Warum du einen Spickzettel schreiben, aber nicht benutzen solltest (1)

Warum du vor jeder Klausur einen Spickzettel schreiben, ihn aber niemals benutzen solltest (Teil 1)

von Tim Reichel

Spickzettel haben einen schlechten Ruf. Aber die kleinen Gedächtnisstützen sind mehr als ein illegales Hilfsmittel in Prüfungen - sie helfen dir beim Lernen

Spickzettel haben einen schlechten Ruf: Sie sind unfair, riskant und werden nur von schlimmen Betrügern oder irgendwelchen faulen Säcken eingesetzt.

Richtig? Nicht ganz.

Natürlich nutzen einige Studenten Spickzettel dazu, um sich in der Prüfung einen unfairen Vorteil zu verschaffen. Aber die kleinen Gedächtnisstützen können mehr. Was wäre, wenn du deine Spickzettel bisher falsch benutzt hast? Lassen wir das „Was wäre“ mal weg: Ich wette, du hast deinen Spickzettel bisher fast immer falsch benutzt!

Dein Spickzettel muss nämlich nicht die Rolle des illegalen Hilfsmittels einnehmen – er kann zu deinem besten Lernassistenten werden. Aber nur, wenn du ihn richtig verwendest und die ganze Lernpower, die in ihm steckt, freisetzt.

Wie das geht und warum du dir für jede Prüfung einen Spickzettel zulegen solltest, zeige ich dir in diesem Artikel.

Aber zuerst sehen wir uns an, was dein Spickzettel alles können muss.

 

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So sieht der perfekte Spickzettel aus

In meinem Gastartikel im Studycheck-Blog habe ich dir gezeigt, worauf du beim Spicken achten musst und was den perfekten Spickzettel ausmacht.

Dein Spicker sollte diese Eigenschaften haben:

  • einfach
  • informativ
  • klein
  • unauffällig
  • kreativ

Du schreibst im Prinzip eine komplette, extrem verdichtete Zusammenfassung, die alle wichtigen Themen der Vorlesung abdeckt. Du vereinfachst die kompliziertesten Zusammenhänge und erstellst einen unauffälligen, kleinen bis mittelgroßen Zettel, auf dem alle Informationen zu finden sind, die dir während der Prüfung helfen könnten.

Wenn du alle Punkte beachtest, bist du auf dem besten Weg, ein Spickzettel-Meister zu werden.

Denn ich möchte, dass du den besten Spickzettel der Welt erstellst. Aber nicht, um ihn mit in die Prüfung nehmen – du wirst deinen Spickzettel ab jetzt zur Prüfungsvorbereitung nutzen und damit deinen Lernfortschritt auf ein völlig neues Niveau pushen.

Sehen wir uns das mal genauer an.

 

5 Gründe, warum du einen Spickzettel schreiben solltest

Ein Spickzettel kann supernützlich sein und dich optimal beim Lernen unterstützen. Die 5 wichtigsten Gründe habe ich hier für dich zusammengestellt.

 

#1 Du hast die wichtigsten Infos im Blick

Beim Spickzettelschreiben hast du nur wenig Platz zur Verfügung. Das heißt für dich: Du musst dich zwangsläufig auf die wichtigsten Punkte konzentrieren und alles andere weglassen. Nebensächlichkeiten und Füllinformationen haben auf deinem Spickzettel nichts zu suchen.

Dadurch kreierst du eine Übersicht mit den wichtigsten Infos, die du für deine bevorstehende Prüfung wissen musst ohne Ablenkungen und überflüssiges Blabla.

 

#2 Du verstehst die Zusammenhänge besser

Um den wenigen Platz auf deinem Spickzettel optimal zu nutzen, musst du die wichtigen Inhalte nicht nur sehr stark verdichten – du musst sie vor allem vereinfachen. Und genau dadurch werden komplizierte Informationen und komplexe Zusammenhänge erst richtig klar.

Wenn du den kompletten Stoff aus einem Semester auf einem kleinen Zettelchen unterbringen musst, schaffst du eine unglaublich klare Struktur und behältst dabei immer die Orientierung, die sonst in den Bergen an Fachinformationen, Formeln und Vokabeln untergehen würde.

 

#3 Du kannst dir die Inhalte besser merken

Je öfter und je variantenreicher du deinen Lernstoff wiederholst, desto besser kannst du ihn dir merken. Und durch das Schreiben eines Spickzettels werden diese beiden Aspekte bedient:

1. Du wiederholst die Inhalte nochmal.

2. Du fasst die Inhalte anders als sonst zusammen.

Dadurch prägen sich die Informationen besser ein und du hast einen doppelten Lerneffekt.

 

#4 Du sparst Zeit beim Lernen

Dein Spickzettel sorgt dafür, dass du produktiver und schneller lernen kannst: Indem du alle wichtigen Klausurthemen auf einen Blick aufnehmen kannst, wirst du schon nach kurzer Zeit in der Lage sein, den kompletten Stoff eines Semesters in groben Zügen widerzugeben. Natürlich fehlt dir dann noch das tiefere Detailwissen, aber du kennst immerhin schon das fundamentale Gerüst.

Außerdem passt dein Spicker in jede Hosentasche, sodass du ihn ständig dabei haben kannst, um in Wartezeiten schnell noch etwas zu lernen. Damit sparst du auf jeden Fall Zeit.

 

#5 Du bekommst Sicherheit

Durch das häufige Wiederholen und die klare Struktur deines Spickers bekommst du ein Gefühl von Sicherheit und findest dich in deinem Lernstoff viel besser zurecht.

Außerdem werden beim Spickzettelschreiben offene Fragen und Probleme deutlich, die du rechtzeitig beheben kannst. Böse Überraschungen sind dann später nicht mehr so wahrscheinlich.

 

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Fazit

Spickzettel sind klasse. Aber nur zum Lernen – in deiner Prüfung solltest du sie nicht benutzen.

Das Spickzettelschreiben bringt dir viele Vorteile während deiner Prüfungsvorbereitung und kann dir das Lernen deutlich vereinfachen: Du konzentrierst dich auf die wichtigsten Themen, bekommst einen klaren Überblick und kannst dir die Inhalte besser merken. Außerdem sparst du Zeit beim Lernen und fühlst dich insgesamt sicherer.

Doch warum lernen nur so wenige Studenten mit Spickzetteln, aber betrügen stattdessen während der Prüfung? Und was passiert genau, wenn du beim Spicken erwischt wirst?

Das sehen wir uns in Teil 2 des Artikels an – und dazu habe ich mir Unterstützung geholt. Am Freitag schreibt Daniel von MotiviertStudiert für dich und erklärt dir – aus der Sicht eines Dozenten – warum du gar nicht spicken musst und deine Prüfung auch so hinbekommst.

 

Bild: © Stephen Hillenburg, Paramount / spongebob.de
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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