Besser Auswendiglernen im Studium - 7 Schritte, die du sofort umsetzen kannst

Besser Auswendiglernen im Studium – 7 Schritte, die du sofort umsetzen kannst

von Tim Reichel

Auswendiglernen kannst du lernen. Es ist nicht sonderlich kompliziert, aber es erfordert einige aufeinanderfolgende Schritte. Mit diesen Schritten kannst du selbst große Mengen an Stoff in deinen Kopf bekommen. Der Clou ist, den Stoff immer weiter zu reduzieren und auf verschiedene Weisen zu wiederholen – ganz einfach. Aber lies selbst!

Warum können sich manche Studenten scheinbar mühelos immense Mengen an Stoff merken? Und warum fällt mir das Auswendiglernen so schwer? Sind sie intelligenter als ich?

Das frage ich mich immer wieder. Und ich wette, du dich auch.

Dabei liegt die Antwort auf der Hand: Nein, diese Studenten sind nicht klüger oder haben mehr Talent. Sie haben nur bessere Strategien entwickelt. Strategien, die ihnen beim Lernen helfen und dafür sorgen, dass sie sich viele Inhalte in kürzester Zeit merken können. Sie haben keinen höheren IQ – sie wenden nur klügere Techniken an.

Und du kannst das auch. Alles, was du dazu brauchst, ist die richtige Herangehensweise. Du brauchst einen unkomplizierten Plan, der dir sofort weiterhilft und kinderleicht anzuwenden ist. Deswegen zeige ich dir jetzt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Auswendiglernen.

 

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Auswendiglernen – So klappt’s

Auswendiglernen kannst du lernen. Es ist nicht sonderlich kompliziert, aber es erfordert einige Schritte. Mit dieser Methode wirst du zum Schwamm: du nimmst literweise Lernstoff auf – und behältst ihn in deinem Kopf. Der Trick an der Sache ist, den Stoff immer weiter zu reduzieren und auf verschiedene Weisen zu wiederholen – ganz einfach. Aber der Reihe nach:

 

Schritt #1 Schreiben

Dieser erste Schritt ist der Beginn eines jeden Lernprozesses an der Uni. Verschaffe dir zunächst einen Überblick über deinen Lernstoff und erstelle dir dann eine Zusammenfassung, indem du wichtige Aspekte aus deinen Unterlagen herausschreibst. Bei diesem Schritt musst du noch nicht perfekt priorisieren. Vermeide allerdings, das gesamte Skript, Buch oder deine Vorlesungsfolien einfach nur abzuschreiben.

Denke bereits jetzt darüber nach, welche Lerninhalte wirklich wichtig sind und arbeite effektiv. So trägt der Prozess des Schreibens an sich bereits zum Auswendiglernen bei. Dadurch, dass du die Inhalte aufschreibst, bereitest du dein Gehirn auf den anstehenden Merkprozess vor, denn du beschäftigst dich aktiv mit deinen Lerninhalten und legst die Grundlage für deine weiteren Schritte.

To-do: Fasse deinen Lernstoff schriftlich zusammen! Achte darauf, dass du bereits jetzt fokussiert arbeitest!

 

Schritt #2 Reduzieren

In Schritt 1 ist eine umfangreiche Zusammenfassung deines Lernstoffs entstanden. Nun kommt es in Schritt 2 darauf an, dass du dich aufs Wesentliche konzentrierst. Du musst die Lerninhalte herausfiltern, die sich tatsächlich zum Auswendiglernen eigenen. Dies können zum Beispiel Formeln, Definitionen, Diagramme oder Vokabeln sein.

Suche genau diese Inhalte heraus und reduziere die jeweilige Textmenge. Streiche überflüssige Textpassagen, Wörter und Aussagen heraus und strukturiere deinen Lernstoff zum Auswendiglernen. Ordne ihn gesondert von deiner Zusammenfassung, indem du Unterthemen bestimmst und deine Inhalte in Listenform zuordnest.

To-do: Reduziere deinen Lernstoff und schreibe die Inhalte gesondert heraus, die du tatsächlich auswendig lernen willst! Streiche dabei Überflüssiges!

 

Schritt #3 Visualisieren

Mach dir das Lernen schöner, indem du im dritten Schritt deine Auswendiglerninhalte visualisiert. Wie genau du das machst, ist Geschmackssache. Bewährte Lerntechniken wie Karteikarten, Mindmaps oder Plakate eigenen sich besonders gut, um Inhalte im Gedächtnis zu verankern. Zusätzlich kannst du mit verschiedenen Farben, Bildern und Diagrammen arbeiten. So hast du weniger Langeweile beim Lernen und sprichst weitere Sinne an – beste Voraussetzungen fürs Auswendiglernen.

To-do: Visualisiere deinen Stoff zum Auswendiglernen! Nutze dazu unterschiedliche Methoden!

 

Schritt #4: Sprechen

Nachdem du deine Lernunterlagen nun geupdatet hast, geht es ans Eingemachte. Durch die vorherigen Schritte werden einige Teile deines Lernstoffes bereits den Weg in deinen Kopf gefunden haben. Es ist aber unwahrscheinlich, dass du sie jetzt schon reproduzieren kannst. Da dies aber das Ziel ist, gehst du in Schritt 4 dahin über, deine Lerninhalte laut aufzusagen. Dazu kannst du zum Beispiel deine Karteikarten eigenständig durchgehen: Schaue dir das Stichwort auf der Vorderseite an und versuche, den Inhalt auf der Rückseite auswendig laut aufzusagen. Wenn du nicht weiterweißt, drehst du die Karte um und schaust nach. Mit der Zeit wird dieses Nachschauen immer weniger nötig sein.

Besonders effektiv ist dieser Schritt, wenn du dir einen Lernpartner suchst und ihr euch gegenseitig abfragt. Denn dabei sagst du deine Lerninhalte nicht nur auswendig auf, sondern hörst zusätzlich deinem Kommilitonen zu, wenn er an der Reihe ist. Dadurch sprichst du einen weiteren Sinn an und verfestigst die Inhalte über dein auditives Gedächtnis.

To-do: Sag deinen Stoff laut auf! Suche dir zusätzlich einen geeigneten Lernpartner!

 

Schritt #5: Taktieren

Manchmal ist es wie verhext: Es gibt einfach diese eine Definition oder diese blöde Formel, die du dir einfach nicht merken kannst? Dann greife in Schritt 5 etwas tiefer in die Trickkiste und wende eine Mnemotechnik an. Schaffe einen persönlichen Bezug zu deinem Lerninhalt, überlege dir eine lustige Anekdote oder konstruiere eine Eselsbrücke. Dadurch schaffst du einen Bezug zu etwas Bekanntem und machst es deinem Gehirn leichter, eine Verknüpfung herzustellen.

To-do: Wende eine Mnemotechnik an! Baue eine Eselsbrücke für deine Lerninhalte!

 

Schritt #6: Erinnern

Das auswendige Aufsagen deiner Lerninhalte klappt schon ganz gut – nur das letzte Quäntchen Sicherheit fehlt dir noch. Deshalb baust du in Schritt 6 passives Lernen in deine Lernroutine ein. Du platzierst in deinem Zimmer und überall in deiner Wohnung Lerninhalte (zum Beispiel auf Zetteln, Karten oder Postern). Achte darauf, dass du einem bestimmten Ort ein bestimmtes Thema zuordnest. Auf diese Weise wirst du immer wieder an deinen Lernstoff erinnert und wiederholst ihn „nebenbei“.

Außerdem ist die Zuordnung eines Themas zu einem bestimmten Ort besonders hilfreich und fördert deine Gedächtnisleistung. Wenn du deine Lernübersichten zudem frei aus dem Kopf heraus entwirfst und dabei deine auswendiggelernten Inhalte durchgehst, trainierst du ein weiteres Mal. Alles, was dir in diesem Schritt die noch fehlende, aber notwendige Sicherheit gibt, ist erlaubt.

To-do: Lerne passiv und bestücke diverse Orte mit deinen Lerninhalten! Suche dir pro Thema einen passenden Erinnerungsort aus!

 

Schritt #7: Ruhe bewahren!

Stress hemmt deine Konzentrationsfähigkeit. Deswegen ist es wichtig, dass du zu jeder Zeit in deinem Lernprozess Ruhe bewahrst. Damit meine ich nicht, dass du dir eine Scheißegal-Einstellung zulegst. Das gewisse Kribbeln und ein wenig Aufregung schaden nicht, um deinen Lernprozess in Gang zu setzen. Ich meine vielmehr, dass du dich nicht übermäßig unter Druck setzen und dich nicht von eventuellen Ängsten blockieren lassen solltst.

Lege dazu regelmäßige Pausen zwischen deinen Lerneinheiten ein. Nutze diese Unterbrechungen dazu, um alle Gedanken, die nichts mit deinem Lernthema zu tun haben, dich aber trotzdem beschäftigen, aus deinem Kopf zu verbannen. Das können To-dos sein, die dir spontan in den Sinn kommen oder auch Gedanken, die dich nervös machen. Schreibe alles auf. So weißt du, dass nichts verloren geht und du dich später um diese Angelegenheiten kümmern kannst.

To-do: Egal was passiert, bleib ruhig! Lagere dazu alle ablenkenden und blockierenden Gedanken aus!

 

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Fazit

Auswendiglernen ist  gar nicht so schwer – wenn du die richtige Technik anwendest. Konzentriere dich beim Auswendiglernen auf das Wesentliche, arbeite abwechslungsreich und sprich diverse Sinne an. Gehe nicht überstürzt an die Arbeit, sondern lege dir eine kluge Strategie zurecht und lerne mit Köpfchen. Wie das funktionieren kann, habe ich dir in diesem Artikel gezeigt.

Eine einfache, aber effektive Schritt-für-Schritt-Anleitung hast du nun – jetzt liegt es an dir. Wenn du diese Technik befolgst, kannst du dir deine Lerninhalte besser merken und förderst zudem dein Verständnis. Durch die Integration von passivem Lernen in deinen Alltag wirst du außerdem viel Zeit sparen, die du entweder für Erholung, Hobbys oder zusätzliche Lernsessions einsetzen kannst.

Und jetzt: Beginne mit Schritt 1!

 

Bild: © Element5 Digital / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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