Warum Semesterferien nichts mit Freizeit zu tun haben

Warum Semesterferien nichts mit Freizeit zu tun haben

von Tim Reichel

Semesterferien? Das war mal. Die vorlesungsfreie Zeit ist der stressigste Zeitraum im ganzen Semster und hat nichts mit Freizteit zu tun. ich zeige dir eine Argumentationshilfe, warum Semesterferien nichts mit Freizeit zu tun haben.

Endlich Ferien.

Die Vorlesungen sind vorbei und die Semesterferien haben angefangen. Zeit, um die Seele baumeln zu lassen und sich auf die faule Haut zu legen.

Von wegen!

Ich habe mir diesen Mist schon so oft anhören müssen: Semesterferien bedeuten Freizeit. Studenten sind ja eh faul und wissen nicht, was richtige Arbeit ist. In den Semesterferien können diese faulen Säcke dann auch noch zu Hause bleiben und müssen nicht mal im Hörsaal sitzen.

Kommt dir das bekannt vor?

Ganz häufig kommt dieses blöde Klischee von den eigenen Eltern, Freunden, die nicht studieren oder von Menschen, die vor 100 Jahren das letzte Mal eine Uni von innen gesehen haben. Kurz: von Leuten, die keine Ahnung haben.

Wenn du auch davon genervt bist, ist dieser Artikel genau das Richtige für dich. Ich zeige dir ein paar Argumentationspunkte, damit du nie wieder sprachlos bist, wenn dir jemand erklären möchte, wie dein Studium läuft.

 

DOEDL-Methode gratis lesen!


DOEDL-Methode: Mit diesem Buch verbesserst du schnell und einfach dein Selbstmanagement im Studium und lernst, wie du zielorientiert und entspannt studieren kannst – ohne dich selbst auszubeuten.

Mit der DOEDL-Methode wirst du zum perfekten Selbstmanager und startest im Studium richtig durch! Und das Beste ist: Die ersten 42 Seiten bekommst du geschenkt. Einfach so und ohne viel Tamtam. Jetzt gratis lesen!

Garantiert kein Spam - versprochen!

 

Semesterferien gibt es nicht mehr

Dass Semesterferien automatisch viel Freizeit bedeuten, ist ein Mythos. Früher, vor 10-20 Jahren war das vielleicht noch so, aber spätestens seit der Umstellung auf das Bachelor-Master-System ist von den Ferien nur noch wenig übriggeblieben.

Die klassischen Semesterferien gibt es nicht mehr.

Der Zeitraum am Ende des Semesters heißt deswegen auch nicht mehr „Semesterferien“, sondern „vorlesungsfreie Zeit“. Und diese Zeit hat es in sich. Es finden dann zwar keine Uni-Veranstaltungen mehr statt, aber die Studenten haben trotzdem jede Menge zu tun.

Wenn unterm Strich noch 3-4 Wochen freie Zeit für Urlaub und Erholung übrig bleiben, ist das schon eine ganze Menge.

 

Die vorlesungsfreie Zeit ist pickepackevoll

Aber warum genau haben die so genannten „Semesterferien“ nichts mit Freizeit zu tun?

Ganz einfach: In der vorlesungsfreien Zeit stehen die wichtigsten Dinge des ganzen Semesters an: Es müssen Klausuren geschrieben, Praktika absolviert, Abschlussarbeiten fertiggestellt und wichtige organisatorische Aufgaben übernommen werden.

Damit sind die Semesterferien mit einem straffen Programm ausgefüllt und nehmen eine Schlüsselrolle in deiner Semesterplanung ein. Man könnte fast sagen:

Die vorlesungsfreie Zeit ist der stressigste Zeitraum im ganzen Semester.

Sehen wir uns das etwas genauer an.

 

Prüfungszeitraum und Klausurphase

Nach den Vorlesungen kommen die Prüfungen.

In der Regel folgt auf die Vorlesungszeit die offizielle Prüfungsphase des Semesters. In diesem Zeitraum werden Klausuren geschrieben und mündliche Prüfungen abgehalten.

Wenn du deine Klausurtermine gut abstimmen konntest und sehr viel Glück bei der Planung hattest, sind deine Prüfungen in ein paar Wochen überstanden. Doch das ist leider nur selten der Fall. Oft streckt sich die Prüfungsphase über mehrere Monate und nimmt einen großen Teil der Semesterferien ein.

Dabei kommt es nicht nur darauf an, an wie vielen Prüfungen du teilnehmen möchtest, sondern auch auf die Abfolge der verschiedenen Prüfungstermine.

Schon mal drei Klausuren in einer Woche geschrieben? Dann doch lieber eine Prüfung auf den zweiten Termin schieben und den Klausurstoff vernünftig vorbereiten. Natürlich muss dann auch jede Klausur im ersten Versuch bestanden werden – sonst dauert die Prüfungsphase wieder länger oder verlagert sich bis in das nächste Semester.

Und nicht vergessen: Jede Prüfung muss vorbereitet werden! Lernstoff wiederholen und Vorlesungsmaterial aufbereiten gehören zur Klausurphase dazu. Genauso wie die Organisation deiner Klausurtermine.

 

Studienarbeit schreiben

Eine besondere Art der Prüfungsleistung sind Studien- oder Abschlussarbeiten. Egal, ob Hausarbeit, Seminararbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit: Solche Studienarbeiten werden oft in den Semesterferien angefertigt.

Wann hat man sonst Zeit dazu, eine wissenschaftliche Arbeit anzufertigen und sich intensiv in ein komplexes Thema hineinzudenken?

Selbst wenn Studienarbeiten während des regulären Semesters begonnen werden, liegt der Abgabetermin oft in den Semesterferien. Da ist Stress vorprogrammiert.

 

Praktikum machen

In vielen Studiengängen sind zusätzliche Labor- oder Industriepraktika vorgesehen. Solch ein Pflichtpraktikum wird üblicherweise in den Semesterferien absolviert oder kann je nach Uni bis in die Semesterferien andauern.

Selbst wenn du das Praktikum in den regulären Semesterzeiten absolvieren kannst, fällt oft die Bewerbungsphase in die vorlesungsfreie Zeit.

Wenn es sich um ein Pflichtpraktikum handelt, musst du außerdem noch einen umfangreichen Praktikumsbericht anfertigen. Dies kann je nach Praktikumsdauer, Tätigkeitsbereich und Richtlinien deiner Uni einige Tage in Anspruch nehmen.

Viele Studenten nutzen die Semesterferien auch ganz bewusst dazu, um zusätzlich das ein oder andere Praktikum zu machen. Auf diese Weise können erste praktische Erfahrungen gesammelt werden. Außerdem verbessert man seinen Lebenslauf und kann sich im besten Fall noch etwas dazu verdienen.

Eines haben die Praktika aber gemeinsam: Erholsame Semesterferien sind futsch.

 

Arbeiten und Geld verdienen

Die Semesterferien sind ein prima Zeitraum, um sich einen Studentenjob zu suchen und zu arbeiten. Du kannst so nicht nur praktische Erfahrungen sammeln, sondern vor allem auch dein Konto etwas auffüllen. Ein vernünftiger Studentenlifestyle muss schließlich finanziert werden.

Das Besondere an den Semesterferien: In dieser Zeit darfst du mehr arbeiten als während der Vorlesungszeit, ohne dass Extrakosten für die Kranken- und Pflegeversicherung anfallen.

Solltest du schon während des Semesters arbeiten, kannst du die Semesterferien dazu nutzen, um Fehlstunden aufzuholen oder um dir ein kleines Polster für den kommenden Vorlesungszeitraum aufzubauen.

 

Nervige Pflichtaufgaben nachholen

Während des Semesters bleibt so einiges liegen. Wichtige Uni-Termine, Pflichtveranstaltungen und Klausuren gehen schließlich vor.

Deswegen kannst du die vorlesungsfreie Zeit dazu nutzen, um Liegengebliebenes nachzuholen und wichtige Pflichtaufgaben abzuarbeiten.

Du kannst zum Beispiel endlich die Studentenwohnung aufräumen oder deine Unterlagen aus dem letzten Semester vernünftig sortieren und ablegen. Ein aufgeräumtes Arbeitszimmer und ein entmüllter Computer sorgen direkt für bessere Stimmung und lassen den Lernstress verschwinden.

Außerdem kannst du in den Semesterferien etwas für dein Sozial- und Familienleben tun: Besuche deine Eltern oder Großeltern mal wieder (Zusatzeinnahmen) oder triff dich mit alten Freunden, die du länger nicht mehr gesehen hast.

Du kannst diese Zeit optimal nutzen, damit du nicht mit Chaos und offenen To-do-Listen in das neue Semester startest.

 

Vorbereitung und Planung des nächsten Semesters

In den Semesterferien musst du außerdem etwas vorherplanen und dich um das kommende Semester kümmern. Denn: Wer in der vorlesungsfreien Zeit die Füße hochlegt und das neue Semester einfach auf sich zukommen lässt, macht einen großen Fehler.

Für deine Semesterplanung solltest du bereits im Vorfeld überlegen, welche Module und Veranstaltungen du belegen möchtest. Bei vielen Lehrveranstaltungen musst du dich rechtzeitig vorher anmelden oder dich sogar für die Teilnahme bewerben. Informiere dich daher über deine Wahlmöglichkeiten und lege eine grobe Modulauswahl fest.

Wenn es für das kommende Semester eine neue Prüfungsordnung gibt, solltest du diese auf jeden Fall einmal gelesen haben, damit du weißt, was auf dich zukommt. Außerdem solltest du jetzt schon die wichtigsten Semestertermine in deine Planung aufnehmen.

Zu deiner Vorbereitung gehören auch noch: Organisation und Planung eines möglichen Auslandssemesters, Erstellung eines groben Stundenplans oder das Verfassen eines Antrags für das nächste Stipendium.

 

Bachelor of Time gratis lesen!

Bachelor of Time: Mit diesem Buch verbesserst du schnell und einfach dein Zeitmanagement im Studium. Du lernst, wie du deine Zeit optimal nutzen kannst und dauerhaft erfolgreicher an der Uni wirst.

Mit dem Bachelor of Time verbesserst du schnell und einfach dein Zeitmanagement im Studium. Und das Beste ist: Die ersten 34 Seiten bekommst du geschenkt! Einfach so und ohne viel Tamtam. Jetzt gratis lesen!

Garantiert kein Spam - versprochen!

 

Fazit

Semesterferien sind keine „richtigen Ferien“ und haben nicht viel mit Freizeit zu tun.

In dieser Zeit finden zwar keine Vorlesungen mehr statt, aber dafür einige Schlüsselaktivitäten deines Semesters. In diesem Beitrag habe ich eine kleine Auswahl davon für dich zusammengestellt und gezeigt, warum die vorlesungsfreie Zeit der stressigste Zeitraum im ganzen Semester sein kann.

Wenn du dir das nächste Mal anhören musst, dass du ja sooo viel Ferien und Freizeit hast, kannst du einige der Punkte aufzählen und endlich mit diesem hartnäckigen Mythos aufräumen.

Aber egal, wie deine Semesterferien am Ende aussehen: Mach das Beste daraus und genieße die wenige Freizeit, die du hast!

PS: Wenn du deine Zeit besser nutzen und entspannter studieren möchtest, dann check mein Buch – den Bachelor of Time. Bitte hier entlang (klick!)

 

Bild: unsplash.com / © Maciej Serafinowicz
Lektorat: language-boutique.de / Claudia Henning
Jetzt teilen!
Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

Kommentare
Click Here to Leave a Comment Below

Hinterlasse einen Kommentar: