10 außergewöhnliche Möglichkeiten, wie du eine Präsentation oder einen Vortrag beginnen kannst

10 außergewöhnliche Möglichkeiten, wie du eine Präsentation oder einen Vortrag beginnen kannst

von Tim Reichel

Ein Vortrag oder eine Präsentation bereitet vielen Studenten Kopfzerbrechen. In diesem Artikel lernst du 10 Wege, wie du deinen Vortrag beginnen kannst...

Kennst du das?

Du musst einen Vortrag halten. Deine Folien sind fertig, die PowerPoint-Präsentation steht. Du kennst dich gut mit dem Thema aus und hast dir ein solides Hintergrundwissen antrainiert. Einige potenzielle Rückfragen hast du sogar schon aufgespürt und mögliche Antworten vorbereitet. Alles ist in bester Ordnung – wäre da nicht der Anfang.

Gut, es gibt die klassische Option: „Herzlich willkommen zu meinem Vortrag zum Thema XYZ. Ich heiße Tim Reichel und in den kommenden 30 Minuten erkläre ich…“, aber diese Variante benutzt jeder. Ist das schlimm? Nein. Ist es langweilig und 90 Prozent der Zuhörer schalten bei einer Standardeinleitung ab? Ja. Und das kannst du dir nicht leisten. Zumindest dann nicht, wenn du aus der Masse herausstechen und deine Botschaft ans Publikum weitergeben möchtest.

Wie solltest du deinen Vortrag also beginnen?

Nun, es gibt verschiedene rhetorische Möglichkeiten. Aber Vorsicht: Nicht alle sind für Präsentationen in einem akademischen Rahmen geeignet. In diesem Artikel habe ich daher zehn passende Möglichkeiten für dich zusammengestellt, die die Aufmerksamkeit deiner Zuhörer (und deines Professors!) sofort an sich ziehen werden.

Vorhang auf.

 

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10 Möglichkeiten, wie du eine Präsentation oder einen Vortrag beginnen kannst

Wenn du Schwierigkeiten dabei hast, den richtigen Einstieg in deinen Vortrag zu finden, ohne dass ein Großteil der Anwesenden einschläft, dann habe ich genau das Richtige für dich. Hier sind 10 Wege, wie du deine Präsentation eröffnen kannst:

 

1. Benutze ein Zitat!

Zitate sind eine einfache und elegante Möglichkeit, deinen Vortrag zu beginnen. Zitate haben etwas Magisches, etwas weises an sich. Außerdem sind sie als Stilmittel in der Wissenschaft akzeptiert und stoßen fast nie auf Ablehnung. Viele Dozenten bedienen sich selbst bei bekannten Autoren und zitieren, wann immer sich eine Gelegenheit dazu bietet.

Besonders ein Zitat einer Autorität oder einer berühmten Person kann wahre Wunder bewirken und deine Präsentation mit einem Aufmerksamkeitsvorsprung ausstatten, den du alleine niemals erschaffen könntest. Warum also nicht Albert Einstein oder Stephen Hawking deinen Vortrag beginnen lassen?

Beispiel: Das Zitat von Henry Ford „Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“ würde gut für einen Vortrag über Marketing-Instrumente passen.

 

2. Stelle eine Frage!

Weiß du noch, wie ich diesen Artikel begonnen habe? Richtig: mit einer Frage („Kennst du das?“). Warum habe ich das gemacht? Weil ich das Ziel hatte, dich zum Nachdenken zu bringen. Ich wollte, dass du von Anfang an dabeibleibst und dich mit dem Text verbunden fühlst. Merkst du, wie es funktioniert? (Ich mache es schon wieder…)

Eine Frage ist die einfachste Form des Einstiegs. Und das Beste ist: Du brauchst nicht mal eine Antwort. Eine Frage genügt und dein Publikum denkt über mögliche Antwortmöglichkeiten nach oder baut Erwartungen auf. Das ist alles, was du willst – denn diese Erwartungen wirst du mit deinem Vortrag erfüllen.

Stelle Fragen, die deine Zuhörer interessieren (und die er oder sie beantwortet haben möchte). Alternativ kannst du auch rhetorische Fragen oder Suggestivfragen benutzen. Hauptsache, die Gedanken des Publikums werden eingefangen. Selbstverständlichkeiten solltest du hingegen nicht abfragen und allzu provokativ darf es zu Beginn ebenfalls nicht sein.

Beispiel: „Wann haben Sie das letzte Mal ein Sachbuch an einem Tag durchgelesen?“ bei einer Buchpräsentation oder „Wissen Sie, was Donald Trump mit (Thema deiner Wahl) zu tun hat?“ um dein Thema mit einer aktuellen politischen Entwicklung in Verbindung zu bringen.

 

3. Erzähle eine Geschichte!

Menschen lieben Geschichten. Geschichten fesseln uns und ziehen spielerisch jede Aufmerksamkeit auf sich. Auch unser rationales Gehirn nimmt Geschichten besser auf und kann sich diese besser merken als abstrakte Informationen. Daher solltest du deinen Vortrag mit einer kurzen Geschichte beginnen.

Weit hergeholt und allzu ausführlich sollte deine Story jedoch nicht sein. Anekdoten und Kurzgeschichten, die deine Zuhörer überraschen, jedoch direkt zum Kernthema der Präsentation überleiten, sind gut. Besonders nett und effektiv sind persönliche Geschichten, die etwas aus deinem Leben preisgeben. Allerdings sollte auch hier ein Sachbezug zum Thema bestehen.

Beispiel: „Als Nikola Tesla 17 Jahre alt war, erlitt er einen schweren Schicksalsschlag…“ für einen Vortrag mit physikalischem Hintergrund oder „Am Wochenende sprach mich eine ältere Frau in der Bahn auf mein Buch an. Es stellte sich heraus, dass sie…“

 

4. Benutze eine Statistik!

Beginne deinen Vortrag mit Fakten. Klaren, nackten Fakten. Besonders vielsprechend sind überraschende Statistiken, die eine deutliche Ausprägung, eine unerwartete Entwicklung oder eine Trendwende untermauern. Rationale Menschen lieben interessante Daten. Vor allem dann, wenn diese einzigartig und erschreckend sind.

Natürlich sollte deine Statistik Relevanz haben und zum Thema passen. Die Quelle spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Zahlen aus der Bildzeitung haben eine andere Wertigkeit als Informationen des Statistischen Bundesamtes. Nachdem du deine Statistik kurz und bündig präsentiert hast, wartest du einfach einen Moment, lässt die Zahlen wirken und beginnst dann mit deinem eigentlichen Vortrag.

Beispiel: „Die Produktion von Kohle in der EU ist im letzten Jahr um 25 Prozent zurückgegangen.“ oder „3 von 4 Kinder im Alter von 10 Jahren können nicht richtig lesen.“

 

5. Ziehe einen Vergleich!

Besonders bei speziellen Themen, in denen sich nur eine Hand voll Menschen gut auskennt, kannst du mithilfe eines anfänglichen Vergleichs für mehr Aufmerksamkeit sorgen. Aber auch bei Mainstream-Thematiken können Vergleiche einen starken Bund zwischen dir und deinem Publikum befördern.

Dabei solltest du beachten, dass der Vergleich zwar interessant, aber nicht unrealistisch daherkommt. Außerdem musst du einen Vergleich wählen, den deine Zuhörer verstehen – zu viel Fachwissen darfst du dabei nicht voraussetzen. Vergleiche eignen sich zudem hervorragend in Kombination mit anderen Eröffnungsmöglichkeiten.

Beispiel: „Der weltweite Stromverbrauch liegt aktuell bei X. Die Methode, die ich Ihnen gleich vorstelle, kann diesen Wert um 5 Prozent reduzieren.“ (Vergleich in Kombination mit einer Statistik) oder „Wissen Sie was Einstein, ein Smartphone und mein Vortrag gemeinsam haben?“ (Vergleich in Kombination mit einer Frage).

 

6. Stelle eine These auf!

Wenn du deinen Vortrag mit einem Signal der Stärke beginnen möchtest und selbstbewusst zu deinen Ergebnissen stehst, ist diese Art der Eröffnung genau das Richtige für dich. Fasse deine Erkenntnisse in einer These zusammen und mache zu Beginn ein einfaches, klares Statement.

Je nach Publikum und Professor solltest du mit diesem Stilmittel vorsichtig umgehen. Einigen ist es zu forsch; andere reagieren mit ungewollter Diskussionsbereitschaft. Aufmerksamkeit ist dir in jedem Fall sicher.

Beispiel: „Für die Entwicklung Ihres Modells hat die Autorin einen Nobelpreis verdient.“ oder „Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es nur eine zuverlässige Methode, mit der… alles andere funktioniert nicht oder führt zu großen Problemen. Und in meinem Vortrag zeige ich Ihnen, warum das so ist.“

 

7. Schaffe einen Alltagsbezug!

Viele Vorträge, Referate und Präsentationen im Studium handeln von sogenannten Nischenthemen. Themen, die eher klein und abstrakt sind. Das Publikum versteht ihre Bedeutung nicht so recht oder interessiert sich nicht für sie. Indem du einen Bezug zur täglichen Realität schaffst, kannst du diesen Nachteil jedoch ausgleichen.

Beim Alltagsbezug gilt das Gleiche wie bei den Vergleichen: Die Verbindung muss passen und sollte nicht an den Haaren herbeigezogen sein. Originalität und Einfachheit ist gefragt. Auch hier kannst du andere Stilmittel kombinieren und damit für noch mehr Aufmerksamkeit sorgen.

Beispiel: „Wussten Sie, wie Ihnen der Bernoulli-Effekt beim Camping hilft?“ oder „Die Erkenntnisse der folgenden Studie lassen sich problemlos im Alltag einsetzten – zum Beispiel morgens beim Bäcker.“

 

8. Erzähle einen Witz!

Von allen Möglichkeiten, die ich in diesem Artikel vorstelle, ist der Witz die heikelste. Warum? Erstens, weil du damit deine Seriosität verspielen kannst und nicht mehr ernstgenommen wirst. Sollte dein Professor eher streng sein und selbst auf humoristische Einlagen verzichten, solltest du es ihm gleichtun.

Zweitens, weil Witze schwierig sind und nach hinten losgehen können. Nur weil du und deine drei Lieblingskommilitonen etwas lustig finden, heißt das nicht, dass es auch der Rest des Publikums tut. Ein vergeigter Witz zu Beginn kann dein Selbstbewusstsein schädigen und dich völlig aus der Fassung bringen. Außerdem besteht die Gefahr, dass du dich im Ton vergreifst und etwas Unpassendes sagst.

Beispiel: Witze, die auf Minderheiten abzielen oder bestimmte Menschengruppen betreffen, sind meistens nicht so gut für einen Vortrag geeignet. Wenn du zu diesem Mittel greifst, versichere dich, dass du niemanden diffamierst und den Sinn deiner Zuhörer triffst. Zweideutigkeiten, Ironie und politische Anspielungen versteht nicht jeder.

 

9. Nimm das Ergebnis vorweg!

Wenn dein Vortrag zu deinem eindeutigen Ergebnis führt, dass auch ohne große Erklärung zu verstehen ist, kannst du das Ende vorwegnehmen und sozusagen mit der Tür ins Haus fallen. Sprich direkt zu Beginn den Nutzen deiner Präsentation an und erkläre dann Schritt für Schritt den Weg dorthin.

Deine Zuhörer werden dankbar sein, dass du sie nicht unnötig auf die Folter spannst und deinen Erläuterungen viel besser folgen, weil sie wissen welches Ergebnis sie erwartet. Achte jedoch darauf, dass du das Publikum nicht durch zu viele Informationen verwirrst. Deine Aussage muss klar sein – ähnlich wie bei der These.

Beispiel: „In diesem Vortrag zeige ich Ihnen, wie wir einen Ertrag von 250.000 € realisieren können.“ oder „Das Modell, welches ich Ihnen gleich erkläre, liefert Ergebnisse mit einer 98,7-prozentigen Genauigkeit.“

 

10. Zeige ein Anschauungsobjekt!

Nichts zieht so viel Aufmerksamkeit auf sich, wie etwas, das man berühren kann. Zahlen und Worte können mit einem realen Gegenstand nicht mithalten – und genau das kannst du dir für deinen Vortragsbeginn zunutze machen. Organisiere dazu ein Anschauungsobjekt, dass du, wenn es losgeht, hochhalten oder durch die Reihen wandern lassen kannst.

Selbst in rein theoretischen Vorträgen und bei noch so abstrakten Themen lässt sich in der Regel etwas „zum Zeigen“ finden. Die Sache hat nur einen Haken: Du musst kreativ werden. Und im Zweifel etwas basteln oder ein wenig Geld investieren. Für wichtige Vorträge kann sich das lohnen, denn Professoren wissen dein zusätzlichen Einsatz meistens zu schätzen.

Beispiel: „Dies ist ein Modell meiner Versuchsanlage (im Maßstab 1:25), das ich mit einem 3D-Drucker erstellt habe.“ oder „Würde man meine statistische Auswertung ausdrucken, bräuchte man 13.700 Seiten, das entspricht diesem Stapel Bücher, den ich Ihnen zur Veranschaulichung mitgebracht habe.“ oder „diese Requisite spielte bei der Uraufführung von Hamlet eine entscheidende Rolle. Ich habe für sie ein Duplikat besorgt.“

 

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Fazit

Das nächste Mal, wenn du einen Vortrag oder eine Präsentation halten musst, wird dir der Anfang kein Kopfzerbrechen mehr bereiten. Wenn du das nächste Mal über den perfekten Beginn nachdenkst, dann erinnere dich an diesen Artikel.

Denke an die 10 außergewöhnlichen Möglichkeiten:

  • Benutze ein Zitat!
  • Stelle eine Frage!
  • Erzähle eine Geschichte!
  • Benutze eine Statistik!
  • Ziehe einen Vergleich!
  • Stelle eine These auf!
  • Schaffe einen Alltagsbezug!
  • Erzähle einen Witz!
  • Nimm das Ergebnis vorweg!
  • Zeige ein Anschauungsobjekt!

Und natürlich geht manchmal auch ein Mix aus mehreren. Wichtig ist nur, dass du dir vorher überlegst, welche Stilmittel bei deinem Publikum und besonders bei deinen Dozenten gut ankommen. Nach dieser Einschränkung hast du die freie Auswahl. So kannst du dich durch jede der zehn Möglichkeiten von der Masse abheben und nachhaltig in Erinnerung bleiben.

 

Bild: © Victor Rodvang / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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