Warum du einen Spickzettel schreiben, aber nicht benutzen solltest (2)

Warum du vor jeder Klausur einen Spickzettel schreiben, ihn aber niemals benutzen solltest (Teil 2)

von Daniel Hunold

Spickzettel haben einen schlechten Ruf. Aber die kleinen Gedächtnisstützen sind mehr als ein illegales Hilfsmittel in Prüfungen - sie helfen dir beim Lernen

Sein wir doch mal ehrlich. Zu Schulzeiten hat bestimmt fast jeder von uns schon einmal abgeschrieben, einen Spicker benutzt oder sich auf andere Weise einen unfairen Vorteil in einer Prüfung verschafft.

Bei Prüfungen im Studium merkt man aber schnell, dass diese so komplex sind und dass man eigentlich einen Spicker in der Größe von 1×1 Meter benötigt, um all die Fakten die man wissen muss in Schriftgröße 5 unterzubringen. Spickzettel sind nützlich – ohne Frage. Wie du den perfekten Spickzettel schreiben und ihn fürs Lernen nutzen kannst, hat Tim dir in Teil 1 dieser Artikelserie gezeigt.

Spicken während der Prüfung ist hingegen nicht nur illegal, sondern auch höchst riskant. Trotzdem probieren es etliche Studenten immer wieder, obwohl wir Dozenten die Spicker im Regelfall finden. Immerhin waren wir selbst einmal Studierende und kennen die gängigen Tricks. Zusätzlich sind wir aber auch darin ausgebildet, Spickzettel zu entdecken.

Wenn wir dann einen Spicker finden, dann drohen üble Konsequenzen.

 

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Konsequenzen: Das passiert, wenn du beim Betrügen erwischt wirst

Wer an der Uni beim Spicken erwischt wird, muss mit dramatischeren Konsequenzen als noch zu Schulzeiten rechnen. Wenn deine „kleine Schummelei“ auffliegt, musst du die Prüfung wiederholen und verlierst dadurch Zeit. Im schlimmsten Fall studierst du deswegen ein Semester länger oder wirst – wenn es ganz übel läuft – vom Studium ausgeschlossen.

Die genauen Regelungen sind von Uni zu Uni und Studiengang zu Studiengang unterschiedlich und werden in der jeweiligen Prüfungsordnung geregelt. Damit du trotzdem einen kleinen, praktischen Einblick bekommst, erzähle ich dir, wie es bei mir in Greifswald gehandhabt wird.

Wenn du beim ersten regulären Versuch an meiner Uni täuschst, bekommst du nur einen weiteren Versuch. Alle weiteren Versuche, die dir per Studienordnung zugestanden hätten, werden gestrichen. Wenn du bei einem Folgeversuch schummelst, dann fliegst du sofort aus dem Studiengang raus.

Das Benutzen eines Spickzettels wird bei uns also sehr ernst genommen wird. In meinem Studiengang wird sogar das bloße Mitführen eines Handys am Körper - ohne das es tatsächlich benutzt wird - als Täuschungsversuch gewertet!

Bei diesen harten Konsequenzen, solltest du es dir gut überlegen, ob du das Risiko eingehen möchtest.

 

Aber warum schummeln dennoch so viele?

Viele Studierende denken, dass sie mit einem Spickzettel bessere Noten erreichen können. Aus meiner Sicht ist das aber nicht der Hauptgrund, zumal es sicherer wäre einfach mehr und effizienter zu lernen. Nach unzähligen Gesprächen mit erwischten Studierenden habe ich drei Gründe entdeckt, die hauptsächlich fürs Schummeln verantwortlich sind.

 

1. Du hast zu wenig Motivation fürs Lernen

Du sitzt an deinem Schreibtisch oder in der Bibliothek und schaffst es, dass dein Handyakku bereits mittags leer und der Browserverlauf deines Laptops länger ist  als der Stammbaum von Brandon Stark bei Game of Thrones.

Besonders dann, wenn du in einem Motivationsloch steckst, kannst du dich gerade noch dazu bewegen, alles vermeintlich Wichtige auf ein paar kleine Zettel zu kritzeln und diese mit zur Klausur zu nehmen. Vielleicht klappt es sogar und du bestehst durchs Spicken – doch nachhaltig ist das nicht. Der Spickzettel ist hier nur das Symptom. Wenn du wirklich dein Studium schaffen und die Zeit nicht nur bei Facebook oder Instagram verbringen willst, dann frag dich doch mal, warum du studierst?

Wenn du darauf keine gute und für dich passende Antwort hast, dann wirst du dich auch nur schwerlich zum Lernen motivieren können. Ich habe so viele Studierende gesehen, die ihr Studium nicht geschafft haben, weil sie keine klare Zielvorstellung hatten. Nur wenn du weißt, wo du hin möchtest, kannst du dich auch Sonntagmittag bei Sonnenschein in die Bib setzen, obwohl alle anderen draußen Pikachu nachjagen. Nur wenn du weißt, dass du mit diesen Stunden in der Bib deinem Traum ein Stück näher kommst, wirst du effizient lernen können.

 

2. Du hast zu wenig Zeit zum Lernen

Viele Studierende haben Probleme mit ihrem Zeitmanagement. Und wie soll man Zeit denn überhaupt managen, die läuft doch immer gleich schnell ab?!

Das stimmt, aber wir verbringen oft zu viel Zeit mit Dingen, die nicht wichtig oder einfach zu ineffektiv sind. Die Zeit vergeht und kurz vor der Klausur kriegen wir Panik und denken, dass wir nur mit Schummeln bestehen können.

Daher geht es eher ums Selbstmanagement – du musst deinen inneren Schweinehund von deinen Zielen überzeugen und ihm immer wieder bei Teilerfolgen belohnen. Tim schreibt in seinem neuen Buch sehr unterhaltsam und anschaulich, wie du produktiver werden kannst und endlich anfängst. Da findest du bestimmt den einen oder anderen Tipp, der für dich passt.

Hier habe ich das Buch für dich verlinkt.

 

3. Du traust dir nicht zu, die Klausur ohne Schummeln zu schaffen

Der letzte Grund ist auch der Traurigste. Viele Studierende benutzen einen Spickzettel, weil sie sich nicht zutrauen, nur mit dem erworbenen Wissen und dem eigenen Köpfchen (also ohne die Spickzettel-Kavallerie) in der Klausur zu bestehen. Hier mangelt es an nötigen Selbstvertrauen.

Doch das bekommst du nur indem du dich gut vorbereitet und selbst an dich glaubst.

 

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Fazit

Wie gesagt: Spickzettel sind klasse. Aber nur fürs Lernen und nicht zum Einsatz in der Prüfung.

Spicker sind unfair und viel zu riskant. Du solltest niemals wegen einer kleinen Schummelei deine Hochschullaufbahn aufs Spiel setzen  – das wäre gar nicht klug. Und außerdem auch gar nicht notwendig.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinen Klausuren und ich weiß, dass du es ohne Spicker schaffen kannst!

 

Bild: © Stephen Hillenburg, Paramount / spongebob.de
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Autor

Daniel Hunold

Daniel ist seit sechs Jahren Dozent an der Uni Greifswald. Trotz seiner Witze und seines gelegentlich hervorstechenden Ostdeutschen Akzents hat er 2015 den Lehrpreis für die Vortragreihe - "Wenn ich die Uni geschafft habe, schaffst du sie erst recht!" - gewonnen. Seit Anfang 2016 gibt es ihn auf den YouTube Kanal MotiviertStudiert zu sehen.

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