entscheidende Element bei deiner Prüfungsvorbereitung?

Vergisst du dieses entscheidende Element bei deiner Prüfungsvorbereitung?

von Tim Reichel

Der Grund für außergewöhnlich gute Prüfungsergebnisse liegt im Aufbau der Prüfungsvorbereitung. Dieses Element darfst du dabei nicht vergessen...

Stoff sammeln, zusammenfassen, lernen: Die Prüfungsvorbereitung sieht bei fast allen Studenten gleich aus. Doch warum schneiden einige deiner Kommilitonen deutlich besser ab als der Rest? Warum bekommen einige wenige Studenten deutlich bessere Noten als der Durchschnitt?

Diese Frage habe ich mir während meines Studiums häufig gestellt. Ist es Zufall? Glück? Eine besondere Gabe?

Drei Mal falsch.

Der Grund für außergewöhnlich gute Prüfungsergebnisse liegt im Aufbau der Prüfungsvorbereitung. Die Strategie ist entscheidend. Von außen mag die Vorbereitung immer ähnlich aussehen – doch der Unterschied zwischen einem durchschnittlichen Absolventen und einem Einserkandidaten liegt im Detail. Um genau zu sein, ist ein kleiner Bestandteil beim Lernen maßbeglich dafür verantwortlich, wie deine Prüfung später laufen wird.

Welcher das ist und warum du dieses wichtige Element nicht vergessen darfst, zeige ich dir in diesem Artikel.

 

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Die Elemente einer erfolgreichen Prüfungsvorbereitung

Bevor ich dir zeige, welche Phase du bei deiner Prüfungsvorbereitung auf gar keinen Fall vergessen darfst, müssen wir einen Blick auf den generellen Aufbau deiner Vorbereitung werfen. Erst wenn diese Grundlage steht, kannst du die Wichtigkeit des fehlenden Elements richtig einschätzen.

Grundsätzlich besteht eine Prüfungsvorbereitung aus den folgenden Elementen:

  • Stoff sammeln
  • Stoff ordnen/strukturieren
  • Stoff zusammenfassen
  • Stoff lernen (auswendig lernen)
  • Stoff anwenden (Verständnis aufbauen)
  • Stoff wiederholen
  • Finale Prüfungsvorbereitung

Nachdem du den Lernstoff aus dem Semester zusammengestellt hast, verschaffst du dir zunächst einen Überblick und ordnest deine Stoffsammlung. Sobald eine Struktur vorliegt, verdichtest du den Stoff und fasst du die Inhalte zusammen. Danach wird gelernt: Je nach Fach liegt dabei das faktische Wissen (auswendig lernen) oder das anwendungsbezogene Wissen (Verständnis aufbauen) im Fokus deiner Anstrengung.

Nach diesen Phasen werden die Elemente üblicherweise so lange wiederholt, bis der Stoff sitzt. Kurz vor der Prüfung steht dann die finale Prüfungsvorbereitung an. Hierbei werden Hilfsmaterialen zusammengestellt, der Prüfungstag geplant und letzte Vorkehrungen getroffen.

Und genau in dieser finalen Phase liegt das entscheidende Element, welches viele Studenten vergessen.

 

Dieser Fehler bringt dich um deinen Prüfungserfolg

Ich will dich nicht länger auf die Folter spannen. Das kritische Element deiner Prüfungsvorbereitung ist: ein Härtetest. Eine Generalprobe. Eine Abfrage deines Wissens unter prüfungsähnlichen Bedingungen. Wenn du dieses Element vernachlässigst oder sogar vergisst, wirst du in der kommenden Prüfung niemals deine Bestleistung abrufen können.

Nur durch einen Härtetest siehst du, welche Inhalte noch nicht richtig sitzen. Du kannst deinen Stoff so oft wiederholen, wie du möchtest – wenn du dich im Anschluss nicht selbst testest (und zwar unter realitätsnahen Prüfungsbedingungen), wirst du nicht einschätzen können, an welchen Stellen, du dich noch verbessern musst.

Darum nochmal, weil es so wichtig ist:

Der größte Fehler bei deiner Prüfungsvorbereitung besteht darin, dass du keinen Härtetest machst!

Noch nicht überzeugt? Dann sehen wir uns die Vorteile deiner Prüfungsgeneralprobe etwas genauer an.

 

Warum ein Härtetest so wichtig ist

Ein Härtetest ist unangenehm. Es macht keinen Spaß, sich selbst die Pistole auf die Brust zu setzen und sich durch eine eigens ausgedachte „Vorprüfung“ zu quälen. Doch die Strapazen lohnen sich. Ein Härtetest macht dich besser. Er ist unbequem – aber hilfreich.

Das sind die fünf wichtigsten Vorteile:

  • Du erkennst Wissenslücken und kannst diese danach rechtzeitig auffüllen.
  • Du erkennst Schwächen in deiner methodischen Arbeit und kannst dadurch gezielt an deiner Technik feilen.
  • Du versetzt dich in eine Prüfungssituation und wirst dadurch besser in realen Stresssituationen.
  • Du denkst ergebnisorientiert über deine bevorstehende Prüfung nach, wenn du dich vorher schon mit möglichen Prüfungsaufgaben beschäftigst.
  • Du arbeitest schneller und zielführender, weil du es gewohnt bist, unter Druck zu arbeiten.

Die Vorteile eines Härtetest sind einleuchtend und nicht von der Hand zu weisen. Trotzdem verzichten viele Studenten auf dieses Element. Entweder, weil sie es nicht kennen oder weil sie nicht wissen, wie sie einen eigenen Härtetest durchführen können.

Das erste Problem haben wir schon gelöst. Um das zweite kümmern wir uns jetzt.

 

So führst du eine Generalprobe für deine Prüfung durch

Jede Prüfung ist anders. Deshalb gibt es keine ultimative Anleitung für einen Härtetest. Aber es gibt ein paar allgemeingültige Tipps, mit deren Hilfe du deine ganz persönliche Generalprobe gestalten kannst. Und das für jede Prüfung, die dir während deiner Unilaufbahn über den Weg läuft.

Hier sind zehn Ansätze, an denen du dich orientieren kannst:

 

Schaffe prüfungsähnliche Bedingungen!

Deine Generalprobe entfaltet nur dann ihre größte Wirkung, wenn sie so nah wie möglich an deine Prüfung heranrückt. Versuche deshalb die Prüfungsbedingungen so gut es geht nachzustellen: Führe den Härtetest zu einer ähnlichen Uhrzeit durch, definiere ein klares Zeitfenster und so weiter.

 

Stelle eine Prüfungssituation nach!

Am besten ist es jedoch, wenn du deine Prüfungssituation noch realitätsnaher simulierst: Setze dich für den Härtetest in einen leeren Hörsaal und versetze dich mental in die Lage, die dir während der Prüfung bevorsteht. Sollte dir kein repräsentativer Prüfungsraum zur Verfügung stehen, wechsle zu Hause den Raum und führe deine Generalprobe in einer neuen Umgebung durch.

 

Verzichte auf Hilfsmittel!

Während deiner Prüfung stehen dir selten Hilfsmittel zur Verfügung. Schnell etwas nachschlagen oder praktische Online-Recherchen sind in der Regel nicht erlaubt. Verzichte deshalb auch bei deinem Härtetest auf Hilfsmittel und versuche, deine Aufgaben eigenständig zu lösen.

 

Stoppe deine Zeit!

Für deine Prüfung wirst du nur begrenzt Zeit zur Verfügung haben – und meistens hast du eher zu wenig davon. Daher solltest du diesen Umstand bei deinem Härtetest berücksichtigen und auf Zeit arbeiten. Stoppe deine Zeit und mache dich mit dem Gefühl vertraut, unter Druck zu arbeiten.

 

Schaue vorher nicht auf die Lösung!

Viele Studenten haben es sich zur Gewohnheit gemacht, neue Aufgaben mithilfe einer Musterlösung oder einer vorgefertigten Lösungsskizze zu bearbeiten. Das Problem dabei ist: Diese Art von Unterstützung wirst du während deiner Prüfung nicht haben. Arbeite deswegen ohne Lösung. Es heißt nicht umsonst „Härtetest“.

 

Arbeite alleine, nicht im Team!

Auch wenn ich Teamwork und Lerngruppen für etwas Tolles halte: Deine Prüfung ist eine Sache zwischen dir und dem Aufgabenblatt. Du musst alleine in dieser Situation zurechtkommen und kannst keine Hilfe von deinen Kommilitonen oder Nachhilfelehrern erwarten. Führe deine Generalprobe deswegen alleine und selbstständig durch.

 

Bearbeite eine alte Prüfungsaufgabe!

In einigen Fächern stellen Dozenten alte Prüfungsaufgaben zur Verfügung oder geben Hinweise, welche Aufgabenstellungen „prüfungsähnlich“ sein könnten. Nutze dieses Material für deinen Härtetest und wähle dabei eher schwere als einfache Aufgaben aus. Es bringt dich nicht weiter, wenn du Übungsaufgaben nutzt, die du schon fünf Mal vorher geöst hast oder Fragestellungen beantwortest, die du im Schlaf herunterbeten kannst.

 

Bitte deinen Dozenten um Hilfe!

Falls du keine Vorstellung von möglichen Prüfungsaufgaben hast, kannst du deinen Dozenten um Hilfe bitten. Schildere ihm deine Vorbereitungsstrategie, erwähne den Härtetest und frage ihn nach sinnvollen (Zusatz-)Aufgaben für dein Vorhaben. Die meisten Dozenten sind auskunftsfreudig und unterstützen fleißige Studenten.

 

Spüre den Stress – und halte ihn aus!

Viele Studenten starten einen Härtetest, halten dann jedoch nicht lange durch. Es ist ihnen zu stressig; sie mögen den Druck nicht. Doch genau darum geht es bei dieser Art der Vorbereitung: Du setzt dich ganz bewusst simuliertem Prüfungsstress aus, um in der späteren, realen Situation besser handeln zu können. Darum: Erzeuge Stress, spüre ihn, aber lauf nicht davon – halte ihn aus. Dann verliert er seine negative Wirkung auf dich.

 

Sei ehrlich: Analysiere deine Schwächen – und arbeite daran!

Ein Härtetest an sich bringt dir nichts. Die Erkenntnisse und Konsequenzen, die du daraus ableiten kannst, sind wertvoll. Doch nur, wenn du deinem Test ehrlich auswertest und objektiv analysierst, wirst du aus den Ergebnissen lernen können. Mach dir deine Schwächen deshalb gnadenlos bewusst. Leg den Finger in die eigene Wunde und verarzte sie dann, indem du an dir arbeitest. Das ist hart und tut manchmal weh, aber dein Prüfungsergebnis wird dich entschädigen.

 

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Fazit

Viele Studenten lernen fleißig für ihre Prüfungen, schneiden dann aber unerwartet schlecht ab. Der häufigste Grund: Sie finden sich in der Prüfungssituation nicht zurecht – weil sie diese vorher nicht trainiert haben. Sie haben keinen Härtetest gemacht und fühlen sich deshalb überfordert.

Nur mit einer klugen Generalprobe am Ende deiner Prüfungsvorbereitung kannst du deinen Wissensstand und deine Fähigkeiten richtig einschätzen und entscheiden, ob du fit für die kommende Prüfung bist oder nicht. Ohne Härtetest kannst du nur raten; mit Härtetest hast du Gewissheit.

Plane deshalb bei deiner nächsten Vorbereitungsphase etwas zusätzliche Zeit für einen solchen Test ein. Vergiss dieses kritische Element deiner Prüfungsvorbereitung nicht und räume ihm eine zentrale Rolle ein. Teste dich selbst, bevor es dein Prüfer tut.

Du wirst erstaunt sein, wie sehr du dich verbessern wirst.

 

Bild: © Kimberly Farmer / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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