Fake News: Auf diese 5 Studentenmythen darfst du nicht hereinfallen

von Tim Reichel

Fake News: Auf diese 5 Studentenmythen darfst du nicht

Es gibt Tage, an denen wünsche ich mir ein Megafon – und zwar ein richtig großes. Ein Gerät, das möglichst laut ist und meinen Studenten eindrucksvoll vermittelt: Glaubt nicht jeden Scheiß!

Täglich helfe ich jungen Studenten dabei, ihr Studium zu verbessern. Ich zeige ihnen, wie sie über sich hinauswachsen können und entwickle mit ihnen zusammen Lösungen für allerlei Schwierigkeiten. Doch viele dieser Probleme sind hausgemacht. Die Studenten brocken sie sich selbst ein – weil sie auf Fake News hereinfallen.

Entweder haben sie mal irgendwo gehört, dass… oder ein Kommilitone hat von dem Freund seines Schwagers einer Cousine erfahren, wie dies und jenes an der Uni läuft.

Bullshit.

Bullshit, der sie beim Studieren ausbremst; Bullshit, der ihnen die Zeit an der Uni zur Hölle machen kann. Und: Du kannst auch auf solche Falschnachrichten hereinfallen. Deswegen räume ich in diesem Artikel mit fünf der größten Studentenmythen auf und zeige dir, wie es wirklich ist.

 

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Diese 5 Studentenmythen darfst du nicht glauben

 

Mythos #1: „Studenten sind faul!“

Wer ist faul und liegt viel rum? Richtig: der gemeine Student. Wenn er nicht gerade betrunken von Party zu Party torkelt, schläft er wochentags aus und schaut dann gemütlich Netflix. An guten Tagen sind zwei, vielleicht auch drei Vorlesungen drin, aber dann ist es auch gut. So weit, so falsch.

Studenten gelten in unserer Gesellschaft als faul und werden als herumlungernde Schmarotzer wahrgenommen, die keinen Finger krumm machen. Woher diese Vorurteile kommen, ist offensichtlich: Studenten haben keinen 9-to-5-Job, keine festen Arbeitszeiten und niemanden, der ihnen wirklich auf die Finger schaut. Sie können sich ihre Zeit frei einteilen und selbst entscheiden, wie sie ihren Alltag gestalten. Mal gehen sie erst um 11 Uhr zur Uni; mal sind sie um 15 Uhr schon wieder zu Hause. Hinzu kommen monatelange Semesterferien im Jahr.

Von außen betrachtet sieht ein Studium ziemlich entspannt aus. Zugegeben: Manchmal ist es das auch, aber das Klischee vom faulen Studenten ist so falsch wie der Musikgeschmack deiner Eltern. Denn entscheidende Punkte fehlen in dieser Betrachtung: Die Prüfungsphasen, in denen du nächtelang am Schreibtisch sitzt und lernst; die Hausarbeiten und Praktika, die du „nebenbei“ erledigen musst; die Nebenjobs, die dir deine Wohnung und die Partys erst ermöglichen und so weiter.

Nicht jeder Student, der mit Laptop auf dem Bett liegt, zieht sich gerade die neueste Serie rein. Die meisten büffeln für die kommende Klausur oder sind dabei, die nächste Vorlesung vorzubereiten. Studenten sind nicht faul. Sie haben nur einen etwas ungewöhnlichen Tagesablauf.

 

Mythos #2: „Studieren kann jeder!“

Heutzutage kann sich jeder für ein Studium an der Hochschule einschreiben. Ein hinterhergeworfenes Abitur und zahlungswillige Eltern reichen für viele schon aus, um das Glück an der Uni herauszufordern. Und: Die meisten tun es auch.

Die Anzahl der eingeschriebenen Studenten an deutschen Hochschulen lag im Wintersemester 2016/17 laut statistischem Bundesamt bei 2.803.916; das ist ein neuer Rekord. Über 2,8 Millionen Menschen studieren – und sehr wahrscheinlich weiß mehr als die Hälfte davon nicht, was sie überhaupt tut. Denn zwischen eingeschrieben sein und studieren gibt es einen Unterschied – und dieser ist so gewaltig, dass Jahr für Jahr tausende Studenten die Flinte ins Korn werfen und ihre Unilaufbahn nach kurzer Zeit wieder beenden.

Nicht, weil diese Studenten dumm sind, sondern weil sie nicht wissen, wie man studiert. Nochmal, weil es so wichtig ist: Ein erfolgreiches Studium hat wenig mit Glück zu tun – es kommt vielmehr darauf an, dass du selbstständig arbeitest, gut organisiert an deine neuen Herausforderungen herangehst und diese entschlossen anpackst.

Tugenden wie Fleiß, Übersicht und eine strukturierte Handlungsweise sind das, worauf es wirklich ankommt. Doch genau diese Merkmale lassen viele deiner Kommilitonen vermissen – und deswegen scheitern sie. Studieren kann eben nicht jeder. Aber jeder kann es lernen. Nur dazu muss das Bewusstsein vorhanden sein, dass ein erfolgreiches Studium keine Selbstverständlichkeit ist.

 

Mythos #3: „Du musst unbedingt die Regelstudienzeit einhalten!“

Zack Zack! Heutzutage muss alles schnell gehen und durchoptimiert sein: Maximal 12 Jahre Schule; dann Abitur und ein kurzer Abstecher an die Uni. Mal eben fix studieren – in Regelstudienzeit natürlich. Aber bitte mit Bestnoten und Empfehlungsschreiben des Professors. Bloß keine Zeit verlieren, denn sonst kannst du deine Karriere vergessen und hast eh keine Chance, dich gegen deine Mitbewerber durchzusetzen.

Egal, an welchem Punkt unserer schulischen oder akademischen Ausbildung wir uns befinden: Wir hetzen. Oder besser gesagt: Wir lassen uns hetzen – von der Gesellschaft, den Medien, den Eltern und uns selbst. Dabei wird die Regelstudienzeit überbewertet. Sie hat mit einem wertvollen Studium herzlich wenig zu tun.

Das Problem ist: Viele Studenten wissen das nicht und lassen sich von dieser Angabe vorschreiben, wie sie zu studieren haben. Die Folge ist, dass unsere Hochschulen Hochleistungsabsolventen erzeugen, die auf dem Papier einen makellosen Studienverlauf vorweisen können. Nur leider ohne interessante Zwischenstationen, ohne Zusatz-Knowhow und ohne Ecken und Kanten. Ein großer Einheitsbrei, ohne Individualität.

Dabei gibt es viele Dinge, die wichtiger als die Einhaltung der Regelstudienzeit sind und dir nachhaltig mehr Glück, Zufriedenheit und Erfolg im Leben bringen. Lass dich nicht von der zeitlichen Vorgabe deiner Uni verrückt machen und zu stark unter Druck setzen. Die Regelstudienzeit st nur eine Kennzahl und keine Pflicht, die du um jeden Preis erfüllen musst.

 

Mythos #4: „Es kommt nur auf die Noten an!“

„Nur die Note zählt!“ Das war gestern. Vorgestern um genau zu sein. Doch trotzdem werden viele Studenten bei dem Gedanken verrückt, dass sie später ihren Traumjob verpassen, weil die falsche Zahl auf dem Zeugnis steht. „Was soll mein zukünftiger Chef von mir denken? Wie sieht das im Vorstellungsgespräch aus? Was ist, wenn andere Absolventen eine bessere Note haben als ich?“

Für Personaler sind diese Punkte nicht entscheidend. Einzelnoten interessieren sie – wenn man aktuellen Umfragen glaubt – überhaupt nicht. Wichtiger sind ihnen deine Persönlichkeit, praktische Erfahrungen und die Art deines Hochschulabschlusses (Bachelor, Master,…).

Dennoch können deine Noten (bei sonst gleichen Rahmenbedingungen) den Unterschied machen und ein Türöffner für das erste Vorstellungsgespräch sein. Weiterhin können sie dafür sorgen, dass du dich bei statischen Auswahlverfahren gegen andere Absolventen durchsetzt. Trotzdem solltest du beim Studieren nicht ausschließlich deine Noten im Blick haben und dich nicht allein auf ein tolles Zeugnis verlassen. Denn spätestens dann, wenn es in die ersten persönlichen Auswahlrunden geht, du zum Assessment Center eingeladen wirst oder zukünftige Kollegen kennenlernst, nutzen dir deine Noten gar nichts.

Behalte das im Hinterkopf und richte dein Studium danach aus. Noten sind wichtig: ja. Aber sie sind nicht alles. Deine Persönlichkeit zählt – und das, was du neben deiner fachlichen Ausbildung noch auf die Beine stellst.

 

Mythos #5: „Für gute Noten musst du rund um die Uhr lernen!“

Die wichtigsten Erfolgsgaranten für ein erfolgreiches Studium sind Fleiß und Durchhaltevermögen. Doch nur, weil du fleißig lernst und dich regelmäßig mit deinem Studium auseinandersetzt, heißt das nicht, dass dir gute Noten einfach zufliegen werden. Was du brauchst, ist die richtige Herangehensweise und ein systematisches Vorgehen, mit dem du deine Aufgaben und Ziele Schritt für Schritt anpacken kannst. Wenn du Struktur in dein Studentenleben bringst und dir darüber Gedanken machst, welche Lerntechniken für dich geeignet sind, wirst du deutlich besser studieren als vorher.

Große Lernsessions sind wichtig, aber sie allein bringen dich nicht weiter – besonders, wenn du deine Herausforderungen falsch oder ineffizient angehst. Arbeite lieber an deiner Technik und analysiere hin und wieder dein Vorgehen, als rund um die Uhr ein 08/15-Prozedere abzuspulen.

Kurze Zwischenfrage: Weißt du, was im Studium genauso wichtig für deinen Erfolg ist wie harte Arbeit? Schlaue Arbeit. Alle erfolgreichen Studenten haben eines gemeinsam: Sie denken über ihr Studium nach. Nicht über die Inhalte, sondern über den Prozess des Studierens. Und genau dieser Gedankengang bringt sie weiter. Diese Studenten studieren bewusst und sind reflektiert.

Das bedeutet auch: Sie teilen sich ihre Zeit klug ein und schaffen sich Freiräume, in denen sie auch mal faul sein oder Ferien machen können. Du musst nicht jeden Tag für dein Studium arbeiten. Du musst es nur regelmäßig tun – aber nicht in jeder freien Minute.

 

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Fazit

Verlasse dich beim Studieren nicht zu sehr darauf, was andere Kommilitonen sagen oder selbsternannte Experten von sich geben. Ignoriere ihre Meinungen nicht, aber mach dir klar, dass es größtenteils wirklich nur Meinungen sind – keine Wahrheiten.

Hinterfrage diese Informationen und verschaffe dir selbst einen Überblick. Diskutiere mit deinen Kommilitonen und höre dir unterschiedliche Standpunkte an. Sei nicht ignorant, aber skeptisch.

Skeptisch, offen und interessiert.

Lass dich nicht von kursierenden Studentenmythen in die Irre führen oder verunsichern. Selbst wenn die Geschichte noch zu gut ist und Pauschalurteile einfacher ausfallen als die Interpretation komplexer Zusammenhänge: Vorurteile und Halbwahrheiten bringen dich nicht weiter. Du bringst dich höchstens auf eine falsche Spur und schadest damit nur dir selbst.

Und das ist leider die Wahrheit.

PS: Einzelne Passagen aus diesem Artikel sind Auszüge aus meinem Buch „Ersti-Hilfe – 112 Tipps für Studienanfänger.

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Bild: © Christal Yuen / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Autor, Wissenschaftler und der Gründer von Studienscheiss. Seit über acht Jahren arbeitet er als Fachstudienberater und löst Probleme im Studium. Außerdem hält er Vorträge, veranstaltet Seminare und schreibt Bücher. Hier erfährst du mehr über Tim Reichel

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