7 Tipps, wie du an Weihnachten produktiv lernen kannst

von Tim Reichel

Viele Studenten müssen an Weihnachten lernen und sich auf Prüfungen vorbereiten. Mit diesen Tipps lernst du, wie du über Weihnachten konzentriert bleibst.

Für viele Studenten hat Weihnachten nicht viel mit Ruhe und Entspannung zu tun. Der Grund: Kurz nach den Festtagen stehen wichtige Prüfungen und Klausuren an. Deren Vorbereitung fällt damit mitten in die Weihnachtszeit. Das bedeutet: Lernen im Kreis der Familie, lernen an Heilig Abend, lernen unterm Weihnachtsbaum. Das ist nicht sehr besinnlich – aber manchmal bleibt keine andere Option.

Doch Lernen an Weihnachten bringt einige Tücken mit sich. Die meisten Studenten verbringen die Tage um Weihnachten bei der Familie – fernab des eigenen Schreibtisches. Die Prüfungsvorbereitung wird damit zu einem regelrechten Auswärtsspiel. Du verlässt sozusagen dein bekanntes Arbeitsumfeld, was zwangläufig Auswirkungen auf deine Produktivität haben wird. Und damit meine ich eher negative als positive Auswirkungen.

Hinzu kommen alle möglichen Ablenkungen durch Familienmitglieder, Freunde oder das weihnachtliche Rahmenprogramm. In diesem Umfeld ist es sehr anspruchsvoll, konzentriert zu lernen und die Motivation aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund habe ich sieben pragmatische Tipps für dich zusammengestellt, mit deren Hilfe du an Weihnachten besser arbeiten und lernen kannst.

 

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So kannst du an Weihnachten produktiv lernen

Lernen an Weihnachten ist eine Ausnahmesituation. Grundsätzlich würde ich davon abraten, in den Weihnachtsferien zu lernen, doch falls du in diesem Jahr keine andere Wahl hast, dann halte dich an die folgenden sieben Tipps:

 

Tipp #1: Plane deine weihnachtlichen Lerneinheiten!

Der größte Fehler, den du beim Lernen während der Weihnachtstage machen kannst, besteht darin, ohne Plan und ohne Ziel vorzugehen. Die meisten Studenten, die sich vornehmen, über Weihnachten zu lernen, diesen Wunsch jedoch nicht weiter konkretisieren, erreichen am Ende kaum etwas. Sie beschäftigen sich zwar zwischendurch mit ihrem Lernstoff, doch sie kommen nicht vom Fleck.

Die Ursache für dieses unproduktive Alibilernen ist fast immer dieselbe: Es fehlt ein Plan. Ohne eine kluge Planung wirst du im Weihnachtsrummel untergehen. Du wirst kreuz und quer lernen, andauernd deine Konzentration verlieren und das Gelernte schneller wieder vergessen als du „Lebkuchen“ sagen kannst. Arbeite daher – bevor du mit dem Lernen beginnst – einen Plan aus und lege fest, was du wann für dein Studium tun möchtest.

Bestimme konkrete Lernziele und teile dir deine Zeit grob ein, damit du weißt, was zu welchem Zeitpunkt zu tun ist. Diese Planung muss nicht umfangreich und kompliziert sein – doch du darfst sie nicht auslassen.

Lesetipp: Wie du einen Lernplan für deine nächste Prüfung erstellst

 

Tipp #2: Organisiere dein Lernmaterial!

Viele Studenten packen sich vor der Abreise zu ihren Eltern oder Freunden ein paar Bücher ein, schnappen sich ihren Laptop und werfen einen College-Block in den Rucksack. „Das wird schon reichen“ denken sie sich – doch damit liegen sie falsch. Vergiss nicht: Wenn du erst einmal deine Wohnung verlassen hast und zu Hause angekommen bist, kannst du nicht mehr auf deine Unterlagen zugreifen. Du musst mit dem Vorlieb nehmen, was du mitgenommen hast und was das Internet hergibt.

Organisiere daher dein Lernmaterial und stelle sicher, dass du für deine auswärtigen Lerneinheiten gut ausgerüstet bist. Erstelle dazu eine Checkliste und sammle darauf alle Unterlagen und Hilfsmittel, die du zum Lernen brauchst. Sollte deine Auswahl zu umfangreich ausfallen, kannst du deine Unterlagen digitalisieren und auf deinem Computer, einem Speichermedium oder in deiner Cloud ablegen.

Achte beim Kofferpacken besonders auf kritische Hilfsmittel wie Taschenrechner, Fachbücher oder Karteikarten. Es wäre sehr hinderlich für deine Produktivität, wenn du dich aufgrund einer kleinen Nachlässigkeit selbst ausbremst.

Lesetipp: 5 Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du mit dem Lernen anfängst

 

Tipp #3: Sprich mit deiner Familie!

Bevor du zur Überraschung deiner Familie zwischen Weihnachtsessen und Bescherung das Vorlesungsmanuskrip hervorholst und damit für Verwunderung und Unverständnis sorgst, solltest du deine Liebsten einweihen. Sprich mit deiner Familie und teile ihnen im Vorfeld mit, dass du an den Weihnachtstagen etwas für dein Studium tun musst. Verheimliche deine Absichten nicht und vermeide es, deine Lerneinheiten unbemerkt durchzuführen.

Erstens verursacht das nur zusätzlichen Stress und zweitens wirst du nach kurzer Zeit ohnehin auffliegen. Nimmst du deine Familie allerdings mit ins Boot, wirst du in der Regel Unterstützung erfahren. Gelegentlich wirst du dich mit Fragen wie „Muss das denn wirklich heute sein?“ oder klugen Ratschlägen à la „Opa kann dir sicher helfen, der hat auch mal studiert!“ auseinandersetzen, aber das ist weit weniger anstrengend, als dein Umfeld außen vor zu lassen.

In den meisten Fällen wird deinem Vorhaben Verständnis und vielleicht sogar Bewunderung („Du bist aber fleißig!“) entgegengebracht. Außerdem kann sich deine Familie nun darauf einstellen, dass du für ein paar Stunden ungestört sein möchtest und wird es weniger übel nehmen, wenn du zeitweise angespannt bist.

Lesetipp: Wie jeder Dödel sein Studium in den Griff bekommt

 

Tipp #4: Lerne zu festen Zeiten!

An den Weihnachtstagen fehlt es den meisten Menschen an einer festen Routine. Sie schlafen etwas länger als sonst, stolpern morgens in den Tag und lassen sich treiben. Kommen dann noch Besuchstermine bei Oma, Opa oder deinem Partner hinzu, kannst du produktive Lerneinheiten vergessen. Wenn du deinen chaotischen Tagesablauf nicht in den Griff bekommst und konkrete Zeiten zum Lernen bestimmst, bist du dem Weihnachtswahnsinn hilflos ausgeliefert.

Feste Lernzeiten helfen dir dabei, deine Planung umzusetzen und deine Ziele zu erreichen (Tipp #1). Nur, wenn du im Vorfeld einen Zeitraum festlegst, in welchem du dich zurückziehen und dich auf deine Unterlagen fokussieren kannst, werden deine Bemühungen erfolgreich sein. Ohne feste Lernzeiten kommst du hingegen nicht zur Ruhe und kannst keine Konzentration aufbauen. Deine Lernanstrengungen werden dann zum Zufallsprodukt – und das gilt es zu verhindern.

Teile deinen Tag daher in Blöcke von ein oder zwei Stunden ein und lege fest, wann du welches Thema lernen wirst. Es spielt keine Rolle, ob du morgen um 6:00 Uhr, vormittags oder ab 22:00 Uhr lernst. Hauptsache, du planst diese Zeiten ein – und hältst dich daran.

Lesetipp: Morgens oder abends lernen? So findest du deinen persönlichen Lernrhythmus!

 

Tipp #5: Finde einen geeigneten Ort zum Lernen!

Sobald deine Planung steht, deine Familie informiert ist und eine Lernzeit festgelegt wurde, fehlt nur noch eines, um eine produktive Lernsession einzuleiten: ein geeigneter Ort. Viele Studenten legen keinen großen Wert auf ihre Standortwahl, greifen sich ein Buch und setzen sich neben Opa vor den Kamin. Nichts gegen deinen Opa, aber ich verwette meine Rente, dass du unter diesen Voraussetzungen nicht besonders weit mit dem Lernen kommen wirst.

Erstens wirst du an diesem Ort ständig angesprochen oder in ein Gespräch verwickelt, zweitens kannst du vor dem Kamin nur beschwerlich eine fokussierte Atmosphäre erzeugen und drittens wirst du dort kaum schreiben oder vertieft denken können. Dies ist natürlich nur ein Beispiel, doch es ist auf viele andere Konstellationen übertragbar. Wenn du an Weihnachten konzentriert lernen möchtest, musst du dich an einen passenden Ort zurückziehen und dich von Ablenkungen isolieren.

Andernfalls bringen deine Lerneinheiten nichts und du kannst deine Bemühungen von vornherein sein lassen. Bitte deine Familie daher um einen ruhigen Rückzugsort, suche dir ein stilles Plätzchen oder ziehe dich im Zweifel in ein Café zurück, falls du nichts anderes findest. Stimme dieses Vorgehen unbedingt mit deiner Familie ab, damit sich niemand vor den Kopf gestoßen fühlt.

Lesetipp: Mit dieser Checkliste findest du den richtigen Ort zum Lernen

 

Tipp #6: Konzentriere dich auf passende Inhalte!

Nicht alle Teile deines Lernplans sind dafür geeignet, um an Weihnachten von dir bearbeitet zu werden. Einige Bereiche deiner Prüfungsvorbereitung erfordern beispielsweise eine Beschäftigungsdauer von mehreren Stunden (falls du ein Thema strukturieren, eine übergeordnete Mindmap erstellen oder eine ausführliche Fallstudie durcharbeiten möchtest). Bei anderen Lerninhalten musst du dich vielleicht mit deinen Kommilitonen abstimmen oder Rückfragen an deine Dozenten stellen – beides ist an den Weihnachtstagen nur schwer oder gar nicht realisierbar.

Achte daher darauf, dass sich deine Lerneinheiten an Weihnachten an den gegebenen Rahmenbedingungen orientieren. Du solltest weder zu viel Zeit einplanen, noch auf andere Personen angewiesen sein oder umfangreiche Hilfsmittel benötigen. Dein Lernstoff sollte einfach aufzubereiten sein und in kleinen Einheiten vorliegen. Erfahrungsgemäß eignen sich am besten Wiederholungsaufgaben, um Informationen zu verinnerlichen oder auswendig zu lernen.

Auch die erneute Aufbereitung von Lernmaterialien kann sich auszahlen, indem du zum Beispiel eine Zusammenfassung überarbeitest oder zusätzliche Karteikarten erstellst und auswendig lernst.

Lesetipp: Wie du mit der Studenten-Eisenhower-Matrix kluge Prioritäten setzen kannst und endlich Zeit für deine wichtigen Aufgaben findest

 

Tipp #7: Nimm dir nicht zu viel vor!

Neben einer cleveren Priorisierung der Inhalte solltest du zudem darauf achten, dass du deine Ambitionen nicht zu hoch ausrichtest. Ich erlebe immer wieder Studenten, die in wenigen Tagen den Stoff eines ganzen Semesters erarbeiten oder wiederholen möchten. Solche Vorhaben sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Und an Weihnachten ganz besonders. Erstens steht dir zwischen den weihnachtlichen Veranstaltungen nicht ausreichend Lernzeit zur Verfügung und zweitens lassen die zuvor erläuterten Rahmenbedingungen nur eine begrenzte Menge und Qualität an Lernarbeit zu.

Natürlich ist es sinnvoll, wenn du dir anspruchsvolle Ziele setzt, doch wenn du deine Zeit über die Weihnachtstage zu optimistisch verplanst und jede freie Sekunde mit Arbeit füllst, wirst du am Ende zwar beschäftigt sein – aber im besten Fall nur oberflächliche Erkenntnisse gesammelt haben. Dein Wissen verpufft nach kurzer Zeit wieder und dein Einsatz wird sich nicht auszahlen.

Konzentriere dich daher auf wenige Lerneinheiten, führe diese aber fokussiert durch. Erledige wenige Aufgabe, diese dafür aber sehr gut. Damit erreichst du letztendlich die besten Ergebnisse.

Lesetipp: Wächst dir dein Studium über den Kopf? Dann kann dir dieser Gedanke helfen

 

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Fazit

Grundsätzlich rate ich meinen Studenten dazu, die Weihnachtstage als Erholungspause und Wohlfühlzeit zu nutzen. Ich weiß: In einigen Situationen ist mentales Abschalten nicht möglich (auch wenn dies bitter nötig wäre). Doch ein kurzer Break von ein bis zwei Tagen sollten für jeden – und auch für dich – machbar sein.

Falls du dennoch an Weihnachten lernen möchtest, helfen dir die Tipps aus diesem Artikel dabei, das Beste aus deiner Zeit zu herauszuholen. Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung:

  • Plane deine weihnachtlichen Lerneinheiten!
  • Organisiere dein Lernmaterial!
  • Sprich mit deiner Familie!
  • Lerne zu festen Zeiten!
  • Finde einen geeigneten Ort zum Lernen!
  • Konzentriere dich auf passende Inhalte!
  • Nimm dir nicht zu viel vor!

Egal, wie deine Weihnachtszeit dieses Jahr aussieht: Ich wünsche dir ein paar schöne Tage im Kreis deiner Lieblingsmenschen und viele tolle Momente. Ich hoffe, dass du den Alltagsstress für ein paar Minuten ausblenden kannst und dir wenigstens ein kleines bisschen Entspannung gönnst. Du hast es dir verdient.

 

Bild: © Rasstock / shutterstock.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Autor, Wissenschaftler und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sieben Jahren coacht er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem hält er Vorträge, veranstaltet Seminare und arbeitet er an einer großen deutschen Universität als Studienberater. Hier erfährst du mehr über Tim Reichel

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