Danke für nichts: Die 10 schlimmsten Ratschläge, die du während deines Studiums bekommen kannst

von Tim Reichel

Schlechte Ratschläge bekommst du mitteile an jeder Ecke. Jeder fühlt sich als Experte und ist offensichtlich von einer höheren Macht dazu berufen worden, dir zu erklären, wie dein Studium funktioniert.

Schlechte Ratschläge bekommst du mittlerweile an jeder Ecke. Jeder fühlt sich als Experte und ist offensichtlich von einer höheren Macht dazu berufen worden, dir zu erklären, wie dein Studium funktioniert.

Hier ein „Du musst das so und so machen…!“, dort ein „Du darfst auf gar keinen Fall…!“ und als i-Tüpfelchen ein: „Hättest du mal…!“

Danke. Danke für nichts.

Denn viele dieser Ratschläge sind nicht nur oberflächlich und haben mit deiner aktuellen Situation nichts zu tun – manche sind sogar gefährlich. Einige dieser „Tipps“ mögen vielleicht gut gemeint sein, aber letztendlich bringen sie dich nicht weiter. Sie zerstören deine Motivation oder pflanzen dir eine falsche Strategie in den Kopf.

Deshalb zeige ich dir jetzt die 10 schlimmsten Ratschläge für Studenten, die du während deines Studiums bekommen kannst.

Nummer 11 wäre übrigens: Befolge jeden einzelnen Tipp!

 

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Diese 10 Ratschläge sind für die Tonne

Während meiner Arbeit als Studienberater habe ich vielen Studenten dabei geholfen, die Folgen schlechter Ratschläge auszubügeln oder einzudämmen. Die zehn größten Klopper habe ich für dich zusammengefasst:

 

Fail #1: „Du musst zu jeder Vorlesung gehen!“

In jedem Studiengang gibt es Vorlesungen, die du dir schenken kannst. Entweder weil der Dozent zum Einschlafen ist, die Vorlesung kaum zu deinem Studienfortschritt beiträgt (weil sie nichts mit der kommenden Prüfung zu tun hat) oder weil du zu Hause im Home Office viel produktiver lernen könntest.

Falls es also für deine Vorlesung keine Anwesenheitspflicht gibt, solltest du ganz genau abwägen, ob sich ein Besuch für dich lohnt. Ich meine damit nicht, dass du nach Ausreden suchen solltest, um nicht in den Hörsaal zu gehen, sondern: Wäge ab, ob dich die Anwesenheit in der Vorlesung deinen Zielen näher bringt. Wenn nicht, gehst du nicht hin.

 

Fail #2: „Mach einfach – du kannst dein Studium eh nicht planen!“

Viele Studenten lassen ihr Studium einfach auf sich zukommen und wundern sich dann, wenn sie Fehler machen, schöne Gelegenheiten übersehen oder niemals die Leistung abrufen, die in ihnen steckt.

Dein Studium nicht zu planen, ist der größte Fehler, den du als Student machen kannst. Nur weil der Plan nicht einfach ist und dynamisch – von Zeit zu Zeit – angepasst werden muss, heißt das nicht, dass du dir gar keine Gedanken über deine Zukunft machen solltest.

Du kannst nicht jedes Detail planen und voraussehen – das solltest du auch gar nicht. Aber du brauchst eine grobe Strategie für dein Studium und einen roten Faden, der dir beim Studieren Orientierung gibt.

 

Fail #3: „Wenn du fleißig bist, kommen die guten Noten von allein!“

Ein erfolgreiches Studium hat wenig mit Talent zu tun. Die wichtigsten Erfolgsgaranten sind Fleiß und Durchhaltevermögen. Doch nur weil du fleißig lernst und dich regelmäßig mit deinem Studium auseinandersetzt, heißt das nicht, dass dir die guten Noten einfach zufliegen werden.

Was du brauchst, ist die richtige Herangehensweise und ein systematisches Vorgehen, mit dem du deine Aufgaben und Ziele Schritt für Schritt anpacken kannst. Wenn du Struktur in dein Studentenleben bringst und dir darüber Gedanken machst, welche Lerntechniken für dich geeignet sind, wirst du deutlich besser studieren als vorher.

 

Fail #4: „Je länger du lernst, desto besser!“

Große Lernsessions bringen dich langfristig nicht weiter. Denn wenn du über einen langen Zeitraum ohne Pause durcharbeitest, nimmt deine Konzentration überproportional ab und du fällst in ein hartnäckiges Leistungstief.

Viel effizienter und gesünder ist es hingegen, wenn du in kurzen Etappen arbeitest und zwischendurch kleine Erholungspausen einlegst. Auf diese Weise bleibst du länger fit und kannst viele produktive Einheiten aneinanderreihen – immer getrennt durch kleine Pausen, die dich mental frisch halten.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du das hinbekommst und konkret umsetzen kannst.

 

Fail #5: „Du musst schnell studieren und in Regelstudienzeit fertig werden!“

Regelstudienzeit wird überbewertet. Sie ist nur eine Kennzahl, die mit einem interessanten und wertvollen Studium herzlich wenig zu tun hat. Das Problem ist: Viele Studenten wissen das nicht und lassen sich von dieser Angabe vorschreiben, wie sie zu studieren haben.

Zugegeben: Für BAföG-Empfänger ist die Studiendauer von Bedeutung – doch darum geht es an dieser Stelle nicht (Man kann übrigens dankbar dafür sein, wenn man überhaupt BAföG bekommt!). Es geht darum, dass du dich nicht durchs Studium hetzen musst, um in Regelstudienzeit fertig zu werden.

Es gibt nämlich viele Dinge, die wichtiger sind als die Einhaltung der Regelstudienzeit und dir nachhaltig mehr Glück, Zufriedenheit und Erfolg im Leben bringen.

In diesem Artikel zeige ich dir, was ich meine.

 

Fail #6: „Deine Kommilitonen sind deine Konkurrenten!“

Wie sich harte Konkurrenzgedanken unter Studenten verbreiten können, habe ich nie richtig nachvollziehen können. Beim Studieren geht es nicht darum, besser zu sein als jemand anderes oder dass dir etwas weggenommen wird, wenn du mal keine 1.0 schreibst.

Es geht darum, dass du eine wertvolle Hochschulausbildung bekommst, viele wichtige Dinge lernst und dich persönlich weiterentwickelst. Und genau dabei helfen dir deine Kommilitonen.

Ihr seid keine Konkurrenten – ihr sitzt im selben Boot und seid ein Team.

 

Fail #7: „Wenn dir dein Studium keinen Spaß macht, dann brich sofort ab!“

Schwierige Phasen beim Studieren sind ganz normal: Mal läuft es gut, mal läuft es schlecht. Einige Abschnitte sind anstrengend und erfordern Durchhaltevermögen und zu manchen Zeiten klappt alles wie geschmiert.

Trotzdem ist es ganz normal, dass du hin und wieder mit einem Motivationstief zu kämpfen hast und voller Zweifel bist. Das gehört einfach dazu. Doch anstatt dich davon fertigmachen zu lassen und die Segel zu streichen, musst du weitermachen.

Du darfst nicht zu schnell aufgeben und dir von selbsternannten Experten dein Studium schlecht reden lassen.

In diesem Artikel zeige ich dir, woran du erkennst, dass dein Studium genau das Richtige für dich ist.

 

Fail #8: „Du musst jeden Tag hart für dein Studium arbeiten!“

Weißt du, was genauso wichtig für deinen Erfolg im Studium ist, wie harte Arbeit? Pausen. Ohne Pausen und Erholung brennst du aus und wirst deine Ziele nie erreichen.

Die erfolgreichsten Studenten, mit denen ich zusammengearbeitet habe, hatten eines gemeinsam: Sie haben ihre Zeit klug aufgeteilt und sich ganz bewusst Freiräume geschaffen, in denen sie faul waren oder Ferien machen konnten.

Du musst nicht jeden Tag für dein Studium arbeiten. Du musst nur dann für dein Studium arbeiten, wenn es darauf ankommt. Das sollte natürlich regelmäßig sein – aber nicht in jeder freien Minute.

 

Fail #9: „Nur die Note zählt!“

Deine Noten sind wichtig. Aber sie sind nicht das Wichtigste für dich. Viele Studenten vergessen das und richten jede Aktion beim Studieren darauf aus, später mit einer guten Note abzuschließen.

Leider bleiben dabei essentielle Bestandteile eines erfüllten Studiums auf der Strecke: Freundschaften, Abenteuer neben dem Studienplan, interessante Zusatzqualifikationen und: dein Studentenleben.

Konzentriere dich nicht nur auf die kleine Zahl, die dir am Ende des Semesters neben deinem Modul eingeblendet wird – du kannst deine Zeit an der Uni viel intensiver und schöner nutzen.

 

Fail #10: „Nimm dir nicht zu viel vor!“

Besser als mit diesem Satz kannst du dich nicht selbst limitieren und am Boden halten. Nur wenn du große Ziele hast und dich traust, deine Träume zu verwirklichen, kannst du über dich hinaus wachsen.

Andernfalls wirst du immer auf der gleichen Stufe stehen bleiben und dich nur langsam weiterentwickeln. Deshalb solltest du dir eine ganze Menge vornehmen – und das darf auch unrealistisch und überoptimistisch sein.

Wichtig ist nur, dass du dich selbst nicht überforderst, indem du den Überblick verlierst und dich gleichzeitig auf 42 neue Aufgaben stürzt. Setze dir hohe Ziele; nimm dir viel vor, aber plane deinen Weg im Voraus und gehe ihn dann Schritt für Schritt.

Hier kannst du nachlesen, wie das geht.

 

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Fazit

Schlechte Ratschläge lauern überall. Gewöhne dir deswegen an, die Tipps und Hinweise, die auf dich einprasseln, kritisch zu hinterfragen und bleibe skeptisch.

Besonders bei Menschen, die überhaupt nicht wissen, was in deinem Studium abgeht oder noch nie eine Uni von innen gesehen haben, solltest du vorsichtig sein. Aber keine Sorge: Wenn du dich reflektiert mit deinem Studium auseinandersetzt, entwickelst du schnell ein Gefühl dafür und kannst gute und bescheuerte Ratschläge einfacherer trennen.

Mit etwas Übung kannst du dir dann noch eine selektive Ignoranz zulegen und die schlimmsten Ratschläge einfach ausblenden. Mit den 10 Beispielen von oben kannst du schon mal loslegen.

Mach einfach dein Ding und lass dir nichts einreden!

 

Bild: © Ryan McGuire / gratisography.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Autor, Wissenschaftler und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sieben Jahren coacht er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem hält er Vorträge, veranstaltet Seminare und arbeitet er an einer großen deutschen Universität als Studienberater. Hier erfährst du mehr über Tim Reichel

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