Wie du während der Vorlesung konzentriert bleibst - ein 7+5-Punkte-Plan

Wie du während der Vorlesung konzentriert bleibst – ein 7+5-Punkte-Plan

von Tim Reichel

Wenn du deine Vorlesungen konzentriert und produktiv angehen möchtest, reichen ein paar einfache Umstellungen deiner Arbeitsweise aus. Diese Tipps helfen...

Die Vorlesung beginnt. Volle Konzentration, bitte.

3, 2, 1 uuund – sie ist weg.

So oder ähnlich geht es fast allen Studenten, die sich in den Hörsaal schleppen, um den monotonen Worten ihres Dozenten zu lauschen. Natürlich gibt es Ausnahmen und gewiss ist nicht jede Univeranstaltung langweilig, aber ich wette, du besuchst mindestens eine Vorlesung pro Semester, die dich an die Grenzen deiner Willenskraft bringt.

Das Dilemma an der Sache ist: Du willst eigentlich Studieren, doch in diesem Moment findest du absolut keine Motivation, um dich auf die Vorlesung zu konzentrieren. Im Prinzip magst du deinen Studiengang und du weißt auch, dass die einzelnen Themen wichtig sind. Nur leider gelingt es dir nicht, den passenden Hebel im Kopf umzulegen.

Zum Glück habe ich einen neuen Schaltplan für dich, der deine Konzentration per Knopfdruck zurückbringt – und dafür sorgt, dass sie dir erhalten bleibt.

 

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Dein 7-Punkte-Plan: So bleibst du während der Vorlesung konzentriert

Wenn du deine Vorlesungen ab jetzt konzentriert und produktiv durchziehen möchtest, reichen ein paar einfache Umstellungen deiner Arbeitsweise aus.

Halte dich an diese sieben Punkte:

 

Schritt 1: Bereite deine Vorlesung vor!

Für deine Produktivität in der Vorlesung ist eine kurze, prägnante Vorbereitung Gold wert. Wenn du dich ohne einen blassen Schimmer in den Hörsaal begibst und alles einfach auf dich zukommen lässt, wirst du schon nach kurzer Zeit den Faden verlieren und niemals über die komplette Zeitspanne konzentriert bleiben. Bereite deswegen jede deiner Univeranstaltungen vor – und zwar so:

  • Lade das Vorlesungsskript oder die entsprechenden Vortragsfolien herunter oder drucke sie aus! (Aufwand: 2 Minuten)
  • Überfliege die Inhalte deiner kommenden Vorlesung und verschaffe dir einen thematischen Überblick! (Aufwand: 3 Minuten)
  • Mache dir erste Notizen und fasse die Kerngedanken kurz zusammen! (Aufwand: 5 Minuten)
  • Lies das entsprechende Kapitel aus dem dazugehörigen Lehrbuch! (Aufwand: 10-15 Minuten)
  • Formuliere Fragen, die nach deiner ersten Durchsicht bzw. Auseinandersetzung mit dem Thema aufgetreten sind! (Aufwand: 5 Minuten)

Mit dieser kurzen Vorbereitung stimmst du dich perfekt auf deine bevorstehende Vorlesung ein. Dadurch, dass du bereits über ein solides Grundwissen verfügst, wird es dir viel leichter fallen, deinem Dozenten zu folgen und die Inhalte zu verstehen.

 

Schritt 2: Lege Ziele für die Vorlesung fest!

Viele Studenten sehen ihre Vorlesungen als nette Freizeitbeschäftigung und teilen ihnen dementsprechend einen unverbindlichen Stellenwert zu. Sie verfolgen mit ihrem Besuch im Hörsaal keinerlei Ziele und verschwenden damit zu 100 Prozent ihre Zeit. Mach du es besser und definiere klare Ziele für deine nächste Vorlesung. Die folgenden Fragen helfen dir dabei:

  • Was möchte ich mit der Vorlesung erreichen?
  • Warum investiere ich meine Zeit?
  • Wo stehe ich vor der Vorlesung und wo stehe ich danach?
  • Welche inhaltlichen Fragen möchte ich klären?

Versuche für jede deiner Vorlesungen ein Hauptziel zu definieren, welches du auf jeden Fall erreichen möchtest. Auf diese Weise bleibst du fokussiert und schaffst einen eigenen Orientierungspunkt, auf den du hinarbeiten kannst.

 

Schritt 3: Benenne deine Feinde!

Deine Konzentration in der Vorlesung hängt nicht nur davon ab, was du machst – sondern auch, was du NICHT machst. Soll heißen: Während du im Hörsaal sitzt, bist du ununterbrochen Ablenkungen und Störeinflüssen ausgesetzt, die deine Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen. Und diesen „Feinden“ musst du aus dem Weg gehen. Daher lohnt es sich, wenn du deine potenziell größten Ablenkungen im Vorfeld klar benennst und auf einer Not-to-do-Liste sammelst. Diese könnte zum Beispiel zu aussehen:

  • Nicht mit dem Sitznachbarn reden!
  • Nicht mit dem Handy spielen!
  • Nicht im Internet surfen!
  • Nicht in themenfremden Büchern lesen!
  • Nicht schlafen!

Die Bekämpfung von alten, unproduktiven Gewohnheiten fällt dir dank dieser Liste leichter. Deine Not-to-do-Liste schärft dein Bewusstsein für Ablenkungen und hilft dir dabei, wachsam zu bleiben.

 

Schritt 4: Iss und trinke vorher!

Auch wenn es sich nicht immer so anfühlt: Deine Vorlesung ist anstrengend. Und wenn du dieser Herausforderung ohne die nötige körperliche Versorgung entgegentrittst, wird es dir sehr schwer fallen, konzentriert und aufnahmefähig zu bleiben. Dein Körper wird nur dann über einen langen Zeitraum optimal funktionieren und eine konstant gute Performance abliefern, wenn du ihn mit dem nötigen Input versorgst. Das heißt konkret:

  • Trinke ausreichend viel Wasser!
  • Iss etwas Leichtes und Gesundes!
  • Verzichte auf übermäßig viel Zucker!
  • Achte auf eine ausgewogene Ernährung!

Obwohl diese Grundregeln schon lange klar sind, werden sie von fast allen Studenten vernachlässigt. Doch ohne den richtigen Treibstoff kannst du lange darauf warten, dass deine Vorlesung produktiv abläuft und du bis zum Ende engagiert dabeibleibst. Du stellst dir sozusagen selbst ein Bein und hemmst deinen Stoffwechsel – und erschwerst deinem Gehirn damit die Arbeit.

 

Schritt 5: Hole deine Kommilitonen mit ins Boot!

Wenn es dir schwerfällt, deine Vorlesung ganz alleine durchzustehen, solltest du auf Teamwork setzen und deine Kommilitonen miteinspannen. Schließe einen Pakt mit deinen Freunden und entwickelt eine gemeinsame Strategie, wie ihr das Optimum aus euren Vorlesungen herausholen könnt. Dazu ein paar Ideen:

  • Bestimmt für jede Vorlesung einen „Aufseher“, der die Gruppenmitglieder kontrolliert und dafür sorgt, dass ihr konzentriert bleibt!
  • Verteilt feste Aufgaben, die jeder einzelne in Bezug auf die Vorlesung für die Gruppe erfüllen muss!
  • Vereinbart, dass ihr während der Vorlesung nicht miteinander reden werdet!
  • Führt einen Strafenkatalog für den Fall ein, dass sich jemand von euch nicht an die gemeinsame Not-to-do-Liste hält!

Wenn du dich mit deinen Kommilitonen absprichst und ihr die Vorlesung gemeinsam angeht, werdet ihr es viel leichter haben, diese Zeit effizient zu nutzen. Der positive Gruppendruck wird jeden einzelnen stärken und für deutlich bessere Ergebnisse sorgen.

 

Schritt 6: Denke mit!

Sobald du in deiner Vorlesung auf Autopilot schaltest und dich nur noch berieseln lässt, hast du schon verloren. Dein Gehirn schaltet dann automatisch in den Energiesparmodus – ein mentales Comeback ist dann fast ausgeschlossen. Versuche deswegen, deine grauen Zellen auf Trab zu halten und denke während der Vorlesung mit. So gelingt es dir:

  • Versuche, die Inhalte nachzuvollziehen!
  • Überlege dir Anwendungsbeispiele zu dem vorgetragenen Stoff!
  • Suche nach Übereinstimmungen zu deiner Vorbereitung (Schritt 1)!
  • Überlege dir Fragen, die du nach der Vorlesung stellen könntest!
  • Suche nach Verbindungen zu anderen Themen oder Vorlesungen, die du bereits kennst!
  • Überlege dir, wie die aktuellen Themen in einer möglichen Prüfung abgefragt werden könnten!

Wenn du dich inhaltlich mit der Vorlesung beschäftigst und mitdenkst, realisierst du den größtmöglichen Lerneffekt deiner Vorlesung. Achte allerdings darauf, nicht allzu weit abzuschweifen und bringe deine Gedanken in eine strukturierte Form. Beachte deshalb den nächsten Schritt:

 

Schritt 7: Schreibe mit!

Die größte Lüge, die sich ein Student während der Vorlesung selbst erzählt, lautet: „Das muss ich mir nicht aufschreiben – das kann ich mir merken.“ Die besten Erkenntnisse, die wertvollsten Schlussfolgerungen und genialsten Eselsbrücken bringen dir nichts, wenn du sie in zwei Tagen wieder vergessen hast. Gewöhne dir deswegen an, während der Vorlesung mitzuschreiben – und zwar nicht nur die Erklärungen des Dozenten, sondern auch deine eigenen Schlussfolgerungen. Das erhöht gleichzeitig den Output der Vorlesung und sorgt weiterhin dafür, dass du fokussiert bei der Sache bleibst. Daher:

  • Schreibe Kommentare in das Vorlesungsskript!
  • Unterstreiche wichtige Textpassagen oder Schlüsselstellen!
  • Sammle wichtige Definitionen oder Keywords!
  • Fertige eine Mind Map zur Vorlesung an!
  • Zeichne Diagramme oder Skizzen!

Je mehr du während deiner Vorlesung mitschreibst, desto besser. Einzige Ausnahme: Deine Mitschrift sorgt dafür, dass du zurückfällst und der eigentlichen Vorlesung nicht mehr folgen kannst. In diesem Fall: Fahre einen Gang zurück und beschränke dich auf wesentliche Notizen.

Mit diesem 7-Punkte-Plan wird es dir gelingen, während der Vorlesung fokussiert und motiviert zu bleiben – egal, ob allein oder im Team mit deinen Kommilitonen. Falls du für den Notfall oder für besonders herausfordernde Vorlesungen einen Extraschuss Konzentration brauchst, habe ich noch fünf weitere Vorschläge für dich. Aber Achtung: Diese Alternativen können wehtun – aber sie funktionieren.

 

Auf die harte Tour – 5 Alternativen

Bringt dich deine Vorlesung an den Rand der Verzweiflung? Liegt dir das Thema nicht? Nervt der Dozent? Kannst du dich beim besten Willen nicht konzentrieren? Dann habe ich fünf Ansätze für dich, die deine Konzentration mit der Brechstange zurückbringen:

 

Alternative #1: Lass dein Smartphone zu Hause!

Wenn du dich vollständig auf deine Vorlesung konzentrieren möchtest, solltest du alles, was dich in irgendeiner Form ablenken könnte, aus deinem Aktionsradius verbannen. Das heißt konkret: Lass dein Smartphone zu Hause, nimm keine interessanten Bücher mit und verzichte bewusst auf sämtliche Gegenstände, die dich im Hörsaal stören könnten. Bilde dir nicht ein, dass du dich zurückhalten wirst, sondern lasse konsequent alles, was überflüssig ist, zu Hause.

 

Alternative #2: Isoliere dich im Hörsaal!

Besonders kommunikativen Studenten fällt es schwer, sich während der Vorlesung auf die Inhalte zu konzentrieren, wenn links und rechts die Lieblingskommilitonen sitzen. Ausführliche Privatgespräche, beiläufige Unterhaltungen oder bloße Gesten können deine Konzentration in Kürze zunichtemachen. Führe daher ein kleines Experiment durch – und setze dich um! Suche dir einen Platz auf der anderen Seite des Hörsaals und meide deine Kommilitonen für diese Zeit. Weihe deine Freunde allerdings vorher ein, damit niemand beleidigt ist und ihr nach den 90 Minuten dort weitermachen könnt, wo ihr vorher aufgehört habt.

 

Alternative #3: Setze dich nach vorne!

Noch etwas extremer als die reine Isolation von deinen Kommilitonen: Setze dich nach vorne – in die erste Reihe! Warum? Wenn du dich ganz nach vorne setzt, kannst du dich und mögliche ablenkende Handlungen nur schlecht oder gar nicht verstecken. Dein Dozent wird dich gut im Blick haben und jede Bewegung von dir wahrnehmen. Du kannst in diesem Fall gar nicht anders, als dich auf das Geschehen vor dir zu konzentrieren.

 

Alternative #4: Sprich vorher mit dem Dozenten!

Falls du keine Massenvorlesung mit hunderten Studenten besuchst, kannst du dir die Präsenz deines Dozenten noch besser zunutze machen: Erscheine dazu ein paar Minuten vor deiner Vorlesung im Hörsaal, passe deinen Dozenten ab und sprich ihn an. Dabei ist es eigentlich egal, worüber ihr redet – wichtig ist nur, was danach passiert: Er wird dir während der Vorlesung mehr Aufmerksamkeit schenken als sonst. Und dadurch bist du gezwungen, aufzupassen und einen guten Eindruck zu hinterlassen.

 

Alternative #5: Schließe eine Wette ab!

Normalerweise sind Wetten unsicher – jedoch nicht in diesem Fall: Eine klug platzierte Wette auf dein Verhalten während der Vorlesung kann deine Konzentration locker verdoppeln und dir aus dem Nichts neue Energie bringen. Erst recht, wenn dir der Wetteinsatz besonders peinlich ist und damit als starker Anreiz zur Erfüllung der Wette dient. Dazu musst du nur eine gut messbare Aufgabe auswählen (wie zum Beispiel nicht während der Vorlesung reden, nicht auf dein Smartphone schauen und so weiter) und einen Wettpartner suchen, der bereit ist, dich zu kontrollieren. Deine Kommilitonen werden diesen letzten Part sicher gerne übernehmen.

 

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Fazit

Es ist ganz natürlich, dass du während deiner Vorlesung Konzentrationsschwankungen ausgesetzt bist und gelegentlich abgelenkt wirst. Es liegt allerdings an dir, vernünftig mit dieser Situation umzugehen und zu entscheiden, ob du deine Vorlesung professionell gestalten möchtest oder die Zeit im Hörsaal lieber als lockeren Zeitvertreib ansiehst.

Wenn du erfolgreich studieren und trotzdem genug Freizeit haben möchtest, kommst du um eine effiziente Gestaltung deiner Vorlesungen nicht herum. Triff deswegen alle Maßnahmen, die nötig sind, um das Beste aus deinen Univeranstaltungen zu machen. Der 7-Punkte-Plan von oben kann dir dabei als Grundlage dienen.

Vorschlag: Setze nur EINEN einzigen Punkt für deine nächste Vorlesung um.

Taste dich langsam heran und gestalte deine Zeit an der Uni Schritt für Schritt produktiver – und damit erfolgreicher. Überfordere dich nicht, aber lasse es nicht länger zu, dass du dir selbst im Weg stehst und damit unter deinen Möglichkeiten bleibst. Du brauchst dich nicht zu stressen, aber du darfst dich nicht selbst sabotieren.

Deine Noten werden es dir danken.

Und dein Studentenleben auch.

 

Bild: © Warren Wong / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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