33 nützliche Tipps für deine nächste Klausur, die dir bessere Noten bringen

33 nützliche Tipps für deine nächste Klausur, die dir bessere Noten bringen

von Tim Reichel

In diesem Artikel habe ich 33 Tipps für deine nächste Klausur zusammengestellt, mit denen du mehr Punkte sammeln und bessere Noten bekommen wirst.

Fünf bis sieben Prüfungen absolviert ein Student in Deutschland pro Semester. Die meisten davon schriftlich in Form einer Klausur. Einige dauern 60 Minuten, andere sind drei oder vier Stunden lang; in manchen Klausuren werden Multiple-Choice-Aufgaben eingesetzt, häufig müssen die Antworten jedoch frei formuliert werden.

Egal, ob Medizin, Jura, Maschinenbau, Lehramt oder BWL: Die Strategien für eine erfolgreiche Klausurbearbeitung ähneln sich stark. Damit meine ich nicht die inhaltlichen Schwerpunkte oder die Art der Prüfungsvorbereitung, sondern das Vorgehen, während die Klausur geschrieben wird. So unterschiedlich die einzelnen Prüfungen auch sind, am Ende gilt es, so gut und so schnell wie möglich die Prüfungsfragen zu beantworten.

Damit dir das in Zukunft besser gelingt, habe ich 33 Tipps für dich zusammengestellt, die dir bei deiner nächsten Klausur helfen werden.

 

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Diese 33 Tipps helfen dir bei deiner nächsten Klausur

Während meiner Zeit an der Uni habe ich unzählige Klausuren miterlebt. Zunächst als Student (insgesamt habe ich 54 unterschiedliche Klausuren geschrieben), dann als Lehrstuhlmitarbeiter (dort habe ich zahlreiche Prüfungen betreut und mitorganisiert) und zuletzt während meiner Arbeit als Fachstudienberater und Koordinator eines Prüfungsausschusses (dabei helfe ich Studenten bei der Prüfungsvorbereitung und kontrolliere oder optimiere Prüfungsverfahren).

Mit Prüfungen kenne ich mich also aus. Würde ich mein theoretisches Wissen dazu aufschreiben, entstünde wahrscheinlich eine eigene Buchreihe. Das Problem wäre dann nur: diese Bücher würden sterbenslangweilig sein. Und: Theoretisches Wissen hilft erstmal nicht. Daher habe ich in diesem Artikel 33 kurze Praxistipps für dich gesammelt, die du schnörkellos übernehmen und direkt für deine nächste Klausur einsetzen kannst.

Los geht’s:

 

Tipp #1: Erstelle eine Checkliste!

Am Prüfungstag musst du neben den gelernten Inhalten noch andere wichtige Fakten im Kopf behalten: Wann beginnt die Prüfung? In welchem Raum findet sie statt? Wann muss ich losfahren? Welche Hilfsmittel brauche ich? Und so weiter. Erstelle für diese Rahmenbedingungen eine Checkliste und sammle dort alle relevanten Vorbereitungsschritte. Auf diese Weise musst du deine Prüfungsorganisation nicht im Gedächtnis behalten, minimierst das Risiko, etwas zu vergessen und bist insgesamt entspannter.

 

Tipp #2: Sei früh da!

Wenn es eine Sache gibt, die du vor deiner Klausur nicht gebrauchen kannst, dann ist es zusätzlicher Stress. Und Stress entsteht häufig durch den Eintritt unvorhergesehener Ereignisse oder basiert auf zeitlichen Engpässen. Beide Faktoren kannst du einfach ausschalten, indem du dich frühzeitig zu deiner Prüfung begibst und deutlich vor Beginn da bist. Sollte sich dein Bus verspäten, eine Straße gesperrt sein oder die Suche nach dem richtigen Hörsaal komplizierter ausfallen, als erwartet, gerätst du trotzdem nicht unter Zugzwang, weil du einen Zeitpuffer eingeplant hast.

 

Tipp #3: Wähle den richtigen Sitzplatz

Im Prüfungsraum angekommen, steht als nächstes die Platzwahl an. Dazu gibt es zwei generelle Szenarien: Entweder kannst du dir einen Sitzplatz aussuchen oder du bekommst einen Platz zugewiesen. Bei Alternative Nummer 1 solltest du deinen Sitzplatz mit Bedacht wählen. Zu weit vorne könntest du unangenehm nah an deinem Prüfer sitzen; zu weit hinten sind Sicht und Akustik eher schlecht. Wenn du am Rand Platz nimmst, besteht die Möglichkeit, dass du häufig aufstehen und Kommilitonen vorbeilassen musst. Daher der Vorschlag: Setze dich eher in eine der mittleren Reihen und vermeide Plätze am Rand.

 

Tipp #4: Richte dich ein!

Nachdem du deinen Platz gefunden hast, solltest du dich für die kommende Prüfung einrichten. Platziere Stifte, Schmierblätter und andere Schreibutensilien auf deinem Tisch. Halte alle zugelassenen Hilfsmittel (wie zum Beispiel Taschenrechner, Gesetzestexte und so weiter) in Griffnähe. Kaugummis, eine Uhr und etwas zu trinken sollten ebenfalls in der Nähe sein. Tasche, Jacke und AUSGESCHALTETES Handy solltest du vor dir oder etwas seitlich platzieren, damit du nicht in Verdacht gerätst, unerlaubte Handlungen während der Klausur durchzuführen.

 

Tipp #5: Beruhige deine Gedanken!

Die Minuten im Hörsaal, bevor die Klausur beginnt, sind in der Regel die schlimmsten. In dieser Zeit bist du machtlos. Du kannst nicht mehr agieren und bist der bevorstehenden Klausur ausgeliefert. Du bist zum Warten gezwungen – und diese Zeit nutzen deine Gedanken, um völlig durchzudrehen. Die unrealistischsten Szenarien werden durchgespielt. Verunsicherung macht sich breit. Doch so weit darfst du es nicht kommen lassen. Beruhige daher deine Gedanken kurz vor der Prüfung und sammle dich. Mach dir klar, dass du dich nach bestem Gewissen vorbereitet hast und dass du die Herausforderung annehmen wirst. Erinnere dich an deine Erfolge und besinne dich auf die Strategie, die durch für die Prüfung zurechtgelegt hast.

 

Tipp #6: Nutze mentale Bilder!

Eine besonders nützliche Technik gegen Prüfungsstress ist der Einsatz von sogenannten Mentalen Bildern. Mentale Bilder sind bewusst platzierte Vorstellungen eines zukünftigen Wunschzustandes. Das heißt für dich: Wenn du nervös und voller negativer Gedanken bist, stoppe diese Muster sofort – und male stattessen ein positives mentales Bild von der bevorstehenden Situation in deiner Vorstellung. Du musst dabei nicht übertrieben gutgläubig sein, sondern lediglich optimistisch. Stell dir vor, wie du die Klausur bearbeitest und eine Frage nach der anderen beantworten kannst. Male dir aus, wie du die Aufgaben bearbeitest – und zwar im Detail und so genau wie möglich. Schließ deine Augen und sieh dir selbst beim Schreiben zu. Diese Methode wirkt Wunder, bekämpft Prüfungsangst und verbessert dein Selbstvertrauen.

 

Tipp #7: Fang nicht direkt an!

Auch die längste Wartezeit vor der Prüfung hat irgendwann ein Ende. Doch nachdem die Klausur eingeleitet und die Aufgabenblätter ausgeteilt wurden, solltest du eine Sache nicht tun: sofort anfangen. Viele Studenten stürzen sich nach dem Austeilen direkt auf Aufgabe 1 und schreiben los. Doch diese „Strategie“ ist naiv, steht einem optimalen Prüfungsergebnis im Weg und verhindert deine bestmögliche Leistung. Warum? Weil deine Klausur keine selbsterklärende To-do-Liste ist, die du einfach abarbeiten musst. Die unterschiedlichen Aufgaben müssen zunächst wahrgenommen, analysiert und eingeordnet werden. Dazu jetzt mehr:

 

Tipp #8: Verschaffe dir einen Überblick!

Der erste Bearbeitungsschritt deiner Klausur sollte darin bestehen, dass du dir einen soliden Überblick über die gesamte Klausur verschaffst. Wie viele Aufgabenblätter gibt es? Sind sie einseitig oder zweiseitig beschriftet? Wie viele Aufgaben und Teilaufgaben gibt es? Welche Themen werden angesprochen? Wie muss ich antworten? Schriftlich? Stichpunkte? Grafisch? Multiple-Choice? Wie viele Punkte werden vergeben? Aufgaben könnten eher leicht – welche eher schwer – sein? Sobald du die Gesamtübersicht hast, gehst du ins Detail.

 

Tipp #9: Lies die Aufgabenstellung GENAU!

In jeder Klausur werden unzählige Punkte verschenkt, weil die Aufgabenstellungen nicht richtig gelesen werden. Viele Studenten überfliegen die Aufgaben nur, halten nach Schlüsselbegriffen Ausschau und beginnen dann mit der Bearbeitung. Doch genau dabei übersehen sie wichtige Hinweise und antworten im schlimmsten Fall an der Fragestellung vorbei. Lies die Fragen und Arbeitshinweise in deiner Klausur daher genau durch und achte auf Feinheiten. „Beschreiben Sie“ bedeutet etwas anderes als „Diskutieren Sie“, Berechnen Sie die Energie“ ist nicht gleich „Berechnen Sie die spezifische Energie“.

 

Tipp #10: Interpretiere nicht zu viel!

Auf der einen Seite musst du die Fragen und Angaben in deiner Klausur genau lesen – auf der anderen Seite darfst du diese aber nicht überinterpretieren und dich damit verrückt machen. Wenn du minutenlang daran hängenbleibst, welche Bedeutung ein Füllwort wie „zunächst“ haben könnte oder warum die Person in dem fiktiven Beispiel Müller und nicht Meier heißt, verschwendest du deine Zeit. Frag im Zweifel nach oder überlege, ob diese Eigenheit wirklich relevant für das Grundproblem ist.

 

Tipp #11: Mach Notizen!

Während du die Aufgabenstellung studierst, kann es sinnvoll sein, parallel Notizen anzulegen. Wie ist die Ausgangssituation? Welche Daten, Fakten, Werte sind gegeben? In welches Oberthema ist die Aufgabe einzuordnen? Gibt es Besonderheiten oder Skizzen? Das Markieren wichtiger Passagen kann ebenfalls hilfreich sein, ist aber nicht in jeder Klausur erlaubt. Das zusätzliche Anfertigen von Notizen auf den Prüfungsdokumenten hingegen schon. Achte nur darauf, dass du deine Notizen als solche kennzeichnest.

 

Tipp #12: Priorisiere die einzelnen Aufgaben!

In deiner Klausur sind NICHT alle Aufgaben gleich wichtig. Ich wiederhole, weil es so wichtig ist: Es. Sind. Nicht. Alle. Aufgaben. Gleich, Wichtig. Das heißt konkret: Es gibt Aufgaben, die du mit großer Sorgfalt erledigen musst und es gibt Fragestellung, die du erst zum Schluss oder gar nicht bearbeiten solltest. Warum? Weil die Aufgaben in der Regel unterschiedlich viele Punkte einbringen und daher unterschiedlich zu bewerten sind. Deine Aufgabe ist es daher zu Beginn der Klausur die einzelnen Aufgaben priorisieren. Welche Aufgaben bringen dich deinem Ziel (bestehen, gute Note…) näher und welche Fragen kannst du eher vernachlässigen?

 

Tipp #13: Teile deine Zeit klug ein!

Zeit ist während der Klausur deine wertvollste Ressource. Deshalb musst du gut mit der verfügbaren Zeit haushalten und sie klug einteilen. Du musst sie streng rationieren, deine Klausur einteilen und Abweichungen im Blick behalten. Ansonsten beschäftigst du dich zu lange mit einer Aufgabe, setzt falsche Prioritäten und verlierst damit kostbare Reserven für die restliche Klausur. Bestimme deshalb zu Beginn deiner Prüfung feste Zeitlimits für jede Teilaufgabe und orientiere dich daran.

 

Tipp #14: Behalte die Zeit im Blick!

Zeit einteilen und das Beste hoffen reicht nicht. Es ist wichtig, dass du während der Bearbeitung deiner Klausur regelmäßig auf die Uhr schaust und dich versicherst, dass du „in der Zeit“ bist. Viele Studenten schweifen beim Beantworten der Prüfungsfragen ab, trödeln rum und verlieren dadurch ihr Zeitgefühl. Sie fallen dann aus allen Wolken, wenn die Ansage „Sie haben noch fünf Minuten Zeit.“ ertönt. Kontrolliere dich daher, indem du die Zeit im Blick behältst.

 

Tipp #15: Erledige Formales zuerst!

Bei jeder Klausur gibt es einige Formalitäten zu beachten: das Beschriften der Aufgabenblätter, die Kennzeichnung von Klausurbögen, das Unterschreiben von Prüfungsdokumenten und so weiter. Erledige dieses formale Zeug so früh wie möglich. Wenn es fünf Aufgabenblätter gibt und jedes einzelne beschriftet werden muss: Mach es sofort, noch bevor du mit dem Lesen der Aufgabenstellung beginnst. Nimm diesen Punkt sofort zu Beginn von deiner To-do-Liste und erledige deine Pflicht. Erstens hast du dann den Kopf frei, zweitens vergisst du es nicht und drittens gerätst du am Ende nicht in Zeitnot.

 

Tipp #16: Fang mit der einfachsten Aufgabe an!

Mit welcher Aufgabe beginnst du üblicherweise deine Klausur? Mit der ersten? Gute Wahl – aber nur, wenn die erste Aufgabe auch die einfachste Aufgabe ist. Generell gibt es zwei Arten von Aufgaben, die mit hoher Priorität erledigen solltest: Aufgaben, die viele Punkte bringen und Aufgaben, die du schnell und einfach bearbeiten kannst. Mein Rat: Beginne mit den einfachsten Aufgaben. Erledige erst das, was du sicher kannst und wage dich dann an die dicken Brocken. Schaffe dir damit ein Punktefundament, auf dem du aufbauen kannst. Aber Achtung: Schweife bei deinen Lösungen nicht unnötig aus. Nur weil du die Lösung kennst, musst du sie nicht in aller Ausführlichkeit und in Schönschrift darbieten. Arbeite effizient.

 

Tipp #17: Frag nach!

Wenn du einen Aspekt der Aufgabenstellung nicht verstehst oder dir ein Begriff nicht geläufig ist, darfst du an diesen Unklarheiten nicht zu lange hängenbleiben. Finde heraus, was du nicht verstehst und frag nach. Dafür ist das Hochschulpersonal während deiner Prüfung dabei: um dir zu helfen. Du wirst wahrscheinlich keine Hinweise auf den gewünschten Lösungsweg erhalten, aber Unklarheiten oder Missverständnis lassen sich in der Regel im Dialog aufklären.

 

Tipp #18: Beantworte jede Frage!

Bevor sie etwas Falsches schreiben, schreiben einige Studenten lieber gar nichts. Das ist toll für die korrigierenden Prüfer, weil es ihnen Arbeit spart, aber ungeschickt aus Sicht der Prüflinge. Nur, wenn du eine Lösung anbietest, kann dein Prüfer dafür Punkte geben. Manchmal reichen schon grobe Ansätze, eine Skizze, eine Formel oder ein paar Stichworte, um wenigstens ein paar Teilpunkte einzusammeln. Beantworte daher jede Frage – auch dann, wenn du die Lösung nicht kennst und nur eine vage Idee hast.

 

Tipp #19: Antworte präzise!

Die Fragestellungen in deiner Klausur sind in der Regel keine Zufallsprodukte (auch wenn es manchmal den Anschein hat). Die Formulierungen sind gewollt und zielen auf eine bestimmte Antwort ab. Versuche daher, diese Antwort so genau wie möglich zu treffen. Schreibe nicht um den heißen Brei herum, sondern antworte präzise. Verzichte auf Füllworte und frage dich bei jeder Teilaufgabe: Was ist genau gesucht? Wofür könnte es Punkte geben?

 

Tipp #20: Verwende Fachbegriffe!

Jeder Fachbereich und jedes Studienfach hat eine spezielle Sprache. Es gibt feste Begriffe und eindeutige Definitionen, die das Themengebiet abstecken und eine unmissverständliche Kommunikation sicherstellen. Daher solltest du während deiner Klausur auf Fachbegriffe zurückgreifen und diese passend in deine Antworten einfließen lassen. Erstens zeigst du damit, dass du ein Grundverständnis aufgebaut hast und zweitens werden häufig nur für feststehende Begriffe Punkte vergeben. Übertreibe es allerdings nicht und richte ein Buzzword-Massaker an – dieses Vorgehen könnte am Ende deiner Note schaden.

 

Tipp #21: Schreibe schnell!

Falls du schon einmal eine geschriebene Klausur im Rahmen einer Prüfungseinsicht begutachtet hast, wird dir Folgendes aufgefallen sein: Auf den ersten ein bis zwei Seiten hast du extrem ordentlich gearbeitet und dir beim Schreiben Mühe gegeben; danach ist deine Handschrift immer krakeliger geworden bis zum Schluss nur grob erkennbar war, was du zum Ausdruck bringen wolltest. Ich erlebe es häufig, dass Studenten in der Klausur gemütlich loslegen und in aller Ruhe die Antworten aufschreiben. Doch irgendwann setzt die Erkenntnis ein, dass es durch schöne Handschrift keinen Zusatzpreis zu gewinnen gibt. Schreibe daher schnell – und zwar von Anfang an. Natürlich muss der Prüfer deine Antworten entziffern können, aber ein 1A-Schriftbild hat noch niemandem einen Extrapunkt gebracht.

 

Tipp #22: Hake fertige Aufgaben ab!

Besonders dann, wenn deine Klausur aus vielen Teilaufgaben besteht, die du einzelnen beantworten musst, kann es hilfreich sein, wenn du die bereits erledigten Fragestellungen auf deinem Aufgabenblatt abhakst. Auf diese Weise behältst du den Überblick und musst weniger in deinen Unterlagen blättern. Falls du die Aufgaben der Klausur in einer individuellen Reihenfolge bearbeitest, empfiehlt es sich zudem diesen „Bearbeitungsverlauf“ stichpunktartig zu notieren.

 

Tipp #23: Verschwende keine Zeit!

Über die Bedeutung einer soliden Zeiteinteilung und deren regelmäßigen Kontrolle haben wir bereits gesprochen. Doch nur, weil du deine Zeit im Blick hast, bedeutet das nicht, dass du sie effizient einsetzt. Mach dir klar, dass Zeitverschwendung die größte Sünde während deiner Klausurbearbeitung ist. Zeit ist dein wertvollstes Gut und daher musst du es gegen alle Störeinflüsse verteidigen. Ignoriere Nebengeräusche im Hörsaal, formuliere keine unnötigen Antwortsätze, vermeide Perfektionismus und lass dich von keinem äußeren Umstand davon abhalten, deine Prüfung so schnell wie möglich zu absolvieren. Es gibt nur eine Sache, die deine Zeit wert ist: die Qualität deiner Antworten.

 

Tipp #24: Verharre nicht zu lange bei schwierigen Aufgaben!

In jeder Klausur wird es Aufgaben geben, die du nicht sofort bearbeiten kannst. Entweder, weil die Aufgabenstellung zu komplex ist oder weil du das Oberthema nicht sofort zuordnen kannst. Manchmal auch, weil du nicht gut genug gelernt hast – aber darum geht es hier nicht. Wenn du länger an einer schwierigen Aufgabe festhängst und nicht weiterkommst: Wechsle zur nächsten Frage. Verharre nicht zu lange bei dem gleichen Problem, wenn du keinen Ansatz findest. Schiebe deine Aufgabe und kehre später zu ihr zurück.

 

Tipp #25: Suche Verbindungen zu Themen aus der Vorlesung!

Einer der häufigsten Gründe, warum Studenten während der Klausur nicht oder zu spät die richtigen Lösungsansätze finden, liegt darin, dass die Prüflinge keine Zusammenhänge erkennen. Sie sehen das große Ganze, das „Global Picture“ des Dozenten nicht und können die Fragestellung daher nicht richtig einordnen. Dadurch stehen sie gedanklich auf dem Schlauch und wissen nicht, was sie tun sollen. Versuche daher jeder Aufgabe in ein Thema aus der Vorlesung einzuordnen. Suche nach Verbindungen und überlege wie ähnliche Probleme bisher gelöst wurden.

 

Tipp #26: Atme!

Klausur bedeutet Stress. Was passiert bei Stress? Die Atmung wirkt hektisch. Im Prinzip ist das gut, weil dadurch für einen kurzen Moment mehr Sauerstoff ins Blut gelangt. Doch wenn du deine Atmung von 60, 120 oder 180 Minuten lang auf Hochtouren fährst, kann das deine geistige Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen. Achte daher auf deine Atmung und atme während deiner Klausur zwischendurch mehrmals tief durch. Nimm dir nach jeder gelösten Aufgabe ein paar Sekunden und atme bewusst. Beruhige dich, schöpfe neue Kraft und leg dann mit der nächsten Aufgabe los.

 

Tipp #27: Gib niemals mehrere verschiedene Lösungen an!

Es gibt ein sicheres Mittel, mit dem du garantiert null Punkte für eine Aufgabe bekommst: Antworte mit verschiedenen Lösungen. Während der Klausur sind sich viele Studenten ihrer Lösung nicht sicher. Kein Problem, das ist normal. Was sie dann häufig tun, ist allerdings grob fahrlässig: Sie antworten doppelt und dreifach. „Irgendetwas davon wird schon richtig sein.“ denken sie sich. Doch der Prüfer denkt sich bei der Korrektur leider: „Oh mehrere Antworten. Ich weiß nicht, was ich bewerten soll, darum ist alles falsch. Null Punkte. Hihi“. Herzlichen Glückwunsch. Wenn dir deine Punkte lieb sind, dann gib niemals mehrere alternative Lösungen für eine Frage an. Wenn du dir nicht sicher bist, dann musst du pokern. Aber poker bitte richtig.

 

Tipp #28: Orientiere dich an Musterlösungen!

Bei der Beantwortung von Klausurfragen musst du nicht bei null anfangen. Orientiere dich bei der Beantwortung der Fragen und der Bearbeitung von komplexeren Problemen am Stil von Übungsaufgaben und Musterlösungen. Erinnere dich an die Lösungsskizzen und die Prüfungsschemata, die du während des Semesters kennengelernt hast und übertrage die Vorgehensweise auf deine Klausuraufgaben. Allein die Nennung oder oberflächliche Anwendung fester Bearbeitungsschritte kann dir schon Teilpunkte einbringen.

 

Tipp #29: Zweifle nicht an dem Gelernten!

Klausuraufgaben sind häufig etwas anders aufgebaut als die Aufgaben, die während der Vorlesung besprochen wurden. Möglicherweise lässt dein Prüfer auch einen völlig neuen Aspekt einfließen oder verbindet Themen, die du vorher nur isoliert betrachtet hast. Wenn du während deiner Klausur einer „neuen“ Aufgabe gegenüberstehst, lautet die oberste Devise: ruhig bleiben und nachdenken. Lass dich nicht verwirren und zweifle nicht an deiner Vorbereitung. Unbekannte Aufgaben sind normal. Sie sollen dich testen. Besinne dich darauf, was du gelernt hast und taste dich dann Schritt für Schritt heran.

 

Tipp #30: Schätze den Umfang der Aufgaben ab!

Es gibt Klausuren, mit deren Bearbeitung du nicht fertig werden kannst. Diese Prüfungen sind überladen und werden später im Rahmen der Punkteverteilung entsprechend angepasst. Häufig schaffen es Studenten allerdings nicht bis zur letzten Aufgabe, weil sie deren Umfang falsch oder gar nicht abschätzen. Für Fragen, die man in einem Satz beantworten könnte, schreiben sie eine Seite Fließtext. Andersherum geht es natürlich auch: Unter Zeitknappheit oder aufgrund von mangelndem Verständnis werden komplexe Problemstellungen mit drei Stichworten beantwortet, was einen großen Punkteverlust zur Folge hat. Versuche daher, das Volumen deiner Antworten richtig abzuschätzen. Wenn du absolut kein Gefühl hast: Frag nach.

 

Tipp #31: Mach den Vollständigkeitstest!

Besonders dann, wenn du Aufgaben überspringst und eine eigene Bearbeitungsreihenfolge in deiner Klausur wählst, besteht die Gefahr, dass du Teilfragen übersiehst und aus Versehen nicht bearbeitest. Diese Punktverluste kannst du einfach vermeiden, indem du zwischendurch und kurz vor Bearbeitungsschluss einen Vollständigkeitscheck durchführst. Prüfe dabei, ob du alle relevanten Aufgaben erledigt und zu jeder Fragestellung etwas geschrieben hast.

 

Tipp #32: Noch Zeit? Lies Korrektur!

Während meiner Zeit als Student und später als Aufsichtspersonal auf der anderen Seite habe ich häufig Studenten gesehen, die nach der Klausurbearbeitung früher gegangen sind oder die restlichen Minuten regungslos vor ihren Prüfungsunterlagen saßen. Nicht, weil sie aufgegeben hatten, sondern weil sie ihre Zeit nicht nutzen wollten. Falls dir am Ende der Klausur noch etwas Zeit bleiben sollte: Wirf sie nicht einfach weg. Lies deine Klausur Korrektur und prüfe deine Antworten. Ergänze im Zweifel noch etwas oder führe weitere Teilaspekte auf.

 

Tipp #33: Gib ALLES ab – und zwar pünktlich!

Ein Schlüsselerlebnis meines Studiums hatte ich im vierten Semester. Ein Kommilitone neben mir hatte vergessen seinen Namen auf den Klausurbogen zu schreiben und bemerkte dies erst beim Einsammeln der Klausuren. Die offizielle Bearbeitungszeit war zu diesem Zeitpunkt schon für beendet erklärt worden. Als der Hochschulmitarbeiter vor ihm stand und die Klausur entgegennehmen wollte, schrieb mein Kommilitone noch. Die Klausur wurde mit der Note 5.0 bewertet. Ein anderer Kommilitone vergaß bei der gleichen Klausur, eines der Lösungsblätter abzugeben und nahm es fälschlicherweise mit nach Hause. Alles, was auf diesem Blatt stand wurde nachträglich NICHT gewertet. Lerne aus diesen wahren Geschichten: Halte dich an die Regeln der Klausur. Gibt deine Prüfungsunterlagen am Ende rechtszeitig ab. Achte auf Vollständigkeit. Riskiere nichts.

 

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Fazit

Jede Klausur ist etwas Besonderes, jede Aufgabe ist etwas anders und jeder Prüfer hat seine Eigenheiten. Doch es gibt Strategien und Ansätze, die in fast jeder Prüfungssituation nützlich für dich sein können. Die Kunst besteht darin, diese Muster früh zu erkennen und geschickt einzusetzen, damit du deine Klausuren bestmöglich bestehen kannst.

Meine 33 wichtigsten Tipps habe ich dir in diesem Artikel gezeigt.

Es ist die Essenz meiner eigenen Erfahrung und die Zusammenfassung meiner täglichen Arbeit mit Studenten. Vielleicht wird dir nicht jeder Tipp auf Anhieb weiterhelfen und möglicherweise passen einige Ratschläge nicht zu 100 Prozent auf die einzelnen Klausuren, die dir begegnen werden. Doch wenn du die Tipps ernst nimmst und verinnerlichst, wirst du mit einer deutlich klareren Sicht in deine nächste Klausur gehen.

Du kennst nun Strategien, die dir im Notfall helfen können und dir eine deutlich bessere Struktur in der eigenen Arbeitsweise ermöglichen. Aber damit bist du nicht am Ende: Versuche, die Tipps von oben anzupassen und entwickle eigene Lösungsansätze für deine nächste Klausur. Überlege selbst, wie du dir die Prüfung leichter und stressfreier gestalten kannst. Schreibe es auf und werde mit jeder Prüfung besser.

Viel Erfolg!

 

Bild: © Andrew Branch / unsplash.com
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Autor

Tim Reichel

Tim ist Bestseller-Autor und der Gründer von Studienscheiss. Seit über sechs Jahren hilft er Studenten und löst Probleme im Studium. Außerdem arbeitet er als selbstständiger Coach und als Fachstudienberater an einer großen deutschen Eliteuniversität.

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