13 psychologische Mini-Tricks für mehr Motivation beim Lernen zu Hause

von Tim Reichel

Beim Lernen zu Hause tun sich viele Studenten schwer. Sie lassen sich ablenken und vertrödeln Zeit. Diese psychologischen Tricks fördern deine Motivation und sorgen dafur, dass du beim Lernen zu Hause im Homeoffice motiviert bleibst.

Gemütlich lümmelst du auf deinem Schreibtischstuhl herum. In der einen Hand hältst du eine Tasse Kaffee, mit der anderen bedienst du deinen Computer. Im Hintergrund läuft deine Lieblingsmusik. Für Außenstehende mag es zwar nicht so aussehen, aber: du lernst. Im Moment gehst du die Vorlesungsfolien durch und fasst die wesentlichen Inhalte zusammen. Danach lernst du ein paar Definitionen auswendig und gehst dann ein Fallbeispiel durch.

Und das alles in deinen eigenen vier Wänden.

Doch so schön das Lernen zu Hause auch sein mag – das Studieren im Homeoffice birgt einige Risiken. Motivationsrisiken, um genau zu sein. Nur den wenigstens Studenten gelingt es, sich auf Knopfdruck zum Lernen zu motivieren und dann dauerhaft konzentriert zu bleiben. Die meisten lassen sich schon nach kurzer Zeit ablenken oder fangen gar nicht erst an, weil ihnen Antrieb und Selbstdisziplin fehlen.

Will ich das verurteilen?

Nein.

Ich möchte helfen – und zwar mit diesem Artikel.

 

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Lernen zu Hause: 13 psychologische Mini-Tricks für mehr Motivation

Damit deine zukünftigen Lerneinheiten zu Hause produktiver ablaufen, greifen wir heute in die psychologische Trickkiste. Ich zeige dir 13 einfache Mechanismen, mit denen du deine Motivation beim Lernen zu Hause deutlich steigern und nachhaltig verbessern kannst. Diese psychologischen Tricks helfen dir jedoch nicht nur dabei, dich selbst zum Lernen zu motivieren – sie fördern zudem produktive Gewohnheiten und sorgen dafür, dass du deine Zeit effizient nutzt.

Dann wollen wir mal!

 

1. Definiere ein Mini-Ziel!

Viele Studenten wissen, wie wichtig Ziele sind – doch leider setzen sie ihre Zielformulierungen falsch ein. Entweder bleiben sie zu vage oder sie dimensionieren ihre Ziele falsch. Der häufigste Fehler beim Lernen besteht darin, Ziele zu groß zu formulieren, in etwa so: „Heute werde ich 12 Stunden lang lernen.“ Solch ein Ziel ist alles – nur nicht motivierend. Aus diesem Grund solltest du bei Antriebslosigkeit fünf Gänge zurückschalten und Mini-Ziele definieren, zum Beispiel so: „Heute werde ich 3 Seiten lesen“ oder „Heute schreibe ich einen Absatz meiner Studienarbeit“. Je kleiner das Ziel, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht abschreckt.

 

2. Führe zwei separate To-do-Listen!

An sich sind To-do-Listen eine gute Sache: Auf ihnen kannst du deine Gedanken auslagern, Aufgaben sammeln und den weiteren Tag planen. Doch leider mutieren To-do-Listen schnell zu einem Sammelbecken wilder Ausreden, die dich davon abhalten, wichtige Dinge zu erledigen. Lernen zum Beispiel. Aus diesem Grund solltest du zwei verschiedene To-do-Listen führen. Auf der einen Liste notierst du alle Aufgaben, die mit deinem aktuellen Lernvorhaben zu tun haben; auf der anderen Liste stellst du alle anderen To-dos zusammen. Nun kannst du systematisch vorgehen: Erst, wenn du ein „Lern-To-do“ erledigst hast, darfst du dich um ein To-do der anderen Liste kümmern.

 

3. Denke in Schritten!

Zu große Aufgaben haben die gleiche destruktive Wirkung auf deine Motivation wie zu große Ziele. Gewöhne dir deswegen an, in Schritten zu denken. Insbesondere beim Lernen zu Hause nehmen sich viele Studenten „große Brocken“ vor. Anstatt sich von Teilaufgabe 1 über Teilaufgabe 2 zu Teilaufgabe 3 zu hangeln, schreiben sie „alle Aufgaben lösen“ auf ihre To-do-Liste. Bei solch einer Arbeitsstruktur kannst du das Lernen auch direkt sein lassen. Lerne stattdessen schrittweise und zerteile große Aufgaben in kleine, handliche Portionen. Erst Schritt 1, dann Schritt 2, dann Schritt 3 und so weiter.

 

4. Kopple eine Belohnung an jeden Teilschritt!

Das Lernen in Schritten fördert besonders dann deine Motivation, wenn du die Erledigung eines jeden Teilschritts an eine Belohnung koppelst. Die Belohnung muss dabei nicht einmal groß oder sonderlich wertvoll sein – es reicht, wenn du dich mit einem positiven Mini-Erlebnis für deinen Einsatz belohnst: Eine neue Tasse Kaffee oder Tee, ein Schokoriegel, ein Song deiner Lieblings-Playlist oder vergleichbare „Kleinigkeiten“ sorgen dafür, dass dein Gehirn positive Gefühle mit deinen Lerneinheiten in Verbindung bringt. Schon nach kurzer Zeit kannst du auf diese Weise neue, produktive Gewohnheiten im Homeoffice etablieren.

 

5. Lege einen Termin mit dir selbst fest!

Das Lernen zu Hause läuft häufig chaotisch und ohne festen Zeitplan ab. In der Regel beginnst du ohne festen Start- und Endzeitpunkt. Außerdem wird in den meisten Fällen die Dauer deiner einzelnen Lernsessions nicht im Vorfeld festgelegt sein. Doch genau in dieser Unverbindlichkeit liegt eine große Gefahr für deine Motivation beim Lernen. Aus diesem Grund brauchst du etwas Verbindlichkeit. Vereinbare dazu einen (oder mehrere) Termin(e) mit dir selbst und blocke für deine heimische Lerneinheit ein Zeitfenster in deinem Kalender. Solltest du in mehreren Etappen lernen, ist es zudem klug, für jeden Teilschritt eine Deadline festzulegen. Mit diesem Vorgehen verdeutlichst du deinem Unterbewusstsein, dass du es ernst meinst und wirst deine eigenen Vorgaben mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit einhalten, als ohne eine entsprechende Terminierung.

 

6. Lerne nur fünf Minuten lang!

Bei komplexen Themen oder längeren Lerneinheiten fällt das Anfangen besonders schwer. Doch mithilfe der Fünf-Minuten-Regel kannst du diese mentale Blockade aushebeln. Dabei legst du eine kleine, konkrete Aufgabe fest und bearbeitest diese nur fünf Minuten lang. Danach hörst du wieder auf und entscheidest, ob du weitermachst oder nicht. Wenn du nach fünf Minuten absolut keine Lust mehr hast, dann hörst du einfach auf und machst etwas anderes oder startest später einen neuen Anlauf. Der Trick bei der Fünf-Minuten-Regel ist aber, dass du dich sehr wahrscheinlich nach fünf Minuten nicht zurückziehen wirst. Die meisten denken sich nämlich: „Jetzt habe ich einmal angefangen, dann kann ich auch weitermachen.“

 

7. Setze die Countdown-Methode ein!

Countdowns kennen die meisten nur aus der Silvesternacht, von Autorennen oder als Startritual bei einem Leichtathletik-Wettkampf. Egal, ob dabei von einer Zahl heruntergezählt wird oder eine Wort-Abfolge à la „Auf die Plätze – fertig – los!“ zum Einsatz kommt: Am Schluss eines Countdowns entlädt sich die Spannung und eine Handlung wird eingeleitet. Deshalb kannst du dir auch beim Lernen zu Hause diesen Mechanismus zunutze machen. Dazu bestimmst du zunächst eine konkrete Aufgabe, kommst dann für einen kurzem Moment zur Ruhe und leitest dann deinen persönlichen Lern-Countdown ein. Bist du am Ende angekommen, beginnst du – ohne zu zögern – mit dem Lernen.

 

8. Schließe einen Vertrag mit dir selbst!

Einen noch stärkeren Impuls zum Anfangen kannst du erzeugen, indem du einen Vertrag schließt – und zwar mit dir selbst. Verträge sind in Stein gemeißelte Vereinbarungen; deutlicher kannst du deine Absichten nicht festlegen. Verstößt du gegen den Vertrag oder erfüllst du die vereinbarten Bedingungen nicht, begehst du Vertragsbruch. Du verlierst dein Gesicht. Du wirst zu einem gewöhnlichen Betrüger, dem man nicht einmal sein kaputtes Auto anvertrauen würde. Und gerade wegen dieser formalen und moralischen Verpflichtung funktionieren Verträge so gut bei Motivationsproblemen. Nimm eines deiner schriftlich fixierten Ziele, lege die Vertragsbedingungen fest und versprich dir selbst, dass du es um jeden Preis erreichen wirst. Mache daraus eine offizielle Vereinbarung und unterschreibe unter deinem Ziel.

 

9. Meide Couch und Bett!

Viele Studenten nehmen ihren Laptop mit aufs Sofa und kuscheln sich mit ihren Karteikarten ins Bett, um dort zu „lernen“. Doch dieser – zugegebener Maßen – gemütliche Arbeitsplatz steht einer konzentrierten Denkarbeit im Weg. Die Versuchungen, kurz einzudösen, mit dem Smartphone zu spielen oder eine Serie zu schauen sind zu groß. Deine Motivation hat keine Chance. Wenn du es mit Selbststudium zu Hause ernst meinst, solltest du deine Aktivitäten daher an einen seriösen Ort verlagern. Lerne daher an deinem Schreibtisch oder schaffe dir einen alternativen Arbeitsplatz – ohne Ablenkungen – an einem anderen ruhigen Plätzchen. Couch und Bett sollten jedoch tabu sein.

 

10. Zieh die Jogginghose aus!

Nicht nur dein inneres Erscheinungsbild, sondern auch dein äußeres hat großen Einfluss darauf, mit wie viel Elan und Zuversicht du an deine Aufgaben gehst. An einem gemütlichen Wohlfühl-Outfit gibt es nichts auszusetzen. Wenn du aber wie ein Penner vor deinen Lernunterlagen sitzt, kann es passieren, dass du dich genauso lustlos verhältst, wie du aussiehst. Der Zauber deiner Glücksjogginghose ist in diesen Situationen nichts wert. Ganz im Gegenteil: Wenn du mit ernsten Absichten zu Hause lernen möchtest und ein starkes, entschlossenes Momentum brauchst, ist zu legere Kleidung hinderlich. Wenn du dich wie ein fleißiger Student anziehst, wirst du dich eher wie ein fleißiger Student verhalten; und wenn du mit deinem Outfit unterstreichst, dass du es ernst meinst, wirst du diesen Eindruck sehr viel wahrscheinlicher mit deiner Arbeitsweise bestätigen.

 

11. Sieh dir Bilder oder Videos von lernenden Studenten an!

Weißt du, warum viele Studenten in der Bibliothek oder in öffentlichen Lernräumen büffeln? Nicht wegen der schlechten Belüftung oder der unbequemeren Sitzmöglichkeiten. Sie suchen die Nähe zu ihren Leidensgenossen, weil sie daraus Motivation ziehen. Die Anwesenheit anderer Menschen, die ebenfalls lernen wollen, macht sie produktiv. Die Atmosphäre, der Gemeinschaftsgeist und der visuelle Reiz lernender Personen kann motivationssteigernd wirken. Diesen Effekt kannst du auch beim Lernen zu Hause nutzen – und zwar, indem du dir Bilder oder Videos von fleißigen Studenten ansiehst. Nutze dazu einfach die Google-Bildersuche oder schau dir ein paar Clips bei YouTube an.

 

12. Organisiere eine Liveschalte zu deinen Kommilitonen!

Die motivierende Wirkung, die von anderen Menschen ausgeht, kannst du noch steigern, indem du dich mit deinen Kommilitonen zum Lernen verabredest. Dazu musst du nicht einmal das Haus verlassen, denn dank moderner Technik kannst du ohne viel Aufwand eine Liveschalte zu deinen Kommilitonen aufbauen. Ob mit FaceTime, Skype, Zoom oder anderen digitalen Lösungen: Mit ein paar Klicks könnt ihr euch zum Lernen treffen und eure Aufgaben gemeinsam lösen. Dabei müsst ihr weder an derselben Thematik arbeiten noch viel miteinander reden – es reicht schon aus, wenn ihr euch gegenseitig sehen oder hören könnt. Allein die Tatsache, dass jemand parallel mit dir lernt, wird dazu führen, dass deine Motivation zunimmt.

 

13. Denk an das Ergebnis – nicht an den Prozess!

Häufig ist es der Prozess des Lernens an sich, der deine Produktivität beeinträchtigt. Ein Beispiel dazu. Viele Menschen gehen nicht gerne zum Zahnarzt. Ich beispielsweise. Nicht, weil meine Zähne schlecht sind oder ich die Arzthelferin nicht mag – ganz im Gegenteil. Ich mag den Prozess nicht: Das Warten, die Behandlung, das Zwei-Stunden-danach-nichts-essen. Warum gehe ich trotzdem hin? Weil ich das Ergebnis mag. Mein Zahnarzt kümmert sich um meine Zähne und hält mein Zahnfleisch gesund. Das Ergebnis steht im Fokus. Und deswegen nehme ich den Prozess in Kauf. Viele Aktivitäten lassen sich auf diese Weise beschreiben: Nervige Arbeit – tolle Ergebnisse. Daher kann dir diese Betrachtungsweise dabei helfen, deine Prokrastination zu überwinden. Konzentriere dich auf das Ergebnis. Nimm das Ende in den Fokus – nicht den Prozess. Stell dir vor, wie du eine tolle Note bekommst, deine Eltern vor Stolz weinen und du deinen Traumjob bekommst. Und dann fang an.

 

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Fazit

Beim Lernen zu Hause tun sich viele Studenten schwer. Sie lassen sich ablenken, vertrödeln ihre Zeit und schaffen nur ein Bruchteil von dem, was möglich gewesen wäre. Grund dafür ist häufig eine fehlende oder sprunghafte Motivation. Doch meistens reichen schon kleine Anpassungen in deinen Arbeitsläufen, um deine Motivation beim Lernen zu Hause deutlich zu steigern.

Aus diesem Grund habe ich dir in diesem Artikel 13 psychologische Tricks gezeigt, mit deren Hilfe du dich selbstständig und ohne viel Aufwand zum Lernen motivieren kannst. Hier sind sie nochmal im Überblick:

  • Definiere ein Mini-Ziel!
  • Führe zwei separate To-do-Listen!
  • Denke in Schritten!
  • Kopple eine Belohnung an jeden Teilschritt!
  • Lege einen Termin mit dir selbst fest!
  • Lerne nur fünf Minuten lang!
  • Setze die Countdown-Methode ein!
  • Schließe einen Vertrag mit dir selbst!
  • Meide Couch und Bett!
  • Zieh die Jogginghose aus!
  • Sieh dir Bilder oder Videos von lernenden Studenten an!
  • Organisiere eine Live-Schalte zu deinen Kommilitonen!
  • Denk an das Ergebnis – nicht an den Prozess!

Studieren im Homeoffice kann wunderbar sein und die produktivsten Seiten von dir zum Vorschein bringen. Du brauchst dazu nicht einmal viel Selbstdisziplin, sondern lediglich einen klugen Plan und etwas Entschlossenheit. Deshalb: Probiere direkt einen der Tipps von oben aus und starte eine kurze Lerneinheit!

Viel Erfolg.

 

Bild: © Hello I’m Nik / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Autor, Wissenschaftler und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sieben Jahren coacht er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem hält er Vorträge, veranstaltet Seminare und arbeitet er an einer großen deutschen Universität als Studienberater. Hier erfährst du mehr über Tim Reichel

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