Die perfekte Eselsbrücke fürs Lernen im Studium

So baust du dir die perfekte Eselsbrücke fürs Lernen

von Tim Reichel

Eine Eselsbrücke ist eine Lerntechnik, die dir dabei hilft, viele abstrakte und komplizierte Dinge nachhaltig zu merken. So baust du dir eine Eselsbrücke.

„Das kann ich mir nie merken!“

Zu viel, zu kompliziert, zu abstrakt: Beim Lernen für deine Klausuren wirst du jedes Semester vor neue Herausforderungen gestellt. Berge von Vorlesungsfolien, Übungsaufgaben und Fallstudien warten auf dich. Ein Meer aus Papier muss zusammengefasst, gelernt und im besten Fall auch noch verstanden werden.

Bei so viel Stoff, der nur zu einem überschaubaren Teil spannend und interessant ist, stellst du dir schnell die Frage: Wie soll ich das alles in so kurzer Zeit nur in meinen Kopf bekommen?

Eigentlich ist das nicht machbar. Aber nur eigentlich.

Denn es kommt auf die Technik an. Damit du dir deinen gesamten Lernstoff leichter merken und in Rekordzeit abspeichern kannst, hilft es, wenn du dir eine kreative und einfache Lerntechnik zu Nutze machst. Die gute alte Eselsbrücke.

Und wie du das genau anstellst, zeige ich dir in diesem Artikel. Aber der Reihe nach.

 

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Was ist eine Eselsbrücke?

Eine Eselsbrücke ist nichts anderes als eine kreative Merkhilfe und unterstützt das Einprägen von Fakten. Besonders hilfreich ist diese Mnemotechnik beim Auswendiglernen von Vokabeln, Formeln oder technischen Zusammenhängen.

Dabei stellt die Eselsbrücke einen Zusammenhang zwischen langweiligen Informationen (ohne persönlichen Bezug) und „merkwürdigen“ Verbindungen her, den du dir viel besser merken kannst und im Langzeitgedächtnis behältst.

Ein klassisches Beispiel aus der Schulzeit zum Merken der vier Himmelsrichtungen (Norden, Osten, Süden, Westen) ist die Eselsbrücke „Niemals Ohne Seife Waschen“. Oder zum Einprägen der Planeten unseres Sonnensystems (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun): „Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unseren Nachthimmel“. (Früher noch mit Pluto…)

Beim Lernen mit Eselsbrücken nutzt du die assoziative Arbeitsweise deines Gedächtnisses und kannst dir dadurch deutlich mehr Inhalte merken. Und dazu hast du unendlich viele Möglichkeiten.

 

Arten von Eselsbrücken

Eselsbrücken lassen sich in verschiedene Kategorien einteilen. Unter den bekanntesten Merksätzen kommen diese hier besonders häufig vor:

  • Merksatz aus Anfangsbuchstaben
    Beispiel: „Niemals Ohne Seife Waschen“. Siehe oben.
  • Merksatz aus Wortbausteinen
    Beispiel: „Gar nicht wird gar nicht zusammengeschrieben“.
  • Abkürzungen aus Anfangsbuchstaben
    Beispiel: „KLAPS-Regel“ aus der Mathematik = „Klammer, Punkt, Strich“.
  • Merksatz als Reim
    Beispiel: „He, she, it, das S muss mit“.
  • Nummerieren, Zahlen
    Beispiel: „7-5-3 – Rom schlüpft aus dem Ei“. (Zur Gründung Roms 753 v. Chr.)

Neben diesen Beispielen gibt es noch weitere Überkategorien und natürlich jede mögliche Mischform oder Kombination.

Damit deine Eselsbrücke auch wirklich funktioniert und im Gedächtnis bleibt, zeige ich dir jetzt, worauf du bei der Kreation achten musst. Es reicht nämlich nicht, wenn du dir nur einen lustigen Satz ausdenkst. Deine Eselsbrücke muss mehr können.

 

Anforderungen an Eselsbrücken

Warum sind einige Merkhilfen über Jahrzehnte lang bekannt und werden von Generation zu Generation weitergegeben? Weil sie funktionieren.

Damit deine Eselsbrücke die nötige Power bekommt und wirklich „merkwürdig“ wird, kannst du dich an diesem Anforderungskatalog orientieren.

Gute Eselsbrücken sind:

  • Einfach
  • Kurz
  • Kurios
  • Eindeutig
  • Logisch
  • Einprägsam
  • Ansprechend
  • Persönlich
  • Emotional

Eine Eselsbrücke ist immer individuell und sollte sich auf deine eigenen Erfahrungen und Vorlieben stützen. Es kommt nur darauf an, wie die Eselsbrücke für dich passt. Und dabei hilft die EMK-Regel.

 

EMK und zwar laut!

Wenn deine Eselsbrücke erfolgreich sein soll, muss sie sich in deinem Köpfchen gegen Tausend andere Gedanken und unzählige Neuronen-Verbindungen durchsetzen. Eine Eselsbrücke braucht also Aufmerksamkeit.

Und wie bekommt man ganz billig Aufmerksamkeit? Indem man laut ist – mit einem lauten Knall.

Eselsbrücken Müssen Knallen! (EMK)

Egal welche Merkhilfe du dir baust: Bau sie laut! Sei kreativ und erschaffe etwas wirklich Merkwürdiges. Etwas, das hängen bleibt.

Es spielt keine Rolle, was deine Freunde, Kommilitonen oder Professoren von deiner Eselsbrücke halten. (Sie müssen im Zweifel nie von ihr erfahren.) Dein Merksatz kann völlig geisteskrank, pervers oder weltkriegsauslösend sein. Hauptsache er funktioniert. Merk dir: EMK!

 

Ein bisschen Inspiration

Wenn du direkt starten möchtest, aber noch ein paar Anregungen für deine neue Super-Eselsbrücke brauchst, findest du hier ein paar Beispiele.

Web:

Bücher:

Es gibt sogar ein Gesellschaftsspiel dazu:

 

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Fazit

Eselsbrücken können dir das Lernen erleichtern und deine Gedächtnisleistung um ein Vielfaches erhöhen.

In diesem Artikel habe ich dir gezeigt, welche Arten von Eselsbrücken es gibt, worauf du beim Brückenbau achten musst und wo du Beispiele findest. Deine Merksätze müssen individuell sein und zu dir passen. Wenn du dann noch die EMK-Regel beachtest, wirst du dir demnächst fast alles merken können. Und das auch noch spielerisch.

Selbst wenn deine Eselsbrücken am Anfang nicht perfekt sind: Allein dadurch, dass du dich kreativ mit deinem Lernstoff auseinandersetzt und aus verschiedenen Perspektiven betrachtest, bleiben die Inhalte besser hängen.

Damit hast du auf jeden schon Fall gewonnen.

 

Bild: © Ryan McGuire / gratisography.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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