Wie du mit der Zwei-Minuten-Regel dein Studentenleben revolutionierst

von Tim Reichel

Die Zwei-Minuten-Regel hilft dir dabei, dein Studentenleben zu organisieren und produktiv zu bleiben. Sie schärft deine Sinne und sorgt dafür, dass du...

Wann hast du das letzte Mal deine To-do-Liste komplett abgearbeitet? Weißt du noch, wann du wirklich jeden Punkt durchstreichen konntest und danach keine einzige Aufgabe mehr in deinem Kopf herumgespukt ist? Kannst du dich überhaupt daran erinnern, es irgendwann einmal geschafft zu haben?

Ich jedenfalls nicht.

Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal wirklich ALLES erledigen konnte, was ich mir vorgenommen hatte. Und das liegt nicht daran, dass ich besonders faul oder chaotisch bin – jedenfalls nicht nur. Es ist vielmehr ein Problem, mit dem fast alle Menschen zu kämpfen haben. Studenten ganz besonders.

Das Problem ist: Kleinkram.

Kleinigkeiten, deren Erledigung dich über den Tag verteilt unglaublich viel Zeit kostet. Diese Mini-Aufgaben treten häufig spontan in dein Leben, ziehen deine Aufmerksamkeit auf sich und lenken dich damit von den wichtigen Projekten ab: eine E-Mail des Dozenten, eine Nachricht in der Kommilitonen-WhatsApp-Gruppe oder das Befüllen der Waschmaschine.

Diese Aufgaben stören. Entweder, weil du dich direkt mit Ihnen beschäftigen musst und dadurch deinen Rhythmus verlierst oder weil du sie auf deiner To-do-Liste sammelst und damit ständig an sie denken musst. Deshalb stelle ich dir in diesem Artikel eine einfache Methode vor, die dir bei der Bewältigung deiner täglichen Aufgabenflut hilft und dafür sorgt, dass du deine Tagesplanung im Griff behältst.

Bühne frei für die Zwei-Minuten-Regel.

 

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Was ist die Zwei-Minuten-Regel?

Die Zwei-Minuten-Regel ist ein Konzept des amerikanischen Zeitmanagement-Gurus David Allen. Die Regel hilft dir dabei, deinen Alltag zu organisieren und produktiv zu bleiben. Dabei ist die Zwei Minuten-Regel einfach in der Anwendung und kann in fast jeder Situation angewendet werden. Sie lautet:

Wenn du eine Aufgabe innerhalb von zwei Minuten erledigen kannst, dann führe sie direkt durch.

Dauert die Bearbeitung länger als zwei Minuten, dann schreibe die Aufgabe auf deine To-do-Liste und beschäftige dich später damit. Oder konkret: Kannst du die E-Mail deines Dozenten in zwei Minuten lesen, verstehen, bearbeiten und ablegen – dann mache es jetzt sofort. Wenn du glaubst, dass es länger dauert, erhält diese Aufgabe einen Platz auf deiner To-do-Liste.

So simpel und doch so produktiv. Schauen wir uns an, warum das so ist.

 

Warum ist die Zwei-Minuten-Regel so hilfreich?

Die Zwei-Minuten-Regel sorgt dafür, dass du schnell in Aktion kommst und Überorganisation vermeidest. Dieses Konzept unterscheidet nicht zwischen dringenden Aufgaben und solchen, deren Erledigung später stattfinden kann. Es geht nur darum, ob du eine Aufgabe wichtig findest: Ist sie wichtig, kümmerst du dich sofort um sie, falls du es in zwei Minuten schaffst; falls nicht, sammelst du die Aufgabe und planst sie später ein.

Der Grund für die Zwei-Minuten-Grenze liegt darin, dass es innerhalb dieses Rahmens insgesamt länger dauern würde, einen Vorgang abzulegen und im Auge zu behalten, als ihn gleich beim ersten Aufnehmen abzuhandeln – oder anders gesagt, hier liegt die Effizienzgrenze.

Ist die Aufgabe nicht wichtig (überflüssige Nachricht in der WhatsApp-Gruppe): weg damit. Ist sie wichtig solltest du sie effizient erledigen. Also entweder schnell durchführen (Waschmaschine einschalten), oder – bei komplexeren Projekten (Studienarbeit schreiben) – planen und strategisch vorgehen.

Immer noch nicht überzeugt? Okay. Schauen wir uns die Vorteile mal genauer an.

 

Die größten Vorteile der Zwei-Minuten-Regel

Die Zwei-Minuten-Regel ist ein Filter für den Kleinkram, der dir im Alltag begegnet. Diese Regel hilft dir dabei zu entscheiden, wie du mit neuen Aufgaben umgehen kannst und beschützt deine To-do-Liste.

Das sind die fünf größten Vorteile dieser Methode:

  • Du vermeidest Ansammlungen von Mini-Aufgaben auf deiner To-do-Liste.
  • Du kommst leichter in Aktion, weil du in kleinen Intervallen von zwei Minuten arbeitest.
  • Du kommst schneller in einen Flow, weil kleine Aufgaben schnell abgeschlossen werden.
  • Du verbesserst deine gesamte Organisation, weil du fast automatisch in Schritten denkst und deine Aufgaben analysierst.
  • Du triffst eine bessere Einschätzung von wichtigen und unwichtigen Aufgaben.

Es wird dir deutlich einfacher fallen, deine täglichen To-dos zu erledigen, wenn du dich an die Zwei-Minuten-Regel hältst. Du musst dazu nur die Dauer der anfallenden Herausforderungen abschätzen und dich entscheiden, ob die Sache wichtig ist oder nicht.

Wie das in deinem Studium funktionieren kann, zeige ich dir jetzt.

 

Wie du die Zwei-Minuten-Regel beim Studieren einsetzen kannst

Die Zwei-Minuten-Regel kannst du für alle Bereiche in deinem Studentenleben anwenden. Sie ist multifunktional und kann immer dann eingesetzt werden, wenn du mit einer neuen Aufgabe konfrontiert wirst. Dazu habe ich vier Beispielanwendungen für dich zusammengestellt:

  • Studienorganisation
  • Haushalt
  • Sozialleben
  • Lernen

Sieh dir dazu die folgenden Beispiele an und entscheide spontan, wie du die Zwei-Minuten-Regel anwenden würdest: Kannst du die jeweilige Aufgabe in zwei Minuten erledigen, dann mache es sofort. Wenn nicht, dann schreibe die Aufgabe auf deine To-do-Liste.

Los geht’s:

 

Beispiel 1: Studienorganisation

Wie bewertest du die folgenden Aufgaben?

  • Prüfungstermin recherchieren
  • E-Mail vom Dozenten lesen
  • Prüfungsordnung lesen
  • Semesterbeitrag bezahlen
  • Auslandssemester planen

Mögliche Lösung:

  • Prüfungstermin recherchieren (sofort erledigen!)
  • E-Mail vom Dozenten lesen (sofort erledigen!)
  • Prüfungsordnung lesen (auf To-do-Liste!)
  • Semesterbeitrag bezahlen (sofort erledigen!)
  • Auslandssemester planen (auf To-do-Liste!)

Beispiel 2: Haushalt

Wie bewertest du die folgenden Aufgaben?

  • Schreibtisch aufräumen
  • Bett machen
  • Fenster putzen
  • Waschmaschine einschalten
  • Wäsche aufhängen

Mögliche Lösung:

  • Schreibtisch aufräumen (auf To-do-Liste!)
  • Bett machen (sofort erledigen!)
  • Fenster putzen (auf To-do-Liste!)
  • Waschmaschine einschalten (sofort erledigen!)
  • Wäsche aufhängen (auf To-do-Liste!)

Beispiel 3: Sozialleben

Wie bewertest du die folgenden Aufgaben?

  • Oma anrufen
  • Geburtstageinladung zusagen
  • Zum Sport gehen
  • Preise für Konzert-Tickets recherchieren
  • Treffen mit Sarah absagen

Mögliche Lösung:

  • Oma anrufen (auf To-do-Liste!)
  • Geburtstageinladung zusagen (sofort erledigen!)
  • Zum Sport gehen (auf To-do-Liste!)
  • Preise für Konzert-Tickets recherchieren (sofort erledigen!)
  • Treffen mit Sarah absagen (sofort erledigen!)

Beispiel 4: Lernen

Wie bewertest du die folgenden Aufgaben?

  • Vorlesungsfolien ausdrucken
  • Eine Definition aufschreiben
  • Lehrbuch heraussuchen
  • Zusammenfassung schreiben
  • Übungsaufgabe bearbeiten

Mögliche Lösung:

  • Vorlesungsfolien ausdrucken (sofort erledigen!)
  • Eine Definition aufschreiben (sofort erledigen!)
  • Lehrbuch heraussuchen (sofort erledigen!)
  • Zusammenfassung schreiben (auf To-do-Liste!)
  • Übungsaufgabe bearbeiten (auf To-do-Liste!)

 

Die Grenzen der Zwei-Minuten-Regel

Die Zwei-Minuten-Regel wirkt am Anfang sehr restriktiv – doch das ist sie gar nicht. Du kannst das Zeitfenster von zwei Minuten vielmehr als Richtwert verstehen und je nach Situation die Schwelle auf fünf, zehn oder fünfzehn Minuten erhöhen. Ansonsten wirst du komplexe Aufgaben (Zusammenfassung schreiben, Übungsaufgaben bearbeiten und so weiter) konsequent aufschieben und damit deinen Lernfortschritt aushebeln.

Achte nur darauf, dass du die Zeitfenster so wählst, dass du produktiv und effizient bleibst. Je nach persönlicher Taktung kann es zum Beispiel sinnvoll sein, die Dauer auf eine Minute (oder weniger) zu reduzieren, weil du entweder wenig Zeit hast und schnell Ergebnisse brauchst oder sofort in Aktion kommen möchtest.

Außerdem brauchst du die Zwei-Minuten-Regel nicht über den kompletten Tag einzusetzen. Dieses Konzept ist keine Maßnahme, um dich zur Produktivität zu zwingen, sondern ein Mittel, um neu anfallende Aufgaben richtig einschätzen und effizient abarbeiten zu können.

 

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Fazit

Viele Studenten lassen sich von der täglichen Aufgabenflut mitreißen. Nach kurzer Zeit steht ihnen dann das Wasser bis zum Hals; sie verlieren ihren Fokus, überfrachten ihre To-do-Liste und verzetteln sich bei dem Versuch, mehrere Aufgaben parallel zu bearbeiten. Genau bei diesem Problem hilft dir die Zwei-Minuten Regel.

Die Zwei-Minuten-Regel schärft deine Sinne und sorgt dafür, dass du den Überblick behältst. Sie bringt dich dazu, jede neue Herausforderung zu bewerten, macht dir die Entscheidung über das weitere Vorgehen aber so einfach wie möglich: Alles, was du unter zwei Minuten erledigen kannst, wird sofort durchgeführt – alles Weitere kommt zur Planung auf deine To-do-Liste.

Mit diesem System förderst du nicht nur dein Organisationstalent; du kommst in Schwung und erledigst zudem viel mehr Aufgaben als bisher – und das auch noch wahnsinnig effizient. Das Beste ist aber: Alle Aufgaben, die du sofort erledigst, schaffen es nicht auf deine To-do-Liste. Du hakst sie sozusagen ab, noch bevor du sie aufschreiben kannst. Dadurch sparst du einen großen Betrag mentaler Energie.

Und Energie, die du nicht für Kleinkram aufwenden musst, kannst du viel besser für große und wichtige Aufgaben einsetzen. Oder für mehr Freizeit.

 

Bild: © Viktor Hanacek / picjumbo.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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