Wie du trotz Lernstress an den Feiertagen abschalten und entspannen kannst

von Tim Reichel

Viele Schüler und Studenten leiden an den Feiertagen unter Stress - Lernstress um genau zu sein. Mit diesen Tipps kannst du trotzdem entspannen...

An Weihnachten geraten viele Studenten in Stress – Lernstress, um genau zu sein. Was im ersten Moment widersprüchlich erscheint, wird beim genaueren Hinsehen schnell klar: Nach den Feiertagen stehen häufig schon die ersten Prüfungen des Semesters an. Und selbst, wenn bis zur nächsten Klausurphase noch ein paar Wochen Zeit bleiben, müssen die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr zum Lernen genutzt werden. Der Stoff wiederholt sich schließlich nicht von allein.

Aus diesem Grund können viele Studierende an den Feiertagen nicht abschalten. Ihr Studium lässt sie nicht los. Entweder lernen sie in den Weihnachtsferien und versuchen, ihre To-do-Liste abzuarbeiten; oder sie nehmen sich eine Erholungspause vor, können jedoch nicht loslassen, weil sie mental an ihren unerledigten Aufgaben und bevorstehenden Fristen festhängen.

Besinnliche Weihnachtszeit? Fehlanzeige.

Entspannung? Unmöglich.

Wenn es dir auch so geht und die Feiertage eher Arbeit als Freizeit für dich bedeuten, dann kann dir dieser Artikel helfen. Im Folgenden zeige ich dir sieben Möglichkeiten, wie du trotz Lernstress abschalten und entspannen kannst. Wenigstens für einen kurzen Moment.

 

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So kannst du trotz Lernstress an den Feiertagen entspannen

Stress machen wir uns häufig selbst. Damit will ich nicht sagen, dass du anstrengende und nervenaufreibende Phasen in deinem Studium komplett selbst zu verantworten hast. Es steht allerdings in deiner Macht, Einfluss auf deinen Lernstress zu nehmen – und diesen zu verstärken oder abzumildern. Je nachdem, wie du dich verhältst und deine Gedanken steuerst. Halte dich an die folgenden die sieben Tipps und deine Feiertage werden garantiert weniger stressig:

 

Tipp #1: Bring den Müll raus!

Verwirrende und destruktive Gedanken sind die am weitesten verbreitete Ursache dafür, dass Studenten nicht abschalten und entspannen können. Entweder, weil sie von negativen Denkmustern beim Lernen blockiert werden, deswegen länger brauchen und in der Folge auch während der Feiertage für ihr Studium malochen müssen – oder weil sie in ihrer Freizeit unentwegt an die letzte Vorlesung, die unklare Definition oder die nächste Prüfung denken müssen.

Daher besteht der erste Schritt in eine entspannte Ferienzeit darin, deine Gedanken zu ordnen. Schnapp dir dazu etwas zu schreiben und bring alles zu Papier, was dir aktuell durch den Kopf schwebt. Schreibe deine Gedanken auf. Egal, wie durcheinander sie gerade sind – lass einfach alles raus. Besonders die negativen Strömungen, die Schuldgefühle oder Ängste bei dir auslösen. Diesen Gedankenmüll brauchst du nicht. Stell ihn vor die Tür, damit er entsorgt werden kann.

Video-Tipp: Wie du mit der GTD-Methode für immer das Chaos in deinem Kopf beseitigst

 

Tipp #2: Stelle einen Plan auf!

Pläne sind etwas Großartiges. Nicht nur, weil sie uns dabei helfen, zielgerichtet in die Zukunft zu gehen und unsere Handlungen zu koordinieren. Pläne vermitteln ein Gefühl von Sicherheit. Sobald wir etwas geplant haben, verschwindet dieses ungewisse Gefühl in der Magengegend. Wir fühlen uns stark und gut vorbereitet. Strenggenommen sind wir den Windungen des Schicksals genauso hilflos ausgeliefert wie zuvor, doch es fühlt sich nicht so an.

Unserem Gehirn ist es bis zu einem gewissen Punkt egal, ob wir eine Aktivität bereits erledigt oder „nur“ geplant haben. Sobald wir ein Vorhaben durchdacht, strukturiert und zeitlich festgelegt haben, verschwindet der Stress. Und genau diesen Umstand kannst du dir an den Feiertagen zunutze machen. Plane dazu, was du in den kommenden Tagen für dein Studium tun wirst. Erstelle einen Lernplan und lege konkrete Lernaktivitäten fest. Danach wird es dir deutlich besser gehen.

Lesetipp: Wie du einen Lernplan für deine nächste Prüfung erstellst

 

Tipp #3: Verausgabe dich!

Um eingefahrene Verhaltensmuster voller Anspannung zu unterbrechen, ist hin und wieder ein großer Knall nötig. Damit meine ich nicht, dass du alberne Silvesteraktivitäten vorziehen sollst – es geht um eine symbolische Aktion, mit der du deine persönliche Auszeit einleitest. Du ziehst sozusagen einen Schlussstrich unter deine alltäglichen Verpflichtungen, damit du dich für ein paar Tage (oder Momente) zurückziehen und ausruhen kannst.

Eine Hardcore-Lernsession über mehrere Stunden, eine Extraschicht bei deinem Nebenjob oder ausgiebiger Sport eignen sich hervorragend für solche Anlässe. Im Prinzip ist es egal, für welche Variante du dich entscheidest. Es geht nur darum, dass du dich richtig verausgabst. Du rufst alles, was du an Energie bereitstellen kannst ab und powerst dich aus. Danach fällt dir das Entspannen nicht mehr schwer.

Lesetipp: 13 Anzeichen dafür, dass du überarbeitet bist und eine Pause brauchst

 

Tipp #4: Verbiete dir das Grübeln!

Wie eingangs bereits erwähnt: Es ist nicht nur dein prall gefüllter Kalender, der dafür sorgt, dass du an den Feiertagen nicht abschalten kannst. Deine Gedanken sind der kritische Faktor, wenn es darum geht im Kreis der Familie die Seele baumeln zu lassen. Du erinnerst dich selbst andauernd daran, was du noch erledigen musst, welche Aufgaben du nicht perfekt ausgeführt hast und welche Probleme die Zukunft bringen könnte.

Dieses überschwängliche Grübeln ist unter Studenten weitverbreitet. Das ekelhafte an dieser – meist unbewusst ablaufenden – Tätigkeit ist: Je intelligenter und mitfühlender du bist, desto häufiger und intensiver setzen diese Gedankengänge ein. Aus diesem Grund musst du restriktive Gegenmaßnahmen ergreifen: Verbiete dir das Grübeln! Identifiziere Situationen, in denen du besonders oft gedanklich abschweifst und vermeide oder unterbrich diese Phasen (sobald du sie wahrnimmst).

Lesetipp: Wächst dir dein Studium über den Kopf? Dann kann dir dieser Gedanke helfen

 

Tipp #5: Reserviere Zeit für deine Sorgen!

Ich weiß, ich weiß: Dieses Vermeiden und Verbieten funktioniert nur in der Theorie perfekt. Natürlich solltest du versuchen, negative Gedanken einzudämmen und deine Sorgen und Ängste nicht stärker machen, als sie sind. Doch eine andauernde Verdrängung ist erstens nicht gesund und zweitens wird dein Grübeln sich irgendwann einen neuen Weg in dein Leben suchen.

Daher ein Kompromissvorschlag: Lege eine konkrete Zeit am Tag fest, in der du dich deinen negativen Gedanken widmest. Gehe sogar noch einen Schritt weiter und reserviere einen Termin für diese Grübel-Session. Zum Beispiel morgens zwischen 9:30 Uhr und 9:45 Uhr. In dieser Zeitspanne beschäftigst du dich mit deinen Sorgen. Du kannst darüber nachdenken, was alles passieren könnte und wie du darauf reagieren solltest. Außerhalb dieser Zeit lässt du destruktive Gedanken jedoch nicht zu, denn jetzt hast du Pause.

Lesetipp: 7 Tipps für mehr Produktivität und weniger Stress im Studium

 

Tipp #6: Lerne – aber richtig!

Solltest du an den Feiertag nicht ohne die ein oder andere Lerneinheit auskommen, damit du das Pensum deiner Prüfungsvorbereitung einhalten kannst, verweise ich auf einen bekannten Grundsatz: Lerne entweder richtig – oder gar nicht. Viele Studenten nehmen sich über die Feiertage viel vor. Sie nehmen sich Unmengen Bücher und Lernmaterialen mit und versuchen, innerhalb weniger Tage ein ganzes Semester nachzuholen.

Solche Vorhaben sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Falls du also unbedingt lernen möchtest, dann konzentriere dich auf einige Themen und arbeite diese fokussiert und mit voller Energie durch. Lerne nicht nebenbei oder führe die Übungen halbherzig durch. Damit verschwendest du nur deine Zeit. Bestimme ein konkretes Lernziel, lege eine verbindliche Dauer fest und dann widme dich ohne Ablenkungen deinem Lernstoff. Danach schaltest du ab und entspannst dich für ein paar Minuten.

Lesetipp: 7 Tipps, wie du an Weihnachten produktiv lernen kannst

 

Tipp #7: Konzentriere dich auf den Anlauf!

Was macht einen richtig guten Freistoß beim Fußball aus? Was ist die Basis für den Weltrekord im Speerwerfen? Was ist das Geheimnis beim Weitsprung? Die Antwort ist immer gleich: der Anlauf. Ohne einen perfekt abgestimmten und technisch einwandfrei ausgeführten Anlauf können alle Sportlerinnen und Sportler dieser Welt einpacken. Der Anlauf die ist Grundlage und Ausgangspunkt ihres Erfolgs. Und in deinem Studium ist es genauso.

Allerdings musst du beim Studieren nicht deine Laufschuhe anziehen, um Anlauf zu nehmen. Du ahnst es schon: Ich meine das Anlaufen im übertragenen Sinn. Dein Anlauf ist das Pausemachen und Krafttanken, bevor du beim Lernen Vollgas gibst. Du nimmst mental Anlauf, indem du abschaltest, deine Gedanken sortierst und mit einem glasklaren Geist in deine Prüfungsvorbereitung startest. Ohne einen starken Anlauf kannst du niemals dein volles Potenzial abrufen. Mach dir das bewusst und konzentriere dich während der Feiertage auf deinen Anlauf. Dann bist du gut für den Semesterendspurt gerüstet.

Lesetipp: Durchlernen oder Pause machen? So findest du deinen individuellen Arbeitsrhythmus!

 

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Fazit

Lernstress ist das Letzte, was du an den Feiertagen gebrauchen kannst. Dein restliches Semester ist anstrengend und fordernd genug, sodass du wenigstens für diesen kurzen Zeitraum abschalten und entspannen solltest. Wie dir das gelingen kann, habe ich dir in diesem Artikel gezeigt. Die sieben Tipps von oben sind hier nochmal in der Kurzübersicht:

  • Bring den Müll raus!
  • Stelle einen Plan auf!
  • Verausgabe dich!
  • Verbiete dir das Grübeln!
  • Reserviere Zeit für deine Sorgen!
  • Lerne – aber richtig!
  • Konzentriere dich auf den Anlauf!

Nimm Entspannungs- und Erholungspausen in deinem Studium ernst. Du bist nicht schwach oder faul, wenn du gelegentlich durchatmest und dir etwas Freizeit gönnst. Ganz im Gegenteil: Es ist eine kluge strategische Entscheidung, die Feiertage zur Regeneration zu nutzen. Schalte für ein paar Tage ab, lass die vergangenen Wochen und Monate Revue passieren und starte danach mit neuem Schwung in ein erfolgreiches neues Jahr.

 

Bild: © Jon Ly / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Autor, Wissenschaftler und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sieben Jahren coacht er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem hält er Vorträge, veranstaltet Seminare und arbeitet er an einer großen deutschen Universität als Studienberater. Hier erfährst du mehr über Tim Reichel

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