Zu wenig Wörter? 7 Möglichkeiten, wie du deine Studienarbeit strecken kannst – ohne, dass es auffällt!

von Tim Reichel

Hat deine Studienarbeit zu wenig Wörter? ist dein Text zu kurz? Mithilfe dieser Tricks kannst du deine Studienarbeit strecken und geschickt erweitern, so dass dein Prof es nicht merken wird.

Ein Absatz noch – dann ist es endlich so weit: Deine Studienarbeit ist fertig. Wochen, ja sogar Monate hast du auf diesen Moment hingearbeitet. Nun bist du am lang ersehnten Ziel. Aber leider nur fast.

Denn während du die letzten Wörter tippst, wandert dein Blick nervös auf die kleine Zahl am unteren Rand deines Textdokuments. Du hattest es schon im Gefühl, doch nun herrscht traurige Gewissheit: Dir fehlen zwei Seiten.

Für viele Studentinnen und Studenten beginnt an dieser Stelle ein mühsamer Prozess. Weil ihr Text zu kurz ist und zu wenig Wörter umfasst, versuchen sie, ihre wissenschaftliche Arbeit künstlich in die Länge zu ziehen. Sie wollen ihre Studienarbeit strecken.

Nur wie?

Die Schriftgröße erhöhen? Ist verboten. Den Zeilenabstand vergrößern? Ist auch verboten. Abbildungen ergänzen? Funktioniert nicht, weil dieser Trick selbst dem einfältigsten Prof auffallen würde. Außerdem muss häufig eine gewisse Anzahl von Wörtern erreicht werden – formale Tricksereien bringen dich daher nicht weiter.

Was also tun?

Ich hätte da ein paar Vorschläge.

 

Nie wieder Schreibblockade!

Mit diesem Buch schreibt sich deine Studienarbeit fast von selbst! Insgesamt zeige ich dir 120 geniale Schreibtispps für Studienarbeiten und wissenschaftliche Texte. Aber das Beste ist: 56 Seiten davon schenke ich dir – trage dich einfach in diese E-Mail-Liste ein:

Garantiert kein Spam. Du wirst Teil meines Newsletters und erhältst eine Leseprobe, nützliche Tipps für dein Studium sowie passende Buchempfehlungen. Abmeldung jederzeit möglich.

 

So kannst du deine Studienarbeit strecken

Um ihre Studienarbeit zu strecken, greifen viele Schreiberlinge auf einen uralten Trick zurück: Sie wiederholen. Dabei würgen sie bereits genannte Informationen wieder hoch und kauen so lange auf diesen Inhalten herum, bis sie ihren Text ausreichend aufgebläht haben (so wie ich im ersten Teil dieses Satzes). Dazu benutzen sie reichlich Füllwörter und überladen ihren Text mit abgedroschenen, überflüssigen und redundanten Adjektiven.

Dieses Vorgehen ist zwar einfach, doch es bringt einen folgenschweren Nachteil mit sich: Die Qualität deines Textes nimmt ab – und zwar deutlich. Die meisten Prüferinnen und Prüfer durchschauen diese Strategie auf den ersten Blick und werten deine Leistung entsprechend ab. Du schadest dir also selbst, wenn du deine Studienarbeit zu offensichtlich streckst.

Darum stelle ich dir in diesem Artikel sieben kluge Möglichkeiten vor, wie du deine Studienarbeit stilvoll strecken und geschickt erweitern kannst. Ohne miese Tricks und inhaltsleere Phrasen. Nicht einmal deinen Betreuern wird es auffallen.

Auf geht’s!

 

1. Stelle eine (weitere) Quelle vor!

Literaturquellen und wissenschaftliche Verweise sind in Studienarbeiten nicht nur üblich, sondern notwendig. Durch den Einsatz geeigneter Quellen belegst du deine Aussagen und zeigst, dass du dein Thema verstanden hast und einordnen kannst. Dabei ist es zwar wichtig, dass du passende und relevante Quellen heranziehst – eine feste Begrenzung der Quellenanzahl gibt es in der Regel jedoch nicht.

Das heißt: Wenn du in einigen Kapiteln weitere Belege hinzufügst und diese kurz vorstellst, wertest du deine Arbeit nicht ab, sondern auf – und füllst gleichzeitig die Seiten. Du kannst zum Beispiel auf thematisch passende Studien verweisen oder dich auf aktuelle Forschungsergebnisse berufen. Des Weiteren kannst du dich auf Grundlagenliteratur beziehen oder einen geeigneten Fachartikel als Referenzquelle einsetzen.

Beispiele:

In ihrer Studie aus dem Jahr 2019 zeigen Kolirov et al., dass…

Miller weist in ihrer Dissertation auf einen ähnlichen Zusammenhang hin. Dieser soll im Folgenden erläutert werden…

Ein vergleichbares Verhalten konnte in der Studie von Alexandios et al. festgestellt werden, wobei…

 

2. Erläutere ein Anwendungsbeispiel!

Mithilfe von Beispielen kannst du deine Studienarbeit strecken und ihr einen überzeugenden Praxisbezug verleihen. Besonders Anwendungsbeispiele in theoretisch geprägten Kapiteln können abstrakte Zusammenhänge verdeutlichen und deinen Text lebendiger wirken lassen. Wichtig dabei ist, dass deine Beispiele zum jeweiligen Fachgebiet passen und den Anforderungen deines Betreuers entsprechen.

Dazu stellst du zunächst theoretische Grundlagen dar oder beschreibst einen allgemeinen Ansatz. Im Anschluss demonstrierst du dann, wie diese Kenntnisse genutzt werden können. Anwendungsbeispiele eignen sich hierfür besonders gut, weil du auf diese Weise zeigen kannst, dass du die zuvor beschriebenen Inhalte auch wirklich verstanden hast. Außerdem fällt die schriftliche Ausarbeitung eines Beispiels in der Regel leichter als die Erläuterung von wissenschaftlichen Theorien.

Beispiele:

Diese Verhaltensmuster lassen sich auch im Alltag beobachten, zum Beispiel in den folgenden Situationen…

Die hergeleitete Formel kann nun zur Bestimmung der Wärmekapizität eingesetzt werden. Dies soll an folgendem Beispiel gezeigt werden…

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam das Landgericht Dresden, als im Jahr 2014…

 

3. Erkläre eine Abbildung!

Abbildungen können in so gut wie jeder Studienarbeit eingesetzt werden und eignen sich wunderbar zum Auflockern reiner Textpassagen. Dabei kannst du auf Fotos, Infografiken, Skizzen oder sonstige visuelle Elemente zurückgreifen, die zu deinem Thema passen. Wie eingangs erwähnt, füllen Abbildungen zwar deine Seiten – sie tragen aber nicht wesentlich zur Erhöhung der Wortanzahl bei.

Aus diesem Grund solltest du jede Abbildung schriftlich einleiten, ausführlich erklären und mit einem überleitenden Statement abschließen. Dazu stellst du die Abbildung zunächst vor, beschreibst dann mit eigenen Worten, was die Abbildung darstellt, interpretierst das Gezeigte und ziehst letztendlich Schlüsse daraus.

Beispiele:

In der folgenden Grafik ist die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts der Jahre 2010-2020 dargestellt…

Auf dem Foto ist der Versuchsaufbau erkennbar. Im Einzelnen sieht man…

Die Abbildung macht deutlich, dass…

 

4. Ziehe ein Zwischenfazit!

Falls in deiner Arbeit längere Kapitel oder Textabschnitte vorkommen, in denen ein komplexes Thema über mehrere Seiten behandelt wird, kannst du mit einer eingeschobenen Zusammenfassung arbeiten. Solch ein Zwischenfazit hilft deinen Prüfern (weil sie die Informationen besser verarbeiten können) – und dir selbst (weil du damit auf geschickte Weise deine Studienarbeit strecken kannst).

Natürlich darfst du dieses Stilmittel nicht zu häufig einsetzen, doch in der richtigen Dosis stärkt es die Struktur deiner Arbeit und verbessert die Wirkung deiner Argumentation. Zudem hilft dir eine Zwischenbilanz dabei, deinen Schreibrhythmus beizubehalten, weil du nicht kreativ werden, sondern lediglich die bisherigen Inhalte zusammenfassen musst. Dabei solltest du allerdings keine wortgleichen Wiederholungen verwenden, sondern ein präzises Fazit mit Mehrwert erstellen.

Beispiele:

Die Ergebnisse können folgendermaßen zusammengefasst werden…

Daraus ergibt sich eine erste Zwischenbilanz…

Die Kernaussagen der zuvor erläuterten Studie lauten…

 

5. Baue einen Exkurs ein!

Ein Exkurs ist ein sehr variantenreiches Element, mit dessen Hilfe du deine Studienarbeit strecken kannst. Es handelt sich dabei um einen in sich geschlossenen Textabschnitt innerhalb deiner Arbeit, der nicht direkt mit deinem eigentlichen Thema in Verbindung stehen muss. Es ist vielmehr eine wissenschaftliche Abschweifung, die entweder Hintergrundinformationen zu einem bestimmten Sachgebiet liefern oder als zusätzliche Ergänzung das Verständnis fördern soll.

Dabei sollte sich der Exkurs logisch in den Gesamtkontext deiner Studienarbeit einreihen und nicht als störendes Element wahrgenommen werden. Sollten bestimmte Kapitel zu kurz geraten sein oder in kritischen Abschnitten noch Inhalte fehlen, kannst du diese Stellen mit einer gezielten Abschweifung erweitern.

Beispiele:

Die zuvor beschriebene Studie reiht sich in eine Folge bekannter Untersuchungen ein. Diese werden nun für einen besseren Überblick vorgestellt…

Zur Herleitung der Formel können die Navier-Stokes-Gleichungen herangezogen werden. Diese sind folgendermaßen definiert…

Um die kulturellen Hintergründe der Entscheidungsfindung analysieren zu können, folgt ein thematisch passender Exkurs…

 

6. Erstelle eine Übersichtstabelle!

Tabellen kannst du ähnlich wie Abbildungen und Diagramme in deine Studienarbeit integrieren: Du beginnst mit einer präzisen Einleitung und stellst im Anschluss die Ergebnisse und Besonderheiten der gezeigten Tabelle schriftlich dar. Auf diese Weise kannst du aus dem Nichts ein paar zusätzliche Sätze hervorzaubern. Hierbei gibt es jedoch Ausnahmen: Falls deine Tabelle als Ergebnisübersicht dienen soll oder am Ende deines Kapitels eingefügt wird, erübrigt sich in der Regel eine nachfolgende Erläuterung.

Dennoch bieten Tabellen drei große Vorteile: Erstens kannst du sie als Textelement formatieren, sodass die eingesetzten Wörter in deine Zählung eingehen. Zweitens bist du bei dem Tabellenlayout in der Regel nicht an strikte Vorgaben gebunden. Das heißt: Du kannst Höhe und Breite der Zellen frei einstellen und damit die Maße der Tabelle zu deinen Gunsten manipulieren. Drittens kannst du eine Übersichtstabelle im späteren Kolloquium zu deiner Studienarbeit wiederverwenden.

Beispiele:

Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse der zweiten Versuchsreihe…

In der ersten Spalte der Tabelle ist die Fragestellung dargestellt, in der zweiten Spalte ist das Alter der Probanden angegeben…

Die tabellarische Zusammenstellung macht deutlich, dass…

 

7. Liefere einen Ausblick!

Ein Ausblick ist ein typisches Abschlusselement in wissenschaftlichen Texten. Dabei beendest du ein (Unter-)Thema allerdings nicht mit einem Fazit oder einer Bewertung, sondern spielst einen Querpass zu einem anderen Bereich, um diesen in der Folge kurz zu erläutern. Du greifst die zuvor beschriebenen Inhalte deiner Studienarbeit auf und verweist dann auf externe Quellen oder mögliche Folgeuntersuchungen. Letzteres können zum Beispiel aktuelle Studien oder Veröffentlichungen branchenspezifischer Institutionen sein.

Damit ist ein Ausblick nichts anderes als ein in die Zukunft gerichteter Exkurs – jedoch mit starkem Bezug zu deinem aktuellen Thema. Mit diesem Blick in die Zukunft kannst du nicht nur deine Studienarbeit strecken, sondern auch eindrucksvoll belegen, dass du dein Thema so gut verstanden hast, dass du dir eine Prognose zutraust. Dieses Element solltest du sparsam einsetzen – sonst wirkst du unglaubwürdig und wenig seriös.

Beispiele:

Diese Entwicklungen können in zukünftigen Studien näher untersucht werden, bei denen…

Weiterführende Untersuchungen könnten die folgende Parametervariation berücksichtigen…

In den Arbeiten von Meier und Xi lassen sich geeignete Anknüpfungspunkte zu den vorgestellten Lösungsansätzen finden…

 

Nie wieder Schreibblockade!

Mit diesem Buch schreibt sich deine Studienarbeit fast von selbst! Insgesamt zeige ich dir 120 geniale Schreibtispps für Studienarbeiten und wissenschaftliche Texte. Aber das Beste ist: 56 Seiten davon schenke ich dir – trage dich einfach in diese E-Mail-Liste ein:

Garantiert kein Spam. Du wirst Teil meines Newsletters und erhältst eine Leseprobe, nützliche Tipps für dein Studium sowie passende Buchempfehlungen. Abmeldung jederzeit möglich.

 

Fazit

Wenn dein Text ein paar zusätzliche Wörter gebrauchen kann und du deine Studienarbeit strecken möchtest, dann verzichte auf billige Tricks. Plumpes Wiederholen und inhaltsloses Paraphrasieren helfen dir nicht weiter. Konzentriere dich stattdessen auf die sieben Möglichkeiten aus diesem Artikel und pumpe deine Abschlussarbeit mit Mehrwert auf. Hier sind die vorgestellten Elemente nochmal in der Übersicht:

  • Stelle eine (weitere) Quelle vor!
  • Erläutere ein Anwendungsbeispiel!
  • Erkläre eine Abbildung!
  • Ziehe ein Zwischenfazit!
  • Baue einen Exkurs ein!
  • Erstelle eine Übersichtstabelle!
  • Liefere einen Ausblick!

Setze diese Strategien bitte mit Bedacht ein. Benutze sie nicht inflationär und achte auf eine ausgewogene Mischung. Fehlende Inhalte und mangelnde wissenschaftliche Tiefe kannst du mit keiner Technik dieser Welt retuschieren. Arbeite im Zweifel an deiner Struktur, verbessere deine Argumentation oder füge ein neues Unterkapitel ein.

Wenn du beim wissenschaftlichen Schreiben und Formulieren Hilfe brauchst, dann empfehle ich dir mein Buch Nie wieder Schreibblockade. In diesem modernen Schreibratgeber zeige ich dir, wie du deine Studienarbeit schnell und in einer hohen Qualität schreiben kannst.

Dort findest du vorgefertigte Textbausteine und Formulierungshilfen, die du bequem für deine wissenschaftliche Arbeit übernehmen kannst. (Einige Ausschnitte aus diesem Artikel stammen aus dem Buch). Die vielen Beispiele und Vorlagen helfen dir dabei, deine Studienarbeit zu planen, einen klugen Aufbau zu finden und wertvolle Inhalte zu erstellen. Einfacher geht wissenschaftliches Schreiben im Studium nicht.

Zur perfekten Studienarbeit geht es hier entlang (klick!)

 

Bild: © Charles Deluvio / unsplash.com
Jetzt teilen!
Autor

Tim Reichel

Tim ist Autor, Wissenschaftler und der Gründer von Studienscheiss. Seit über acht Jahren arbeitet er als Fachstudienberater und löst Probleme im Studium. Außerdem hält er Vorträge, veranstaltet Seminare und schreibt Bücher. Hier erfährst du mehr über Tim Reichel

Kommentare
Click Here to Leave a Comment Below

Hinterlasse einen Kommentar: