Wie du heute noch deine Komfortzone verlassen kannst - eine Anleitung für Angsthasen

Wie du heute noch deine Komfortzone verlassen kannst – eine Anleitung für Angsthasen

von Tim Reichel

Weißt du noch damals? Damals, als du diese eine Sache einfach so gemacht hast und über dich hinausgewachsen bist: Du hast deine Komfortzone verlassen und...

Weißt du noch damals? Damals, als du diese eine Sache einfach so gemacht hast und über dich hinausgewachsen bist: Während deiner Schulzeit, in deiner ersten Beziehung, im ersten Semester an der Uni?

Schließe deine Augen und erinnere dich genau an diesen einen Moment.

Du hast dich unwohl gefühlt. Dein Mund war trocken; deine Hände feucht. Du wusstest nicht, was passieren wird. Aber du hast es trotzdem gemacht. Du hast es durchgezogen – und du hast gewonnen. Du hast deine Komfortzone verlassen und dich weiterentwickelt.

Egal, wie es damals ausgegangen ist: Danach hast du dich besser gefühlt. Weil du dich – trotz aller Bedenken – getraut hast. Du hast dich deiner Angst gestellt. Du hast das getan, was wahre Champions tun. Und darum bist du selbst zum Champion geworden.

Und genau das kannst du wieder tun. Heute noch.

Ich zeige dir wie.

 

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In 7 Schritten raus aus der Komfortzone (trotz Angst)

Gehörst du auch zu den Studenten, die es sich im Studium gemütlich machen und so wenig wie möglich riskieren? Dann ist heute der perfekte Tag, um damit aufzuhören.

Es gibt nur ein kleines Problemchen bei der Sache: Die Komfortzone zu verlassen macht keinen Spaß; es ist nervig und erfordert Überwindungskraft.

So kannst du trotz Angst und anfänglicher Zweifel sofort loslegen:

 

Schritt 1: Lege deine wahre Komfortzone fest!

Bevor du an deiner persönlichen Weiterentwicklung arbeiten kannst, musst du zuerst wissen, wo du genau stehst. Ohne eine genaue Kenntnis deiner aktuellen Lage und wahren Komfortzone ist es schwierig, über deine Grenzen hinaus zu gehen. Nimm deshalb deinen Ist-Zustand in dem Bereich auf, in dem du dich verbessern möchtest. Sei ehrlich zu dir selbst und lege ganz genau fest, bis zu welchem Punkt du dich wohlfühlst und ab wann sich dieses Gefühl ändert.

Beispiel (vor mehreren Menschen sprechen):

„Es fällt mir schwer, vor vielen Menschen zu sprechen. Ich werde dann nervös, verhasple mich und vergesse, was ich eigentlich sagen wollte. Sobald ich vor mehr als drei Menschen sprechen muss, fühle ich mich unwohl.“

Daraus folgt:

Deine Komfortzone liegt bei ca. drei Menschen. Wenn du dich verbessern und sicherer im freien Reden werden möchtest, musst du bewusst Situationen suchen, in denen du vor mindestens vier Menschen sprichst.

Sobald diese Rahmenbedingungen klar sind, kümmerst du dich um deine Zweifel:

 

Schritt 2: Werde theoretisch!

Innerhalb deiner Komfortzone fühlt sich alles gut an. Du kennst dich aus und brauchst dich vor nichts zu fürchten. Sobald du dich aber in unbekannte Bereiche begibst, fühlst du dich unsicher. Du kennst dich nicht mehr aus und weißt nicht, was auf dich zukommt. Die Folge: Du zweifelst an dir und deinen Erfolgschancen. Und diese Zweifel können dich bremsen und lähmen.

Spiele deswegen im Vorfeld mögliche Szenarien durch und überlege dir, was im besten und im schlimmsten Fall passieren kann. Werde theoretisch und male dir jeweils fünf mögliche Folgen aus, wenn du deine Komfortzone verlässt. Halte deine Ideen schriftlich fest und mach dir bewusst, wie unwahrscheinlich die negativen Konsequenzen sind und welche tollen Effekte die positiven Folgen für dein Leben haben könnten.

Beispie (neue Menschen kennenlernen):

Du möchtest gerne einen neuen Freund/Partner kennenlernen und sprichst die noch fremde Person an. Negative Folgen könnten sein: Du wirst ignoriert, du bekommst eine Abfuhr, du wirst ausgelacht, andere sehen, dass du abgewiesen wirst, du blamierst dich. Positive Folgen könnten sein: Du sammelst Erfahrung im zwischenmenschlichen Umgang, du lernst einen interessanten Menschen kennen, du wirst von Mal zu Mal mutiger, andere, die dich beobachten, bewundern deinen Mut, du triffst deinen neuen besten Freund/du triffst deinen Traumpartner.

Daraus folgt:

Deine Einschätzung von möglichen Folgen und Risiken ist verzerrt – und zwar in die pessimistische Richtung. Frage dich: Wie schwer wiegen die negativen Punkte? Wie stark sind die Positiven? Welche Ereignisse sind wahrscheinlicher? Und welche sind nur in deinem Kopf eine bedrohliche Gefahr?

Gehe diesen Prozess für alle Bereiche und Komfortzonen durch, die du anpacken möchtest. Und dann:

 

Schritt 3: Entscheide dich für eine einzige Sache!

Wenn du etwas in deinem Leben verändern möchtest, ist es wichtig, dass du nicht zu viele Dinge auf einmal in Angriff nimmst. Beschäftige dich mit einer einzigen Komfortzone – dafür aber richtig und mit voller Energie. Lege deinen Fokus auf eine Veränderung und gehe mit deiner ganzen Konzentration und Entschlossenheit vor. Auf diese Weise hast du den größten Erfolg und kannst dann ein „Projekt“ nach dem anderen angehen.

Beispiel (Prioritäten setzen):

Du möchtest mutiger werden, eher ins Bett gehen, mehr Sport machen und konzentrierter für dein Studium arbeiten – doch du kannst nicht alle Vorhaben gleichzeitig angehen. Ordne deine Vorsätze deshalb nach dem größten persönlichen Nutzen für dich und beginne mit dem Bereich, der dir sofort am meisten Glück bringt. In diesem Beispiel könnte das so aussehen: Mutiger werden, konzentrierter fürs Studium arbeiten, mehr Sport machen, eher ins Bett gehen.

Daraus folgt:

Verlasse immer nur eine Komfortzone zur gleichen Zeit. Gehe schrittweise vor und mute dir nicht zu große Veränderungen zu. Vergiss nicht, dass Veränderungen nervig und anstrengend sind. Wenn du zu viel auf einmal machst, verzettelst du dich und gibst auf, bevor du über dich hinausgewachsen bist.

Sobald dir klar ist, was du ändern möchtest und dein Entschluss feststeht, sorgst du dafür, dass das auch so bleibt:

 

Schritt 4: Sorge dafür, dass du keinen Rückzieher machen kannst!

Gib dir bei geplanten Veränderungen niemals die Chance, in der letzten Sekunde einen Rückzieher machen zu können! In der Theorie hört sich fast jedes Vorhaben einfach und machbar an – in der Praxis sieht das jedoch anders aus und kleine Hürden wirken dann – wenn es konkret wird – oft wie unüberwindbare Hindernisse. Komfortzonen sind bequeme, kuschelige Plätzchen. Sobald du sie verlässt oder nur ansatzweise an deine Grenzen kommst, wirst du nach Rückzugsmöglichkeiten und Ausreden suchen. Doch genau das darfst du nicht zulassen.

Beispiel (lernen):

Du möchtest eher mit dem Lernen anfangen und nicht bis zur letzten Minute warten. Normalerweise wartest du ab, bis der Druck zu groß wird und du anfangen MUSST, um die Prüfungen noch vernünftig bestehen zu können; vorher erfindest du Ausreden und suchst dir andere Tätigkeiten, die du statt dem Lernen machen kannst. Das kannst du dagegen tun: Suche dir einen Lernpartner und vereinbart regelmäßige Treffen oder „Kontrollpunkte“ im Semester, in denen ihr euch gegenseitig auf die Finger schaut. Kontrolliert euch gegenseitig und gebt euch etwas Druck. Falls du lieber alleine arbeitest: Lerne auf Zeit. Nimm dir vor, jeden Tag für 30 Minuten zu lernen. Setze dich vor deine Lernunterlagen und starte einen Timer. Sobald die Zeit läuft, musst du arbeiten.

Daraus folgt:

Wenn du sicherstellen willst, dass du auch wirklich deine Komfortzone verlässt, musst du dir selbst alle Rückzugsmöglichkeiten wegnehmen. Das ist zwar hart, aber du musst davon ausgehen, dass dein Zukunfts-Ich alles versuchen wird, um in der Komfortzone zu bleiben. Tue deshalb alles dafür, dass du es später richtig schwer hast und denkst: „Vielen Dank auch – fick dich, Vergangenheits-Ich!“. Dann hast du alles richtig gemacht.

Obwohl der Kampf um deine Komfortzone hauptsächlich ein innerer Kampf von dir selbst ist, bist du nicht komplett auf dich allein gestellt. Du darfst auf externe Hilfe zurückgreifen:

 

Schritt 5: Hole dir Unterstützung!

Sehr wahrscheinlich bist du nicht die erste Person, die an sich arbeiten oder über die eigenen Grenzen hinauswachsen möchte. Daher kannst du aus der Erfahrung Anderer lernen und dir wertvolle Tipps holen. Lies passende Artikel (wie diesen hier), nützliche Bücher oder besorge dir auf anderem Weg alle hilfreichen Informationen und Anleitungen, die du finden kannst. Tausche dich mit Menschen aus, die das Gleiche versucht haben wie du, lass dir Ratschläge geben und befolge sie auch. Jede Erfahrung, die du nicht selber machen musst, spart dir Zeit, Energie und Nerven.

Beispiel (joggen):

Du möchtest etwas sportlicher werden und an deiner Kondition arbeiten. Deswegen beschließt du, ab heute regelmäßig zu joggen. Bevor du startest, könntest du nach Anfängerstrategien suchen oder nach Trainingsplänen googeln. Möglicherweise gibt es auch passende Blogs für Laufanfänger oder YouTube-Kanäle, die dich bei deinem Ziel unterstützen. Wenn du gar nichts findest: Kaufe dir ein Ratgeber-Buch oder lasse dich von deinem Buchhändler beraten.

Daraus folgt:

Du bist (fast) niemals die erste Person auf dieser Welt, die mit einer neuen Gewohnheit starten möchte. Es gibt unzählige Informationen zu (fast) jedem Gebiet, die dir bei deinem Vorhaben helfen und dir den Start erleihtern können. Nutze sie!

Und dann fang an:

 

Schritt 6: Fange klein an!

Wenn du alle nötigen Vorbereitungen getroffen hast und du bereit dazu bist, den ersten Schritt zu machen, dann achte darauf, dass es ein Schrittchen und kein 3-Meter-Sprung ist. Fange immer klein ein und überfordere dich nicht direkt zu Beginn. Taste dich heran, nähere dich langsam deinem Ziel. Gehe langsam, aber entschlossen vor. Damit reduzierst du die Wahrscheinlichkeit zu scheitern und hältst dein Unbehagen auf einem aushaltbaren Niveau.

Beispiel (früher aufstehen):

Bleibst du morgens auch häufig bis zur letzten Minute liegen und drückst 19 Mal die Snooze-Taste deines Weckers, bevor du aufstehst? Dann bringt es gar nichts, wenn du dir direkt vornimmst, morgens eine Stunde früher aufzustehen. Es wird nicht funktionieren, weil der Schritt zwischen deiner jetzigen Situation und deinem Wunschzustand zu groß ist. Besser ist es, wenn du deine Schlaf-Komfortzone schrittweise verlässt: Stehe eine Woche lang jeden Tag 5 Minuten eher auf. Das macht bei 5 Arbeitstagen insgesamt eine Zeitspanne von 25 Minuten aus. Nach nicht einmal 3 Wochen hättest du dein Ziel erreicht – ohne dass du mit der Brechstange vorgehen und dich direkt am ersten Tag eine Stunde eher aus dem Bett quälen musstest.

Daraus folgt:

Wenn du klein anfängst und beim Verlasen deiner Komfortzone schrittweise vorgehst, reduzierst du deinen inneren Widerstand. Du machst es dir selbst einfacher und wirst dein Ziel im Schnitt deutlich schneller und entspannter erreichen.

Doch um auf Nummer Sicher zu gehen, dass du auch wirklich erfolgreich bist, brauchst du noch ein wenig Controlling:

 

Schritt 7: Kontrolliere dich!

Den Versuch zu unternehmen, die eigene Komfortzone zu verlassen ohne danach die Ergebnisse zu kontrollieren, hat den gleichen Wert wie unbenotete Leistungsnachweise im Studium: Ganz nett, aber du strengst dich nicht an. Gar nicht um genau zu sein. Wenn du es ernst meinst und wirklich vorhast, etwas an deinem Leben zu verändern, musst du dich kontrollieren. Du musst deinen Startpunkt kennen (Schritt 1) und diesen dann mit deinen Ergebnissen vergleichen. Erst dann kannst du sagen, ob du deine Komfortzone erfolgreich verlassen hast und damit vergrößern konntest – oder eben nicht.

Beispiel (Kontrollmechanismus installieren):

Du möchtest jeden Tag eine halbe Stunde lang etwas für dein Studium tun. Du beschließt, dich jeden Tag dazu zu überwinden, dich abends an den Schreibtisch zu setzen und deine Unterlagen durchzuarbeiten oder wenigstens etwas zu lesen. Dazu kannst du einen einfachen, aber strengen Kontrollmechanismus ins Leben rufen: Führe ein Lerntagebuch! Notiere jeden Tag, wie lange du was gelernt hast. Schreibe jede Lerneinheit penibel auf und verpflichte dich dazu, dieses „Controlling“ aufrecht zu erhalten, bis du 30 Tage am Stück für 30 Minuten pro Tag etwas für dein Studium getan hast.

Daraus folgt:

Beim Komfortzoneverlassen gibt es keine halben Sachen. Du musst ehrlich zu dir sein: Entweder du hältst dich an deinen Plan oder du scheiterst. Wenn du scheiterst und es trotzdem als Erfolg verkaufst, betrügst du dich selbst. Damit kannst du zwar locker weiterleben, aber langfristig nicht über dich hinauswachsen.

Auch wenn es hart klingt, aber für deine persönliche Weiterentwicklung gilt: Vertraue dir nicht, kontrolliere dich!

 

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Fazit

Wenn es dir gelingt, im Studium regelmäßig deine Komfortzone zu verlassen, wirst du dich nicht nur fachlich weiterentwickeln, sondern auch persönlich. Du lernst dich selbst besser kennen und wirst zu einem reiferen Menschen, der jedes Problem als Herausforderung sieht und Veränderung positiv angehen kann.

Trotzdem ist deine Komfortzone ein hart umkämpftes Gebiet. Die Kontrahenten: du und du.

Denn wenn du deine Komfortzone verlässt, setzt du dich bewusst einer unangenehmen Situation aus. Einer Situation, an der du wachsen wirst – doch zunächst musst du kämpfen. Dafür wirst du dich kurzfristig hassen, aber langfristig lieben.

Eigentlich ein guter Deal, oder?

 

Bild: © Ryan McGuire / gratisography.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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