13 Fehler, mit denen du deine Lernunterlagen ruinierst (und wie du sie vermeidest)

13 Fehler, mit denen du deine Lernunterlagen ruinierst (und wie du sie vermeidest)

von Tim Reichel

10 von 10 Studenten bereiten ihre Lernunterlagen zur Prüfungsvorbereitung besonders auf. Sie schreiben Zusammenfassungen, sammeln alte Prüfungsaufgaben...

10 von 10 Studenten bereiten ihre Unterlagen zur Prüfungsvorbereitung besonders auf. Sie schreiben Zusammenfassungen, sammeln alte Prüfungsaufgaben und legen sich den relevanten Stoff so zurecht, dass sie ihn schnell lernen können.

Das Problem ist nur: Diese Lernunterlagen sind häufig schlecht. So richtig schlecht.

Und was das zur Folge hat, kannst du dir bestimmt schon denken:

Schlechte Lernunterlagen = Schlechte Prüfungsvorbereitung = Schlechtes Prüfungsergebnis

Dabei kannst du die meisten Fehler beim Erstellen deiner Lernunterlagen ganz locker vermeiden. Du musst sie nur kennen und wissen, wie es richtig geht.

Das schauen wir uns jetzt zusammen an.

 

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Mit diesen 13 Fehlern ruinierst du deine Lernunterlagen

Deine persönlichen Lernunterlagen sind besonders fehleranfällig, weil du sie in Eigenregie erstellst und selten fertig vorgesetzt bekommst oder mit anderen abstimmst. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du ein objektives Gespür dafür entwickelst, wie gut deine eigenen Unterlagen sind.

Du bist deine eigene Kontrollinstanz und musst dafür sorgen, dass die Grundlage deiner Prüfungsvorbereitung korrekt und stimmig ist. Das heißt: Du bist auch dafür verantwortlich, deine eigenen Schwachstellen zu finden.

Damit dir das besser gelingt, zeige ich dir jetzt die 13 größten Fehler, mit denen du deine Lernunterlagen ruinierst. Und: Ich gebe dir gleich die passenden Lösungen mit, damit du aus deinen Fehlern nicht nur lernst, sondern sie nie wieder machst.

 

Fehler #1: Deine Lernunterlagen sind todlangweilig

Wie viel Lust hast du darauf, Dinge zu lernen, die dich langweilen? Genau: gar keine. Wenn deine Lernunterlagen nichts weiter als öde Textwüsten mit verklausulierten Schachtelsätzen sind, löst sich deine Motivation nach kurzer Zeit in Luft auf. Nur weil das Thema sachlich ist und es bei deiner bevorstehenden Prüfung ernst wird, heißt das nicht, dass du beim Lernen nicht kreativ und modern sein darfst.

Lösung: Gestalte deine Unterlagen so, dass es Spaß macht, mit ihnen zu arbeiten! Benutze Farben, Bilder oder Smileys (dazu später noch mehr) und sorge dafür, dass beim Lernen keine Langeweile aufkommt.

 

Fehler #2: Du strukturierst deine Unterlagen nicht konsequent

Eine der größten Schwachstellen in vielen Lernunterlagen liegt in der Struktur. Wenn du deine Inhalte nicht konsequent gliederst und logisch aufbaust, verlierst du schnell die Übersicht und verzettelst dich. Das hat zur Folge, dass du die Infos durcheinander wirfst und es nicht mehr schaffst, die unterschiedlichen Themen in den richtigen Zusammenhang zu bringen.

Lösung: Lege dir BEVOR du deine Zusammenfassungen schreibst und dein Lernmaterial zusammenstellst, eine Agenda fest, an der du dich orientieren kannst! Erstelle ein Inhaltsverzeichnis und halte dich an diesen roten Faden – das spart Zeit und Nerven.

 

Fehler #3: Deine Lernunterlagen sind unvollständig

Was ist nerviger als chaotische Unterlagen? Unvollständige Unterlagen. Bei der Stoffmenge, die sich über das Semester anhäuft, fällt es kaum auf, wenn dir einzelne Randthemen durch die Lappen gehen. Doch genau das ist gefährlich. Wenn dir beim Lernen wichtige Informationen fehlen, untergräbst du damit das ganze Fundament deiner Prüfungsvorbereitung.

Lösung: Arbeite mit Checklisten und achte darauf, dass du bei deiner Zusammenstellung keine wichtigen Inhalte übersiehst und alle klausurrelevanten Informationen berücksichtigst! Sprich dich im Zweifel mit deinen Kommilitonen ab oder hole dir einen Rat vom Prüfer selbst.

 

Fehler #4: Du schreibst zu viel

Viele Studenten schreiben während der Prüfungsvorbereitung ganze Romane. Sie tragen jede noch so kleine Information zusammen oder schreiben komplette Passagen aus Lehrbüchern auf Karteikarten. Doch dabei geht der Fokus verloren, denn ohne eine sinnvolle Verknappung übersiehst du die wesentlichen Punkte leicht und hältst dich zu lange mit Kleinkram auf.

Lösung: Gib dir selbst ein festes Limit an Wörtern oder Seiten vor! Dieses Limit darfst du nur in Ausnahmefällen überschreiten – halte deine Lernunterlagen schlank. Arbeite ansonsten mit Verweisen, wenn du Hintergrundinfos mit deiner Zusammenfassung verknüpfen möchtest.

 

Fehler #5: Du schreibst zu wenig

Das genaue Gegenteil von „zu viel“ ist genauso so gefährlich. Wenn du in deinen Lernunterlagen nur die allernötigsten Inhalte erwähnst und diese dann nur in wenigen Stichpunkten ausführst, besteht die Gefahr, dass du zu oberflächig lernst. Wichtige Details, die in der Prüfung von Bedeutung sein könnten, fehlen dir dann. Außerdem könntest du Schwierigkeiten mit dem Verständnis und globalen Zusammenhängen bekommen, wenn du auf Erläuterungen und ausführliche Erklärungen verzichtest.

Lösung: Erstelle zu jedem Kapitel eine „Kurzversion“ zum Lernen, in der du die Inhalte sehr stark verkürzt darstellst! Im Prinzip nichts anderes als einen Spickzettel (in diesem Artikel schreibe ich mehr darüber). Auf diese Weise trennst du deine Lernunterlagen auf und läufst nicht Gefahr, in der „großen“ Variante zu oberflächig zu arbeiten.

 

Fehler #6: Du kommst nicht zum Punkt

Fokus. Du brauchst Fokus. Eigentlich immer, aber beim Lernen besonders! Wenn du in deinen Lernunterlagen ständig um den heißen Brei herumredest und dich zu lange mit Kleinigkeiten aufhältst, werden deine Lernsessions unproduktiv. Deine Zusammenfassung muss präzise sein. Wenn du mit ihr arbeitest, muss du auf einen Blick sehen können, worum es geht und welche Informationen wichtig sind.

Lösung: Lege vor dem Erstellen deiner Unterlagen Keywords (=Schlüsselworte) fest, die das Thema prägen und an denen du deine Texte ausrichten kannst. Verzichte beim Schreiben auf Füllworte, überflüssige Synonyme und lange Schachtelsätze. Schreibe in kurzen Hauptsätzen. Die kannst du gut lesen und einfach behalten. Und das ist gut.

 

Fehler #7: Deine Lernunterlagen sind hässlich

Erinnerst du dich an Fehler #1? Dieser Fehler ist so ähnlich. Wenn deine Lernunterlagen aussehen, als hätte sie ein betrunkener Affe geschrieben, vergeht dir schneller die Lust zu lernen als du „Boah, nee!“ sagen kannst. Sind deine Lernunterlagen hingegen hübsch; ist der Seitenaufbau schön und klar; kannst du die Schrift gut lesen; wirkt die farbliche Gestaltung ansprechend, fällt dir das Lernen deutlich leichter.

Lösung: Gib dir Mühe bei der Erstellung deiner Unterlagen! Investiere etwas Zeit und kreiere deine Zusammenfassung so, dass du sie gerne zur Hand nimmst. Stell dir vor, es wäre schon eine Teilprüfungsleistung für deren Ausarbeitung es eine Note gäbe – und du willst eine 1.0.

 

Fehler #8: Deine Lernunterlagen sind zu kompliziert

Wenn du beim Lernen ständig hin und her blätterst und überlegen musst, was du möglicherweise mit deinen Ausführungen gemeint haben könntest, sind deine Lernmaterialen eindeutig zu kompliziert. Deine Zusammenstellung muss einfach sein. Kompliziert sind die Inhalte so schon – deine Aufgabe ist es aber, sie so einfach wie möglich aufzuschreiben, damit du sie besser lernen kannst.

Lösung: Überlege bei jeder Erklärung, jedem Satz, jeder Auflistung, ob du den Sachverhalt nicht noch einfacher beschreiben kannst (natürlich ohne wichtige Infos wegzulassen oder ungenau zu werden)! Verzichte auf lange Ausschweifungen und halte deine Unterlagen einfach.

 

Fehler #9: Du benutzt keine Farben oder Markierungen

„Am besten schreibe ich alles in einer Farbe, verzichte auf Markierungen und stelle wichtige Infos nicht besonders heraus.“ Sätze die häufig vor einem schlechten Klausurergebnis gesagt werden. Visuelle Reize wie Farben, Unterstreichungen oder Symbole am Rand helfen dir dabei, deinen Stoff besser und schneller zu verstehen. Besonders dann, wenn du wenig Zeit oder ein großes Lernpensum vor dir hast, darfst du auf diese Gestaltungsmöglichkeiten nicht verzichten. Deine Lernunterlagen werden dadurch klarer und eingänglicher.

Lösung: Arbeite mit Farben! Lebe dir ein Farbschema zurecht und Unterstreiche oder schreibe besonders wichtige Inhalte farblich auf. Markiere Definitionen, Leitfragen oder grundlegende Beispiele am Rand, damit du auf einen Blick siehst, was wirklich wichtig ist.

 

Fehler #10: Du verzichtest auf Listen

Nochmal: Lange, komplizierte Sätze haben in deinen Lernunterlagen nichts zu suchen (außer du musst formale Definitionen wörtlich auswendig lernen). Besonders bei Aufzählungen oder Vergleichen kannst du großartig mit Listen arbeiten und damit lange Textpassagen vermeiden. Auflistungen sind angenehmer fürs Auge und lassen sich besser lernen. Außerdem vermeidest du automatisch überflüssige Füllworte für umständliche Umschreibungen.

Lösung: Arbeite – wann immer es geht – mit Listen und schreibe lieber einzelne Stichpunkte auf als lange Sätze zu formulieren. Beispiel: Die Vorteile sind: 1., 2., 3., … Die wesentlichen Merkmale sind: 1., 2., 3., …

 

Fehler #11: Du lässt keine Bilder sprechen

Neben Farben, Markierungen und Listen, sind Bilder das grafische Element, das deinen Lernfortschritt am meisten pushen kann. Bilder, Diagramme, Skizzen: Wenn du deine in Text gegossenen Inhalte mit visuellen Bausteinen mischst, bleibt der Stoff länger und detaillierter in deinem Gedächtnis. Außerdem prägen sich Grafiken schneller ein und können eine viel höhere Informationsdichte wiedergeben als vergleichbare Textpassagen.

Lösung: Ergänze deine Zusammenfassung mit Grafiken und Bildern! Erstelle eigene Diagramme oder zeichne einfache Skizzen, um Prozesse, Beziehungen oder sonstige Zusammenhänge visuell zu untermauern.

 

Fehler #12: Du benutzt keine eigenen Beispiele

In deinen Lernunterlagen darf eine Sache auf gar keinen Fall fehlen: Beispiele. Aber es dürfen keine Standardbeispiele sein. Denn Standard ist langweilig. Und langweilig mag dein Gehirn nicht. Überlege dir deswegen eigene Beispiele und gib deinen Unterlagen damit den letzten Schliff. Wenn du ein Thema verstanden hast und dir sogar eigene Anwendungsbeispiele dazu überlegt hast, wirst du es nie wieder vergessen.

Lösung: Ergänze jedes Beispiel aus deinen Unterlagen um ein eigenes, leicht abgewandeltes Beispiel! Sobald du etwas Praxiserfahrung gesammelt hast, kannst du dir ganz eigene Beispiele ausdenken und deine Lernunterlagen damit lebendig machen.

 

Fehler #13: Du zeigst deine Lernunterlagen niemandem

Deine Lernunterlagen sind niemals perfekt. Und das ist auch nicht schlimm. Aber sie dürfen nicht fehlerhaft oder unvollständig sein (Fehler #3). Das Problem ist nur: Wenn du deine Unterlagen nur für dich behältst und dich mit niemandem austauschst, besteht die große Gefahr, dass du wichtige Punkte übersiehst und gewissermaßen betriebsblind wirst. Und genau das zu verhindern, ist es sinnvoll, dass du dich mit deinen Kommilitonen abstimmst. Isolation ist niemals eine gute Lösung – auch nicht beim Studieren.

Lösung: Tausche deine Lernunterlagen mit deinen Kommilitonen aus und gebt euch gegenseitig Feedback! Diskutiert eure Zusammenstellung und sprecht über verschiedene Ansätze. Vorteil: Ihr habt dabei automatisch einen Lerneffekt und entwickelt ein tieferes Stoffverständnis.

 

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Fazit

Deine Lernunterlagen sind die wichtigste Grundlage deiner Prüfungsvorbereitung. Damit du dabei wenig Fehler machst, habe ich die größten Gefahrenquellen für dich gesammelt und Lösungsansätze vorbereitet.

Denk immer dran:

Schlechte Lernunterlagen = Schlechte Prüfungsvorbereitung = Schlechtes Prüfungsergebnis

Deshalb machst du es ab jetzt besser.

Investiere deine Zeit und Energie in die Erstellung deiner Lernunterlagen. Bereite dich gut vor und schreibe eine Zusammenfassung, mit der du gar nicht anders kannst, als erfolgreich durch die Prüfung zu huschen. Wenn du am Anfang die Weichen richtig stellst, wirst du am Ende die Lorbeeren einfahren.

Und falls man das so nicht mehr sagt, nochmal etwas analytischer:

Gute Lernunterlagen = Gute Prüfungsvorbereitung = Gutes Prüfungsergebnis.

 

Bild: © Alice Achterhof / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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